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12.03.2012

10:49 Uhr

Umfrage

Carsharing ja, aber nur zusätzlich

Quelle:dpa

Carsharing ist im Kommen. Immer mehr Menschen nutzen die günstigen Angebote zum Autoteilen. Doch den Deutschen bleibt auch das eigene Auto sehr wichtig.

Jahrelang gehörte das Carsharing in die Öko-Ecke. Vor allem in überfüllten Großstädten kommt das geteilte Auto aber mehr und mehr in Mode. dpa

Jahrelang gehörte das Carsharing in die Öko-Ecke. Vor allem in überfüllten Großstädten kommt das geteilte Auto aber mehr und mehr in Mode.

StuttgartVon wegen Imageverlust: Das eigene Auto ist einer Studie zufolge Menschen in Deutschland nach wie vor wichtig. Demnach legen die Verbraucher auch in Zukunft größten Wert darauf, uneingeschränkt mobil zu sein. Und dabei finden zwar immer mehr Menschen auch Carsharing-Angebote attraktiv, doch der Verzicht auf das eigene Auto kommt nur für eine Minderheit infrage. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Umfrage der Wirtschaftsberatung Ernst & Young unter 2.000 Personen hervor. Demnach ist es für gut zwei Drittel (68 Prozent) der Bundesbürger sehr wichtig, ein eigenes Auto zu besitzen.

In der Gruppe der 35- bis 45-Jährigen liegt der entsprechende Wert bei 72 Prozent, unter den jüngeren Befragten zwischen 18 und 35 Jahren bei 65 Prozent. Immerhin würde insgesamt jeder Zweite (50 Prozent) Carsharing nutzen - jedoch nur zusätzlich zum eigenen Auto. Mit 58 Prozent ist diese Bereitschaft unter den Jüngeren nur leicht über dem Durchschnitt. Komplett umzusteigen, kann sich den Ergebnissen zufolge lediglich jeder Neunte (11 Prozent) vorstellen.

Bei den Anforderungen an das eigene Auto ist laut der Umfrage neben geringem Verbrauch und Sicherheitsausstattung eine hohe PS-Zahl ein ausschlaggebendes Kriterium: Rund zwei Drittel (63 Prozent) legen Wert auf Motorkraft. Bei den 18- bis 35-Jährigen liegt der Wert mit 67 Prozent sogar noch etwas höher. Für die Hälfte der Befragten (50 Prozent) spielt die Automarke eine Rolle. Fast drei Viertel (72 Prozent) legen Wert auf vernetzte Navigation, die aktuelle Staumeldungen und Wetterwarnungen einbezieht.

Tipps fürs Car-Sharing

Welche Anbieter gibt es?

Die Angebote für privates und kommerzielles Carsharing nehmen laufend zu. In Deutschland gehören unter anderem die Online-Netzwerke cambio-carsharing.de, tamyca.de, autonetzer.de, nachbarschaftsauto.de und das Bahn-Projekt flinkster.de zu den bekanntesten Vertretern der Branche. Auch die Autobauer setzen auf die Kurzzeit-Vermietung kleiner Fahrzeuge - darunter etwa Daimler, BMW, VW und Peugeot.

Worauf sollte man bei der Anbieterwahl achten?

Neben einer Durchsicht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen empfiehlt der VCD die Auswahl von Anbietern, bei denen die bloße Registrierung nicht schon mit Extrakosten verbunden ist. Zudem ist die Möglichkeit einer raschen Kontaktaufnahme für Rückfragen, nachträgliche Absprachen oder im Schadensfall wichtig. Viele Online-Anbieter lassen sich von ihren Kunden im Internet bewerten.

Wie sehen die Verträge aus?

Beim privaten Carsharing können meist kürzere Nutzungszeiten vereinbart werden, Modelle wie "Car2Go" erlauben aber auch die Abrechnung einzelner Fahrten ohne Grundgebühr und die Kombination mit Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs. Beim kommerziellen Carsharing werden dagegen meist längerfristige Verträge abgeschlossen. Außerdem müssen Kunden dabei oft stärker auf die Verfügbarkeit der Autos an den Mietstationen achten. Beim privaten Carsharing ist das Netz dichter.

Wie werden Konditionen festgelegt?

Grundsätzlich kann der private Vermieter die Nutzungsgebühr selbst bestimmen. Dabei sollte sich der Anbieter jedoch in einer angemessenen Preisspanne bewegen. Bei häufigem Kontakt mit demselben Mieter können später auch Rabatte gewährt werden.

Wie wird man Vermieter des eigenen Autos?

Bei vielen deutschen Internet-Vermittlern muss der Vermieter seinen Wohnsitz im Inland haben und einen in einem EU-Staat ausgestellten Führerschein besitzen. Das vermietete Auto sollte ihm gehören oder ihm per Vollmacht zur Nutzung übertragen worden sein. Der Neupreis des in Deutschland zugelassenen Fahrzeugs darf bei einigen Anbietern höchstens bei 75.000 Euro gelegen haben. Eine Motorleistung von 150 kW bzw 204 PS, ein Tachostand von 200.000 Kilometern und ein Fahrzeugalter von zehn Jahren sollten möglichst nicht überschritten werden.

Wer darf privat vermittelte Autos mieten?

Das zulässige Alter des Mieters liegt in der Regel zwischen 23 und 70 Jahren. Neben einem Wohnsitz in Deutschland ist der Besitz eines EU-Führerscheins für PKW seit mindestens drei Jahren Pflicht. Mehr als 8 Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei sind meist tabu.

Wie sollten Carsharing-Autos versichert sein?

Ein ausreichender Versicherungsschutz ist beim Carsharing unerlässlich. Es gibt Zusatzversicherungen, die häufig zwischen 7,50 und 9,00 Euro für einen vollen Miettag kosten. Abgedeckt sind Haftpflicht sowie Teil- und Vollkaskoschutz. Die Leistungen können sich wie bei herkömmlichen Autopolicen auch nach dem Fahreralter richten.

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