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14.09.2011

15:28 Uhr

Umfrage

Eigenheim oder Neuwagen?

Quelle:mid

Eine teure Anschaffung will wohl überlegt sein. In der Folge muss man nämlich meist auf eine andere Sache des täglichen Lebens verzichten. Inzwischen schließen leider Neuwagen das eigene Dach überm Kopf oft aus.

Deutschland, 1938: Werbung für den neuen KdF-Wagen, der 990 Reichsmark kostete. INTERFOTO

Deutschland, 1938: Werbung für den neuen KdF-Wagen, der 990 Reichsmark kostete.

MünchenVor dieser Qual der Wahl stehen regelmäßig viele Deutsche: Kaufe ich mir einen Neuwagen oder doch ein Eigenheim? Die eine Investition schließt meist die andere aus. Laut den wenig überraschenden Ergebnissen einer Umfrage des Onlineportals ImmobilienScout24 will jeder fünfte Käufer eines Eigenheims auf die Anschaffung eines Neuwagens verzichten. Finanziell muss der stolze Haus- oder Wohnungsneueigentümer nämlich erst einmal kürzer treten - und am teuren Auto wird dann als Erstes gespart. An zweiter Stelle folgt übrigens die Urlaubsreise, weniger Ausgehen steht auch ganz oben auf der Einsparliste. Doch auch die Autoclubs warnen derzeit, Autofahren werde zum Privileg für Besserverdienende

„Zwei-Klassen-Gesellschaft droht“

Die Autofahrerclubs ADAC und ACE sehen die steigenden Kosten fürs Autofahren mit großer Sorge. „Autofahren wird in Deutschland mehr und mehr zum Privileg für Besserverdienende“, sagte der Vorsitzende des Auto Club Europa (ACE), Wolfgang Rose, jetzt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Setze sich dieser Trend fort, drohe eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, in der viele Menschen abgehängt würden. ADAC-Sprecher Andreas Hölzl sagte der Zeitung, die Gefahr, dass Autofahren für immer mehr Menschen unbezahlbar werde, sei real. Die Autohaltungskosten würden den normalen Lebenshaltungskosten davonlaufen. Berufspendler und Familien seien die Leidtragenden.

Die Preise fürs Autofahren sind laut Statistischem Bundesamt binnen zwei Jahren um 7,2 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise insgesamt im selben Zeitraum hingegen nur um 3,8 Prozent. Grund für die Teuerung sind vor allem die gestiegenen Spritkosten: Super-Benzin wurde von September 2009 bis August 2011 um 18 Prozent teurer, Diesel sogar um 27 Prozent.

SPD-Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer forderte Verkehrsminister Ramsauer (CSU) und Wirtschaftsminister Rösler (FDP) auf, „die finanzielle Mehrbelastung für die Autofahrer zu stoppen“. Es herrschten „brutale, nicht einsehbare Mechanismen, die dazu führen, dass innerhalb von Stunden die Benzinpreise deutlich klettern können“.

ACE-Chef Rose forderte die Bundesregierung auf, die Mineralölkonzerne „notfalls zu zerschlagen“. Produktion und Verkauf von Kraftstoff dürften nicht länger in der Hand weniger Großkonzerne liegen.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

14.09.2011, 18:13 Uhr

Beides!

fanman

14.09.2011, 19:49 Uhr

Und ich dachte, es sei CO2-mässig gut, dass weniger Auto gefahren wird, und mehr Bahn und Fahrrad. Überhaupt: kein Auto zu brauchen ist Luxus, dagegen arm dran, wer immernoch eines braucht..

banjantree

15.09.2011, 06:57 Uhr

Oel ist endlich und wird immer teurer werden. Man muss also nicht irgendwelchen boesen Mechanismen hinter dem Preisanstieg vermuten. Es wird weiter in diese Richtung gehen und Autofahren wird immer teurer werden. ABER: Es gibt kein Grundrecht aufs Autofahren! Insofern gebe ich Benutzer fanman Recht. Es waere besser wir wuerden lernen ohne Auto mobil zu sein. In 10 bis 20 Jahren ist es damit sowieso vorbei. Dies ist bei den deutschen Automobilherstellern auch noch nicht angekommen. Ach ja: Ich fahre gern Auto, verschliesse aber die Augen nicht vor den Tatsachen.

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