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03.03.2014

08:02 Uhr

Umstrittener Biosprit

Autofahrer finden E10 gar nicht super

Quelle:dpa

Mit der Einführung der Benzinsorte E10 sollten vor drei Jahren Biokraftstoffe in Deutschland vorangebracht werden. Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Auch die Politik will Biokraftstoffe nicht länger forcieren.

Der Biosprit E10 kann sich nicht durchsetzen. dpa

Der Biosprit E10 kann sich nicht durchsetzen.

BerlinDer Bio-Kraftstoff E10 mit zehn Prozent Bioethanol kann sich an den Tankstellen immer noch nicht durchsetzen. Die Autofahrer tankten im vergangenen Jahr 2,76 Millionen Tonnen E10, nach 2,61 Millionen Tonnen im Jahr zuvor - ein Plus von 5,4 Prozent, wie der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBE) am Freitag in Berlin mitteilte. Damit erreiche E10 einen Anteil von 15 Prozent am schrumpfenden deutschen Benzinmarkt.

Das liegt allerdings weit unter den Erwartungen bei der Einführung des Kraftstoffs vor drei Jahren. Damals war die Mineralölwirtschaft davon ausgegangen, dass E10 als preisgünstigster Kraftstoff auch die meistgetankte Sorte werden würde. Die Autofahrer ziehen jedoch das Superbenzin E5 mit fünf Prozent Anteil aus Pflanzenproduktion vor.

Zunächst schürten Medien und Autoclubs Zweifel an der technischen Leistungsfähigkeit von E10 und viele Autofahrer sorgten sich, dass E10 ihren Fahrzeugen schaden könnten. Diese Befürchtungen sind mittlerweile weitgehend ausgeräumt, doch gilt E10 in der öffentlichen Wahrnehmung weder als umweltfreundlich noch als hochwertig.

Das Image ist belastet durch eine mögliche Konkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Energieproduktion sowie Eingriffe in hochwertige Naturräume, um Energiepflanzen anzubauen.

Die Mineralölbranche hat ihre Erwartungen an E10 längst korrigiert. «Vor einem Jahr habe ich geglaubt, E10 setze sich wegen des Preisvorteils durch», sagte vor kurzem Aral-Chef Stefan Brok. «Das sieht nicht mehr so aus.» Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) äußerte sich zurückhaltend. «Wir bieten E10 bundesweit flächendeckend an», sagte Hauptgeschäftsführer Klaus Picard in Berlin. «Damit hat der Tankstellenkunde die uneingeschränkte Wahlmöglichkeit, und wir respektieren seine Entscheidung.»

Auch in der Politik ist die Begeisterung für den vermeintlich nachhaltigen und umweltfreundlichen Sprit aus Pflanzen längst geschwunden. Es gebe ernste Hinweise, dass Biokraftstoffe am Ende eine schlechtere Ökobilanz aufwiesen, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vor wenigen Tagen. Von daher seien die Ausbauziele der EU für den Verbrauch von Biokraftstoffen auf den Prüfstand zu stellen.

Kommentare (9)

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03.03.2014, 08:38 Uhr

Hier hat sich schön gezeigt, dass das Volk mehr Ahnung hat als die Volksvertreter. Daher kann nur mehr Demokratie die EU aus dem Sumpf ziehen und bei einem weiter so mit der EU Komission wird die EU zerfallen...

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03.03.2014, 08:59 Uhr

Mein subjektiver Eindruck ist, dass ich mit E10 gut 0,6-1 Liter mehr verbrauche.
Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, das ich seit einem halben Jahr einfach sparsamer Fahre.

Auf jedem Fall bleibe ich bei E5 und fühl mich dabei Wohl

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03.03.2014, 09:41 Uhr

@RaZe
Ihr subjektiver Eindruck täuscht Sie nicht. Mit dem Treibstoff E 10 haben Sie etwa einen Mehrverbrauch von ca. 2,5 % im Vergleich zu Super (E 5). Der geringere Preis von 4 ct/l bei E 10 gleicht diesen Mehrverbrauch finanziell aus. E 10 ist demnach nicht günstiger als E 5. Es wundert mich, dass ARAL und der Mineralöl-Wirtschaftsverband von einem preiswerteren E 10 sprechen.

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