Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2013

08:03 Uhr

Umstrittener Biosprit

Zwei Jahre Super E10 - Kaum Akzeptanz

Quelle:MID

Deutschlands Autofahrer setzen auch zwei Jahre nach Einführung von E10 weiterhin auf den normalen Euro-Super-Kraftstoff. Tankstellenbetreiber schätzen, dass 75 Prozent der Autofahrer E10 komplett ablehnen.

Der Anteil derjenigen, die Super Plus tanken, ist seit der E10-Einführung von drei auf über fünf Prozent gestiegen. MID

Der Anteil derjenigen, die Super Plus tanken, ist seit der E10-Einführung von drei auf über fünf Prozent gestiegen.

KemptenDeutschlands Autofahrer setzen auch zwei Jahre nach Einführung von E10 weiterhin auf den normalen Euro-Super-Kraftstoff. Das hat eine Umfrage des Energiehändlers Präg ergeben. Demnach haben 44 Prozent befragten Tankstellenunternehmen angegeben, dass sie bei den Autofahrern weiterhin Misstrauen beobachten. 16 Prozent sind der Meinung, dass die Skepsis bei den Kunden gegenüber E10 heute verschwunden ist.

Neun Prozent der Befragten werden mindestens ein Mal am Tag nach den Nebenwirkungen von E10 für den Motor gefragt. Bei 17 Prozent der Tankstellenbetreiber ist dies mindestens ein Mal pro Woche der Fall. Die Tankstellenbetreiber schätzen, dass 75 Prozent der Autofahrer E10 komplett ablehnen und nur 13 Prozent es voll und ganz akzeptieren. Der Anteil derjenigen, die Super Plus tanken, ist seit der E10-Einführung von drei auf über fünf Prozent gestiegen.

Die anhaltende Ablehnung beruhe nicht nur auf der immer noch existierenden Angst vieler Autofahrer vor eventuellen technischen Schäden selbst an freigegebenen Automodellen. Auch die gesellschaftliche Diskussion über die Konkurrenz von Energie- und Nahrungsmittelproduktion führt nach Angaben von Klaus-Rüdiger Bischoff, Mitgeschäftsführer bei Präg, zur Zurückhaltung gegenüber E10. Der Kraftstoff enthält einen zehnprozentigen Anteil an Bioethanol.

Zu den kürzlich vom Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) veröffentlichten Verkaufszahlen passt das Umfrageergebnis aber nicht. Demnach ist der Absatz von Super E10 im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2011 besonders stark um 43 Prozent von 1,8 Millionen Tonnen auf 2,6 Millionen Tonnen gestiegen.

Wie kommt der Spritpreis zustande?

Video: Wie kommt der Spritpreis zustande?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.03.2013, 10:16 Uhr

Klar klingt eine Steigerung von 1,8 auf 2,6 Mio erst mal viel, aber mich würde im Vergleich dazu noch mal interessieren, wieviele Tonnen "normales" Super in den beiden Jahren verkauft wurde, um diese Info für mich einschätzen zu können.

pld

19.03.2013, 10:22 Uhr

Eine weitere Kalkulation leider im Bericht außer Acht gelassen berührt auf dem Mehrverbrauch. Liegt er wirklich bei 5 Prozent gegenüber der Nutzung des herkömmlichen Super-Benzins muß E10-Benzin mindestens 4,762 Prozent günstiger sein. Kosten das Super-Benzin 1,60 Euro, muß der E10-Preis unter 1.524 Euro liegen, um einen Kostenvorteil zu bieten.

Wie das Bäckerhandwerk ermittelte enthält jede Tankfüllung ca. 18 kg Brot

Eine sehr guten Überblick bietet dieser Link
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M52d0aec6cb1.0.html

Gruß pld

Account gelöscht!

19.03.2013, 10:23 Uhr

Biosprit ist letztendlich hochgradig unökologisch.Die Biospritgewinnung verdrängt in Deutschland immer mehr die Lebensmittelproduktion und führt zudem dazu, dass in Flächenländern wie z.B. Brasilien massiv Wald zugunsten der Gewinnung von Agrarflächen gerodet wird. Gleichzeitig ist der Einsatz von Biosprit in Autos unökonomisch, da die Energiebilanz bei der Verbrennung katastrophal ist. Bei 5 Prozent zusätzlicher Beimischung entsteht teilweise ein Mehrverbrauch von 3 Prozent. Genausogut könnte man dem normalen Benzin Wasser beimischen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×