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26.01.2014

12:40 Uhr

Umstrittener Helikopterflug

ADAC legt sich mit Auto-Professor an

ExklusivManipulationen beim hauseigenen Autopreis, Kritik an der Pannenstatistik, Wirbel um Flüge des Führungspersonals. Der ADAC steckt in der Imagekrise. Der Präsident gelobt Besserung - und greift einen Kritiker an.

ADAC-Präsident Peter Meyer will den ADAC reformieren. dpa

ADAC-Präsident Peter Meyer will den ADAC reformieren.

MünchenDas überbordende Selbstbewusstsein der ADAC-Oberen hat spürbar gelitten. Angesichts wachsenden öffentlichen Drucks will sich der skandalgeschüttelte Autoclub wieder auf seine Kernkompetenzen besinnen und so sein beschädigtes Image aufpolieren. So verspricht es ADAC-Präsident Peter Meyer in einem Interview. Man wolle sich wieder stärker an die Bedürfnisse der Mitglieder orientieren, mehr Transparenz und Zurückhaltung bei politischen Diskussionen üben.

„Sperenzchen lassen wir jetzt grundsätzlich bleiben“, sagte Meyer der „Automobilwoche“ - und ließ sich nur wenige Tage später auf das nächste Sperenzchen ein. In einem Interview mit der WAZ warf Meyer dem ADAC-Kritiker und Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer vor, verantwortlich für einen umstrittenen Flug mit einem Rettungshubschrauber des ADAC zu sein. „Nur wegen ihm sind wir zwischen
zwei Standorten per Helikopter gependelt“, wird Meyer zitiert. Der ADAC-Präsident war zuvor kritisiert worden, weil er eine Rettungshubschrauber für einen Dienstflug zwischen Hamburg und Wolfsburg genutzt hatte.

Der Auto-Professor ist empört und erwägt rechtliche Schritte. Er habe dem Kfz-Sachverständigenverband mehrere Monate im Voraus eine verbindliche Zusage für ein Hauptreferat in Wolfsburg gegeben. Deshalb habe er dem ADAC die Moderation einer Veranstaltung in Hamburg zunächst abgesagt, so Dudenhöffer in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber Handelsblatt Online. Erst daraufhin habe ihm der ADAC den Flug im Hubschrauber angeboten.

Mitgliederstärkste Vereine in Deutschland (2012)

27 Millionen Mitglieder

Deutscher Olympischer Sportbund (in 90.000 Turn- und Sportvereinen)

18,4 Millionen Mitglieder

ADAC Allgemein Deutscher Automobil-Club e.V.

6,3 Millionen Mitglieder

Deutscher Fußballbund (DFB) (in 26.000 Mitgliedsvereinen)

5,1 Millionen Mitglieder

Landessportbund Nordrhein-Westfalen (in 20.000 Vereinen)

5 Millionen Mitglieder

Deutscher Turner-Bund (DTB)

4,5 Millionen Mitglieder

Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK)

4,2 Millionen Mitglieder

Bayerischer Landes-Sportverband e.V.

3,75 Millionen Mitglieder

Landessportverband Baden-Württemberg e.V.

1,7 Millionen Mitglieder

Deutscher Tennis Bund (DTB)

1,5 Millionen Mitglieder

Westdeutscher Fußball- und Leichtathletikverband e. V. (WFLV)

Quelle

Verbaende.com / eigene Recherche

Gegenüber der „Bild am Sonntag“ musste der ADAC-Präsident zudem eingestehen, dass auch ein Ambulanzflug von einer ehemaligen Führungskraft für private Zwecke genutzt wurde. Man habe sofort die „erforderlichen personellen Konsequenzen gezogen“, betont Meyer.

Derweil werden die Forderungen der Politik nach weiteren Konsequenzen immer lauter. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) forderte unterdessen „totale Transparenz“ von dem Autoclub. „Alle Karten müssen auf den Tisch“, sagte er dem „Focus“. Zudem brauche der ADAC „mehr wirksame, allerdings unabhängige Kontrollen“. Der ADAC sei eine mächtige Institution, bei der sich offenbar „eine Tendenz zur Abgehobenheit und vielleicht sogar zur Selbstüberhöhung eingeschlichen“ habe. Der ADAC müsse sich eine neue Struktur geben.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

27.01.2014, 09:58 Uhr

Ich bin auch ADAC-Mitglied (noch). Der Schutzbrief meines Auto-Dealers deckt aber auch das Risiko mit ab, welches der ADAC anbietet, so daß ich den eigentlich nicht brauche. So schön es ist, zeitnah Hife in Notfällen zu bekommen, so sehr scheinen in Bayern die Strukturen zu verfilzen, wenn man die Amigos einige Zeit unbeobachtet läßt.

teufel789

27.01.2014, 10:29 Uhr

ich habe noch nie die herrschaften des adac verputzen können. Arogant und besserwisser. es gibt bessere automobilclubs

Paehler

27.01.2014, 10:55 Uhr

Immer schön auf dem Teppich bleiben!° Ist es nicht der Wille eines jeden an die Spitze zu kommen? Mehr Geld - mehr Macht und Annehmlichkeiten. Der eine lässt seinen Dienstwagen nach Spanien kommen, um im Urlaub spazieren zu fahren, der andere fliegt halt Hubschrauber, der momentan rumsteht.Wir alle haben diese Leute in die Position gebracht und mal ehrlich - wer würde denn wirklich diese Annehmlichkeit nicht nutzen, wenn sie zur Verfügung steht.
Also mal schön an die eigene NASE fassen und fragen - wie hätte ich gehandelt. Wer dann frei von Schuld darf den ersten Stein werfen. Aber bitte nicht gegen die Wand, denn dann kommt der Stein zurück. Wenn der ADAC sich auf sein Kerngeschäft orientiert, haben wir alle gewonnen. Gruss

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