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20.11.2012

12:24 Uhr

US-Autos

Bestseller für den Rest der Welt

Quelle:MID

Schwere, durstige V8-Säufer mit schlechter Technik und schwachem Fahrwerk. Vorurteile über US-Autos halten sich hartnäckig. Sie entsprechen aber nicht der Wirklichkeit. Ami-Marken sind auf allen Kontinenten erfolgreich.

Das beliebteste Auto Chinas ist ein Amerikaner. Der Buick "Excelle" basiert aber auf dem Opel Astra. MID

Das beliebteste Auto Chinas ist ein Amerikaner. Der Buick "Excelle" basiert aber auf dem Opel Astra.

DüsseldorfAutos aus Amerika tun sich schwer im Rest der Welt. Dieses Vorurteil hält sich beständig in den Köpfen der Verbraucher. Es entspricht jedoch nicht der Wirklichkeit. Ford ist in Europa seit rund acht Jahrzehnten ein etablierter, einheimischer Hersteller. GM agiert mit seinen Töchtern Opel, Vauxhall oder Chevrolet ebenfalls erfolgreich auf den verschiedensten Weltmärkten.

In China ist General Motors mit einem absoluten Bestseller vertreten. Der "Excelle" stammt offiziell von der GM-Tochter Buick. Rund eine viertel Million Kunden entscheiden sich jährlich für die rund 4,5 Meter lange Limousine der unteren Mittelklasse. Die erste Generation des "Excelle" ab 2009 basierte auf dem Daewoo "Lancetti". Nachdem Chevrolet den koreanischen Hersteller Daewoo übernommen hatte, stellten die Amerikaner die Produktion auf die von Opel entwickelte Plattform "Delta II" um.

Der Chevrolet "Utility" ist eine Mischung aus Kleinwagen und Pick-up. Darauf stehen besonders Autokäufer in Südafrika. MID

Der Chevrolet "Utility" ist eine Mischung aus Kleinwagen und Pick-up. Darauf stehen besonders Autokäufer in Südafrika.

Auf dieser Basis entstehen seitdem weltweit Fahrzeuge der unteren Mittelklasse mit quer eingebauten Frontmotoren wie der Chevrolet Cruze oder der Opel Astra. Vom Rüsselsheimer Modell kommen aktuell zwei Varianten zum Einsatz: Der Fünftürer tritt als "Excelle XT" an, die Stufenheck-Limousine als "Excelle GT". Äußerlich unterscheiden sich vom deutschen Modell nur durch einen reich verchromten Grill, der den Geschmack des chinesischen Marktes trifft.

In Brasilien nimmt ein Modell von Chevrolet die Position des meistverkauften Autos ein. Der "Celta" ist ein Kleinwagen mit Steilheck, den die Brasilianer selbst fertigen. Mehr als 100 000 Käufer findet er seit 2000 pro Jahr. Die Stufenheckversion trägt den Namen Chevrolet "Prisma". Auch bei diesen Chevrolets stecken Plattform und Technik von Opel unter dem Blech. Hier hat sich der Corsa als Organspender etabliert. Der Celta ist mit einem 1-Liter-Vierzylinder-Benziner ausgestattet, der 57 kW/77 PS leistet. Dank der "FlexPower"-Technik verträgt der Motor auch den in Brasilien weit verbreiteten Alkohol als Kraftstoff. Die Beliebtheit des kleinen Chevrolets in Brasilien resultiert nicht zuletzt aus seinem günstigen Preis. Billiger ist nur der "Mille" von Fiat, ein Kleinwagen auf Basis des Uno von 1983.

Keine Berührungsängste mit den Fahrzeugen des ehemaligen Klassenfeindes haben auch die Bürger im heutigen Russland. Schon 2001 vereinbarten Chevrolet und "AvtoVAZ" eine Zusammenarbeit. Hinter "AvtoVAZ" verbirgt sich Lada. Die beiden Partner haben unter anderem eine neue Variante des Offroad-Bestsellers Niva entwickelt, der nun als Chevrolet Niva vom Band läuft. In der ersten Reihe auf dem russischen Automarkt fährt auch Ford.

Der Chevrolet Celta ist der amerikanische Bestseller in Brasilien. MID

Der Chevrolet Celta ist der amerikanische Bestseller in Brasilien.

Der kompakte Focus ist hier das erfolgreichste ausländische Fahrzeug überhaupt und liegt aktuell auf Platz vier der Bestseller-Liste. Seit 1999 haben die Amerikaner rund eine halbe Million Focus in Russland verkauft. Als Importeur fungiert Ford hier schon lange nicht mehr. Als erster ausländischer Autobauer etablierte der Hersteller 2002 eine eigene Produktion. Seit 2011 baut das Werk bei St. Petersburg auch den neuen Focus.

Kommentare (1)

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APO-Man

14.01.2013, 08:26 Uhr

Nicht überall wo Opel drinsteckt, steht auch Opel drauf. Dieser Artikel liefert die stichhaltigen Argumente, warum Opel für GM so wichtig ist. In Europa schwächelt Opel bei den Absatzzahlen, ist dafür aber mit seiner Technik unter anderem Blechkleid in China, Brasilien, Argentinien, USA, etc. erfolgreich. Nur das eben nicht Opel sondern GM die Gewinne einfährt. Und in der Mischkalkulation scheinen die Gewinne die offiziellen Opelverluste zu überwiegen, so dass GM weiter an Opel festhält, wenn auch in geschrumpfter Form.
Und große Gewinne wird Ople nie einfahren, da man diese beispielsweise doch überhöhte Lizenzabgaben zu GM in die USA abführen wird, um nicht in Deutschland Steuern zahlen zu müssen. Aber Egal. Deutsche Aktionäre hat Opel eh nicht, höchsten über den Umweg der GM-Aktie;-)

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