Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2005

08:48 Uhr

US-Firma will das Modell Chery importieren

Chinesische Autos rollen auf den US-Markt

Chinas Autoindustrie nimmt jetzt auch den US-Markt ins Visier. Das US-Unternehmen Visionary Vehicles LLC teilte in New York mit, dass es mit Chinas achtgrößtem Hersteller, der Chery Automobile Co., einen exklusiven Liefervertrag für fünf PKW-Modelle abgeschlossen hat.

mg HB VANCOUVER. Ab 2007 wolle es jährlich 250 000 Chery-Fahrzeuge in den USA verkaufen. Die Autos sollen dabei um 30 Prozent billiger als vergleichbare Modelle im US-Markt sein.

Mit Chery wird erstmals ein chinesischer Hersteller in den Vereinigten Staaten aktiv. Der Vorstandschef von Visionary, Malcolm Bricklin, kann dagegen bereits auf umfangreiche Erfahrungen als Importeur zurück blicken. In den 80er Jahren macht er sich in Amerika einen Namen, als er das in Jugoslawien hergestellte Billig-Auto „Yugo“ und die Marke Subaru in den USA einführte.

Allerdings ging seine Firma, „Yugo America“, 1992 angesichts fallender Verkaufszahlen und Produktionsproblemen im vom Bürgerkrieg heimgesuchten Jugoslawien pleite. Diesesmal hat Bricklin aber bessere Voraussetzungen, denn Chery ist ein chinesisches Staatsunternehmen, das im vergangenen Jahr etwa 90 000 Fahrzeuge absetzte und rasante Zuwächse verzeichnet.

Die Firma wurde 1997 gegründet und erhält von Chinas Regierung kräftige Unterstützung, zum Beispiel in Form günstiger Bankkredite. Der Chery ist Autoinsidern außerhalb Chinas schon länger ein Begriff – allerdings nicht aus bestem Grund. Chery begann seine Karriere schließlich als weitgehende Kopie des Volkswagen-Modells Jetta, und enthielt mehr als 60 Prozent an Original-Komponenten von VW-Lieferanten in China. Volkswagen einigte sich aber ein Jahr nach Bekanntwerden der Nachahmung mit seinem lokalen Partner in China, ohne je Details zu nennen. Im vergangenen Dezember wurde Chery vom südkoreanischen Ableger des Branchenriesen General Motors, GM Daewoo Auto & Technology, der illegalen Kopie des Modells Chevrolet Spark bezichtigt und verklagt. Das Verfahren läuft noch.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×