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07.09.2017

12:12 Uhr

Verkehrsclub Deutschland

Autoclub warnt vor Diesel-Anschaffung

Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland appelliert an Autokäufer, bei der Anschaffung des nächsten Wagens Umweltbedenken wirklich ernst zu nehmen und auf Fahrzeuge mit modernen Antrieben umzusteigen.

Der VCD nennt es einen Skandal, dass "immer noch Euro-6-Diesel zugelassen werden, die den gesetzlichen Stickoxid-Grenzwert bei Straßenmessungen um das Mehrfache überschreiten". dpa

Alte Diesel-Zapfsäule auf dem Gelände eines Autoverwerters in Norderstedt bei Hamburg

Der VCD nennt es einen Skandal, dass "immer noch Euro-6-Diesel zugelassen werden, die den gesetzlichen Stickoxid-Grenzwert bei Straßenmessungen um das Mehrfache überschreiten".

BerlinVon Dieselmodellen sei auch mit Blick auf drohende Fahrverbote abzuraten, erklärte die ökologisch orientierte Organisation am Donnerstag zur Vorstellung ihrer „Auto-Umweltliste 2017/2018“ in Berlin. Besser seien Elektro-, Hybrid- oder Erdgasautos sowie sparsame Benziner.

„Die Entscheidung, in Zeiten des Abgas-Skandals ein Auto zu kaufen, sollte wohl überlegt sein“, mahnte VCD-Experte Gerd Lottsiepen. „Wer seinen Euro-4-Diesel jetzt für einen Euro-6-Diesel verschrottet, kann mit dem Neuwagen vielleicht bald nicht mehr in die Umweltzone fahren. Es ist ein Skandal, dass immer noch Euro-6-Diesel zugelassen werden, die den gesetzlichen Stickoxid-Grenzwert bei Straßenmessungen um das Mehrfache überschreiten.“

Solange es keine blaue Plakette für besonders umweltfreundliche Wagen gebe, könnten alle Diesel von Verboten betroffen sein. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich skeptisch zu dieser Plakette geäußert - unter anderem wegen des dann großen Kontrollaufwands. VCD-Chef Wasilis von Rauch betonte: „Die Diesel-Affäre muss ein Weckruf für die Politik sein, endlich die überfällige Verkehrswende einzuleiten.“

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Auch in diesem Jahr veröffentlicht der VCD seine Auto-Umweltliste in abgespeckter Form und begründet das mit der fehlenden seriösen Datengrundlage bei Schadstoffausstoß und Spritverbrauch auf der Straße Wie schon 2016 haben Diesel keine Chancen auf Listenplätze mehr. Doch auch direkteinspritzende Benziner bleiben der hohen Feinstaubpartikel-Emissionen wegen in der diesjährigen Bewertung auf der Strecke. Stattdessen werden vom Verband Empfehlungen ausgesprochen, die sich auf Fahrzeuge mit Benzin-Hybrid-, Erdgas- und Elektroantrieb beziehen. Auch dabei sind kleine Benziner ohne Direkteinspritzung mit einem Hubraum bis zu 1,5 Litern.

34 Pkw-Modelle stehen auf der Positivliste des Verbandes. Bei den Benzin-Hybriden stammen alle sechs aus dem Hause Toyota (Auris, zwei Yaris-Varianten, Prius und C-HR) bzw. dessen Premiummarke Lexus (CT200). Die fünf Erdgasmodelle kommen durchweg aus dem Volkswagen-Konzern: drei Mal Audi (A3 1.4, A4 2.0 und A5 2.0) und zwei VW-Modelle (Golf 1.4 und Eco Up).

Bei den Elektroautos hebt der VCD zehn Fahrzeuge positiv hervor, darunter sechs von deutschen Herstellern (BMW i3, Mercedes B 250e, Smart Fortwo, Forfour, und VW E-Golf und E-Up), zudem Citroen C-Zero, Hyundai Ioniq, Peugeot Ion und Renault Zoe.

Bei den 13 Benzinern handelt es sich überwiegend um Kleinst- und Kleinwagen mit sparsamen Motorvarianten. Mit dem Up 1.0 BMT ist VW der einzige deutsche Beteiligte. Mit Peugeot (108, 208, 2008), Citroen (C1, C3, C4, DS3) und Renault (Clio) sind gleich acht französische Modelle dabei. Honda (Jazz) und Toyota (Aygo und zwei Yaris-Varianten) komplettieren die Liste.

Zu all diesen Fahrzeugen lägen dem VCD zufolge verlässliche und aus Umweltsicht vertretbare Emissions- und Verbrauchswerte vor, teilte Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, mit. Keines emittiere mehr als 150 Gramm CO2/km. Und er betonte, dass die gelisteten Autos nicht nur im Labor, sondern auch auf der Straße vergleichsweise wenig Kraftstoff verbrauchten.

Kommentare (8)

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Herr Matthias Moser

07.09.2017, 11:58 Uhr

Hier sieht man wieder einmal, daß die Verkürzung in der Überschrift alles verfälscht. Die Aussage des VCD ist eine andere, als die Überschrift suggeriert.
Auch dem VCD ist die aktuelle Messung im Realbetrieb beim BMW 520d bekannt, die auto-motor-sport durchführen ließ. Diese Messung hat bestätigt, daß es saubere Diesel geben kann. Ein so niedriger Wert an Restpartikeln wurde noch nie gemessen.
Die Messungen werden übrigens von einem unabhängigen englischen Analyseinstitut durchgeführt und NICHT vom KBA.

Rainer von Horn

07.09.2017, 12:09 Uhr

"Die Diesel-Affäre muss ein Weckruf für die Politik sein, endlich die überfällige Verkehrswende einzuleiten.“

Sehe ich genauso. Da wir schon bei der Energiewende keinen Plan hatten, wie Zufallsgeneratoren ohne große Speichermöglichkeiten den Industriestandort am Laufen halten sollen, versuchen wir uns nun an einer genauso schlecht gemanagten Mobilitätswende. Wir fördern staatlicherseits E-Mobil, machen uns aber kein Kopf über eine flächendeckende Ladeinfrstruktur, noch woher der Strom für die Autos herkommen soll.

Vir diesem Hintergrund ist auch nicht ersichtlich, wieso -Mobil umwelfreundlich sein sollen. Beim Bau und beim Recyclen der batterien fallen deutlich höhere CO2-Emissionen an, wie bei einem vergleichbaren Verbrenner und in Deutschland kommt der Strom für die E-Mobile tendenziell aus der Kohle - mit mindestens genauso hohen Schadstoffbelastungen, wie beim Verbrenner.
Super! Hoch lebe die Ideologie!

Herr Lothar Bitschnau

07.09.2017, 12:45 Uhr

Für einen Liter Diesel schleppen E-mobile ca. 15 KG Akkus durch die Gegend.
Ich glaube, dass sich dieses Verhältnis zukünftig nicht ändert, da die Optimierung auch bei Kraftstoffen fortgeführt wird, der Akkustrom
ökologisch noch nicht sauberer ist und der Strompreis verdoppelt werden muß,
um das Aufkommen an "Strassensteuern" beizubehalten.

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