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24.05.2013

14:54 Uhr

Verkehrssicherheit

Radfahren ohne Fahne und Bundes-Blitz-Marathon

Für eine Senkung der Promillegrenze für Radfahrer haben sich die Innenminister ausgesprochen. Wo künftig das Limit liegen soll, ließen sie aber offen. Autofahrern droht im Oktober ein Blitz-Marathon.

Bislang dürfen Radfahrer mit bis zu 1,6 Promille Alkohol im Blut straffrei radeln, das wollen die Innenminister nun ändern. dpa

Bislang dürfen Radfahrer mit bis zu 1,6 Promille Alkohol im Blut straffrei radeln, das wollen die Innenminister nun ändern.

Hannover/DüsseldorfFür Deutschlands Radfahrer soll nach dem Willen der Innenminister künftig eine deutlich niedrigere Promillegrenze gelten. „Mit 1,6 Promille kann man nicht mehr sicher auf zwei Rädern fahren“, sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Niedersachsens Ressortchef Boris Pistorius (SPD), zum Abschluss des Treffens der Länderchefs.

Wegen der besorgniserregenden Zahl von Unfällen mit betrunkenen Radfahrern wollen die Innenminister den zuständigen Justiz- und Verkehrsministern eine Absenkung der derzeit gültigen Grenze von 1,6 Promille empfehlen. Wo künftig das Limit liegen soll, ließen sie offen.

Bislang dürfen Radfahrer mit bis zu 1,6 Promille Alkohol im Blut straffrei radeln - vorausgesetzt, sie fallen nicht mit unsicherer Fahrweise auf oder bauen einen Unfall. Autofahrern drohen schon ab einem Promillewert von 0,5 ein Bußgeld, Punkte und ein Fahrverbot.

Anlass für die Debatte sind Zahlen über Radler-Unfälle. 2011 verunglückten nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) 3.725 Radfahrer nach dem Konsum von Alkohol. Damit standen rund 5 Prozent aller insgesamt verunglückten Zweiradfahrer unter Alkoholeinfluss. Die Zahl der unter Alkoholeinfluss getöteten Radfahrer geht aus der Statistik nicht direkt hervor.

Der ADFC plädiert dafür, den Richtwert für Radfahrer mit 1,1 Promille dem der absoluten Fahruntüchtigkeit für Autofahrer anzupassen. Allerdings gelte weiter: „Räder sind leichter zu fahren als Autos“, sagte ADFC-Sprecher René Filippek. Daher könne man nicht automatisch die Grenzwerte für Auto- und Radfahrer gleichsetzen.

Werde der Grenzwert zu niedrig angesetzt, "wird man Probleme mit der Akzeptanz kriegen", sagte der ADFC-Sprecher.

Die konkrete Erstellung eines "Verkehrslagebildes Radfahren im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss" beschloss nun die Innenministerkonferenz der Länder. Im Vorfeld des Beschlusses hatte es eine heftige mediale Diskussion um einen möglichen neuen Grenzwert gegeben, ab dem das Fahrradfahren unter Alkoholeinfluss strafbar sein soll. Stellvertretend für diese Meinungen steht die Auffassung der Deutschen Verkehrswacht (DVW). Sie fordert die Senkung des Grenzwertes auf 1,1 Promille, weil ab 1,0 Promille der Kontrollverlust des Radfahrers einsetze und ab 1,1 Promille die Risikobereitschaft zunehme.

Viele Menschen in Deutschland würden nach Alkoholkonsum das Auto stehen lassen, aber zu „sorglos auf das Fahrrad steigen“, hatte Niedersachsens Ressortchef Pistorius zu Beginn der IMK gesagt. Zwar sei die direkte Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer durch betrunkene Radfahrer geringer als durch Autofahrer - die Selbstgefährdung sei dafür aber umso höher. Der Zeitung "Welt" sagte Pistorius, es sei jedoch nicht zielführend, die Marke auf den für Autofahrer geltenden Wert von 0,5 Promille herunterzusetzen. Aber darüber müsse mit Fachleuten geredet werden.

Bundesweiter Blitz-Marathon

Im Kampf gegen Raser auf der Straße verständigten sich die Innenminister und -senatoren der Länder außerdem auf einen bundesweiten Blitz-Marathon nach dem Konzept der NRW-Polizei. "Wir handeln bei der Verkehrssicherheit Hand in Hand. Die Unfallursache "Geschwindigkeit" macht nicht vor Ländergrenzen halt. Zu hohe Geschwindigkeit ist vielmehr überall in Deutschland der Killer Nummer eins", erklärte NRW-Innenminister Jäger. Der bundesweite Aktion soll voraussichtlich im Oktober stattfinden. Kennzeichen des Blitz-Marathons ist die Kombination von intensiver Kommunikation über die tödlichen Folgen von überhöhter Geschwindigkeit und einer angekündigten Kontrollaktion über 24 Stunden.

Der 24-Stunden-Blitz-Marathon ist ein Baustein in der langfristigen Strategie der NRW-Polizei gegen Geschwindigkeitsunfälle. "Wir bringen damit die Menschen zum Nachdenken und führen ihnen vor Augen, wie häufig sie ihr eigenes und das Leben anderer riskieren", hob Ralf Jäger hervor.

Kommentare (6)

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hermann.12

24.05.2013, 15:35 Uhr

Es geht ums abzocken, denn wie hier beschrieben, bei Auffälligkeiten und Unfällen sind schon heute Sanktionen möglich.
Derjenige, der also schon heute auffällt, wird sich auch zukünftig nicht aufhalten lassen. die Prävention allerdings bringt deutlich mehr Geld in die Kassen.
Der Sicherheitsgewinn ist im Grunde genommen gleich null, man sollte dne Innenministern Gülle vor die Haustür kippen für dieser spießbürgerliche Kreativität und Pseudomoral.

H.

Account gelöscht!

24.05.2013, 18:09 Uhr

Haben Innenminister nichts Anderes zu tun? Z.B. Hassprediger jagen, Neonazi-Demos schützend begleiten, NSU-Akten schreddern? Auf unseren maroden Straßen und Radwegen ist Radfahren immer ein großes Risiko, ob mit oder ohne Promille.

staatssklave

24.05.2013, 18:38 Uhr

dieser staat steht inzwischenfür freiheitsberaubung und entmündigung seiner bürger.
wir sind anscheinend nicht mehr in der lage zwischen richtig und falsch zu unterscheiden und werden uns bald in gps-gestützten zwangsjacken mit automatischer online-zahlfunktion für die auflaufenden strafzahlungen und gebühren für nicht gutmenschenkonformes verhalten wiederfinden.

nichts wie raus aus diesem käfig solange die tür noch offensteht - honecker lässt grüssen. ach ja -wie wärs damit den straftatbestand des rauditums aus der ex-ddr wieder einzuführen?das klingt genauso blöde wie wir deutschen anscheinend wirklich sind.

also: helm auf, anschnallen, rauchen einstellen und fleissig das hamsterrad der umverteilungsmaschiene bewegen.

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