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17.09.2012

15:22 Uhr

Versicherungs-Studie

Deutsche PKW begehrt bei ausländischen Dieben

Quelle:MID

Mit 41.057 gestohlenen Fahrzeugen ging der Automobildiebstahl 2011 insgesamt zwar um 2,2 Prozent zurück, allerdings wurden noch nie so viele Autos durch ausländische Tatverdächtige geklaut.

Deutsche Diebstahlhochburg für PKW ist Frankfurt an der Oder. Je 100.000 zugelassene Fahrzeuge verschwanden hier 781 Autos. 562 Prozent über Bundesdurchschnitt. MID

Deutsche Diebstahlhochburg für PKW ist Frankfurt an der Oder. Je 100.000 zugelassene Fahrzeuge verschwanden hier 781 Autos. 562 Prozent über Bundesdurchschnitt.

LeipzigDeutschland, ein Paradies für Autoknacker? Laut Statistik verschwanden letztes Jahr täglich etwa 113 Pkw. Den Schaden von rund 500 Millionen Euro trägt letztlich die Gesamtheit der Kraftwagenhalter in Form von steigenden Versicherungsprämien. Besonders hart vom Fahrzeugklau betroffen sind Großstädte. Auf die größten 121 Städte entfallen über die Hälfte aller gemeldeten Diebstähle. Speziell grenznahe Städte, insbesondere wenn sie Autobahnanschlüsse haben, sind Hochburgen für den Autoklau. Ganz besonders betroffen sind dabei Städte im Osten und Norden der Republik (84 Prozent). Hier gelten bis zu 80 Prozent der Tatverdächtigen als nicht deutsch. In fast der Hälfte aller Fälle bleibt ihr erbeutetes Diebesgut auch dauerhaft verschwunden, was für eine hohe Spezialisierung der Täter spreche.

"Ab in den Osten" heißt überwiegend die Richtung. So ist es kaum verwunderlich, dass die ersten zehn Plätze für Diebesgut von Städten im Osten Deutschlands belegt werden. Hartnäckiger Spitzenreiter auch im letzten Jahr: Frankfurt an der Oder. Je 100 000 zugelassene Fahrzeuge verschwanden hier 781 Autos. Damit liegt die Stadt 562 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Es folgen Görlitz, Berlin, Potsdam, Rostock, Dresden, Cottbus, Leipzig, Halle an der Saale und Magdeburg. Gerade in Frankfurt/Oder und Görlitz sind es nur wenige Minuten bis zur Grenze. Fast genauso chancenlos ist die Situation für Fahrzeugbesitzer und Polizei in Berlin oder Potsdam.

Gebrauchtwagen: Das sind die Mängelzwerge 2011

Wer hat was getestet?

Die technischen Mängel von Gebrauchtwagen hat die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) für 240 Pkw-Modelle in ihrem Gebrauchtwagenreport zusammengefasst. Über 5 Millionen Hauptuntersuchungs-Ergebnisse hat die GTÜ ausgewertet und die Klassenbesten bestimmt. 

Kleinwagen

Bei den Kleinwagen hat Toyota mit dem Modell Yaris die Nase vorn. Die Plätze 2 und 3 Hyundai i20 und Ford Fiesta.

Kompaktwagen

Auc bei den Kompakten liegt Toyota auf Platz 1, diesmal mit dem Auris die Nase vorn. In der so genannten Golf-Klasse sichert sich der Honda Civic Platz 2 und der BMW 1er Platz 3.

Mittelklasse

Hier punkten, wie in der Oberklasse, die deutschen Hersteller. Sieger ist, wie im Vorjahr, der Opel Insignia, auf den Plätzen folgen der BMW 3er und der Honda Accord.

Oberklasse

Der neue Jaguar XF gewinnt 2011 im GTÜ-Gebrauchtauto-Report auf Anhieb die Wertung in der Oberklasse und lässt VW Phaeton und BMW 7er hinter sich.

Sportwagen / Cabrios

In dieser Kategorie teilen Audi, Mercedes und Porsche über alle Altersklassen hinweg die Spitzenplätze unangefochten unter sich auf. Bei den ein bis drei Jahre alten Fahrzeugen erklimmt das Audi A3 Cabrio die oberste Stufe des Siegerpodests und holt Gold. Die Plätze zwei und drei belegen der Porsche 911 und der Peugeot 308 CC. Bei den älteren Sportwagen kann neben Porsche mit dem 911er auch Mercedes-Benz mit dem SL punkten.

SUVs/Geländewagen

Der Škoda Yeti ist, wie schon im Vorjahr, nicht nur das SUV mit den wenigsten Mängeln, sondern auch der absolute Mängelzwerg im GTÜ-Ranking. Bei je 100 Fahrzeugen dieses Modells wurden lediglich 1,8 Mängel festgestellt – der beste Wert im Mängelreport bei den ein bis drei Jahre alten Fahrzeugen. Der Peugeot 3008 und der Subaru Forester landen in der SUV/Geländewagen-Wertung auf den Rängen zwei und drei.

Vans

Die Franzosen übernehmen mit dem Peugeot 5008 die Führung in dieser Klasse, gefolgt von den Spaniern mit dem Seat Alhambra und dem Seat Altea auf den Plätzen zwei und drei.

Von den alten Bundesländern folgt Hamburg auf Platz elf mit 294 entwendeten Autos pro 100 000 zugelassene Fahrzeuge. In absoluten Zahlen wurden 2 313 Diebstähle gemeldet. So gesehen liegt die Freie und Hansestadt sogar auf Platz zwei. Die meisten Autos werden in Berlin gestohlen. Doch nicht alle Metropolen liegen bei den absoluten Zahlen auf den vorderen Plätzen. München nämlich belegt weit abgeschlagen Platz 19 im Diebstahlranking. Im Süden und Südwesten der Republik fährt es sich relativ sicher. Von den 71 als sicher klassifizierten Städten liegen 51 Prozent in Bayern und Baden-Württemberg. Besonders ruhig können laut der Studie Autobesitzer in Esslingen und Balingen schlafen. Dort verschwanden nur 17 Autos je 100 000 zugelassener Fahrzeuge. Damit liegen die beiden Städte um 86 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt und verdienen danach die Plakette "sicher".

Diebstahlhochburg und schlechte Aufklärungsquote gehen Hand in Hand. Wer sein Auto in Hamburg verliert, darf es bei einer Aufklärungsquote von 8,3 Prozent als dauerhaft verloren ansehen. Wenig Anlass zur Freude gibt aber auch bundesweit die Zahl der erfolgreichen Aufklärungen, die bei 32,2 Prozent liegt. Nicht einmal jedes dritte Fahrzeug kommt somit zu seinem Besitzer zurück, zumal häufig Spezialisten an Werk sind. Das Knacken von elektronischen Sicherheitseinrichtungen, das Zerlegen der Beute in Einzelteile, die Fälschung von Urkunden und Fahrzeugpapieren sowie der Abtransport und Weiterverkauf, all das ist nichts für Laien. Die Tätergruppen sind teilweise bestens organisiert und beliefern Märkte in Osteuropa, dem Balkan, und sogar den Nahen Osten und Nordafrika.

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