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05.09.2012

10:04 Uhr

Volkswagen

Womit der neue Golf punkten will

Obwohl VW mit der siebten Generation des Golf nur ein Brot-und-Butter-Auto präsentiert, ist die Aufmerksamkeit ähnlich groß wie bei einem neuen iPhone. Der Druck auf den Konzern ist enorm: Das Auto darf nicht scheitern.

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Riesen-Show für den Neuen

Video: Riesen-Show für den Neuen

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Wolfsburg/Berlin/DüsseldorfBei diesem Auto überließ Volkswagens detailversessener Vorstandschef Martin Winterkorn nichts dem Zufall. Sogar im Sommerurlaub schaute er im Stammwerk Wolfsburg nach dem Rechten. Der Grund: Europas größter Autobauer rüstete die Produktion auf die neue, siebte Generation des Golfs um.

Um 21 Uhr startete am Dienstagabend in der Neuen Nationalgalerie in Berlin die Vorstellung des Wagens. Und die größte Überraschung: Dem Konzern war es geglückt, dass in den Tagen und Wochen zuvor keine Fotos des fertigen Autos in Umlauf kamen - mit Ausnahme von ein paar Computeranimationen und Fotos stark verkleideter Wagen.

Über den roten Teppich flanierten am Abend nicht nur Vorstandschef Martin Winterkorn und Betriebsratschef Bernd Osterloh. Auch Politiker wie Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit und Prominente wie die Schauspielerin Andrea Sawatzki, Schauspieler Ralf Möller oder Rennfahrer-Ikone Jacky Ickx hatte Volkswagen geladen. Winterkorn sagte vor rund 700 Gästen: „Das mit Abstand wichtigste Fahrzeug ist und bleibt der Golf.“

Obwohl Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace protestierend vor der Auffahrt zum roten Teppich Spalier standen, nannte Winterkorn den Golf „ein klares, unübersehbares Zeichen für umweltfreundliche Mobilität“. Der Verbrauch sei auf bis zu 3,2 Liter pro 100 Kilometer gesenkt worden - die Kritik von Greenpeace zielt jedoch darauf ab, dass das nur mit ganz speziellen Versionen und nicht mit Standardwagen möglich sei. Allerdings wies Winterkorn darauf hin, dass das „Lieblingsauto der Europäer“ das ganze Spektrum alternativer Antriebe - von Gas über Hybrid bis Elektro - anbiete.

Vor Beginn der Golf VII-Präsentation protestierten Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace. dpa

Vor Beginn der Golf VII-Präsentation protestierten Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Kein Auto ist wichtiger für die Wolfsburger: Inklusive Zulieferer hängen laut Studien mehr als 50.000 Arbeitsplätze weltweit am Golf. Allein von den klassischen Varianten des 1974 gestarteten Kompaktmodells - Kurzheck, Kombi und die Hochdachvariante Plus - verkaufen die Niedersachsen pro Jahr fast eine Million Autos. Insgesamt hat Volkswagen in 38 Jahren mehr als 29 Millionen Fahrzeuge der bisher sechs Generationen abgesetzt.

„Nur wenn mit dem Golf alles klappt, kann VW bis 2018 zum führenden Autobauer der Welt aufsteigen“, sagt Autoprofessor Stefan Bratzel, und so die Rivalen Toyota aus Japan und General Motors aus den USA überholen.

Präsentation des Golf VII: Fast wie ein iPhone auf Rädern

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Winterkorns Vorgaben für die Produktion des Neuen sind ehrgeizig. „Wir werden die steilste Produktionsanlaufkurve fahren, die es je bei VW gegeben hat“, sagte Hubert Waltl, Produktionsvorstand der Marke VW, bei der Vorstellung erster Details des Autos in Wolfsburg. Seit Anfang des Monats baut VW im Stammwerk und in Zwickau die ersten Fahrzeuge. Die Fertigung in China bereiten Waltls Fachleute gerade vor.

Der Fahrplan ist eng. Und die Konkurrenz ist in der vom Golf begründeten Kompaktklasse härter denn je. Dank günstigerer Produktion soll die Einstiegsversion leicht unter dem bisherigen Preis von 17.000 Euro liegen. Im November stehen die ersten Autos bei den Händlern.

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Kommentare (17)

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Account gelöscht!

04.09.2012, 20:21 Uhr

Ziemlich ambitioniert, unbedingt zum größten Autohersteller der Welt aufsteigen zu wollen.

Was ist damit gewonnen? Eine Prestigemeldung in der Zeitung?

Wenn so ohne Rücksicht auf Verluste Autos von Volkswagen in den Markt gepresst werden, dies aber mit überhasteten Produktionen erkauft wird, welche wiederum Rückrufaktionen nach sich ziehen, wird der Thron der automobilen Weltherrschaft wieder schnell in weite Ferne rücken.

Trotz aller Sorgfalt: auch der Golf VII wird in dieser Hinsicht noch von sich reden machen.

Gaehhhhhhn

04.09.2012, 20:33 Uhr

"Alle warten auf den neuen Golf"

Ich nicht. Ein Auto, dass ohne das Pushing der Presse längst keiner mehr kaufen würde. Was ändert sich denn von Modell zu Modell? Die ersten Modellwechsel waren noch richtige technische Veränderungen. Richtige Verbesserungen. Spürbarer Fortschritt. Und was bekommen wir jetzt bei der nächsten Preiserhöhung? Schmalerer Frontscheinwerfer? Einen zusätzlichen Chromring um den Lüftungsschlitz im Innenraum? 2cm mehr Länge 3 cm mehr Breite? Es bleibt trotzdem ein Golf. Ein völlig überteuertes Auto zum weg schnarchen. Selten hat mich etwas mehr gelangweilt, als ein Golf.

Lutz

04.09.2012, 21:45 Uhr

VW ist mir mittlerweile auch zu muffig.

Für Lindenstrassen-Fans und Jauch-Gucker aber weiterhin das Nonplusultra.

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