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02.07.2013

10:01 Uhr

Volvo

Mit dem Duett kam der Kombi-Erfolg

Quelle:MID

Sein Name war Programm: "Duett" stand für "zwei Fahrzeuge in einem". Am 4. Juli 1953 feierte der Volvo "PV445 Duett" seine Premiere. Seitdem prägen Kombis das Gesicht der Marke aus Schweden.

Als orange lackierter Transporter für ein schwedisches Telekommunikationsunternehmen erlebte der Volvo "PV445 Duett" 1964 seinen dritten Frühling. PR

Als orange lackierter Transporter für ein schwedisches Telekommunikationsunternehmen erlebte der Volvo "PV445 Duett" 1964 seinen dritten Frühling.

KölnSein Name war Programm: "Duett" stand für "zwei Fahrzeuge in einem". Am 4. Juli 1953 feierte der Volvo "PV445 Duett" seine Premiere. Erstmals verbanden die Schweden die Konzepte eines leichten Nutzfahrzeugs mit dem eines vielseitigen Familientransporters. Seitdem prägen Kombis das Gesicht der Marke aus Schweden. Kinderräder statt Kartoffelkosten, Hundekörbchen statt Handwerksutensilien, in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts änderten sich die Transportbedürfnisse der Familien im erblühenden europäischen Wirtschaftswunder.

Die Vereinigten Staaten hatten die "Station Wagons" damals bereits auf breiter Front erobert. Kombis, ursprünglich als leichte Nutzfahrzeuge auf Basis bestehender Limousinen-Baureihen konzipiert, durften sich plötzlich als Familientransporter etablieren.

Der Volvo "PV445 Duett" gilt als Wegbereiter aller variablen Kombis mit Pkw-Eigenschaften. Der "Duett" basierte technisch auf dem Volvo "PV444", dem berühmten "Buckel-Volvo". Schon bei der Konzeption der Baureihe, Mitte der Dreißiger, legten die Verantwortlichen die Grundwerte fest, für die die Marke eigentlich bis heute steht: Zuverlässigkeit, solide Technik, gutes Platzangebot. Krieg und Materialknappheit verlagerten den Produktionsbeginn bis 1947. Ursprünglich planten die Schweden 8 000 Einheiten. Bis zum Produktionsende 1965 wurden es dann 440 000 Exemplare der zwischen 21 kW/29 PS und 61 kW/83 PS starken Limousine.

Anders als beim Volvo "PV444" war die Karosserie des Volvo "Duett" nicht selbsttragend, sondern ruhte auf einem robusten Rahmen, der hohe Nutzlasten vertrug. Passend dazu war die stabile Hinterachse blattgefedert, während das Kombiheck noch deutliche Ähnlichkeiten mit einem Kleintransporter aufwies und auch dessen Ladevolumen bot. Für den Volvo "Duett" war kaum etwas zu groß oder sperrig, weshalb ihm die schwedische Post 1997 mit einer eigenen Sonderbriefmarke ein spezielles Denkmal setzte. Es war ein Überschuss an Fahrgestellen, der zur Entwicklung des ersten Kombis für Arbeit und Freizeit führte.

Im Frühjahr 1952 hatten sich 1 500 Chassis angesammelt, die Volvo seit 1949 an unabhängige Karosseriebauer in Schweden und Amerika als Basis für Cabriolets, Lieferwagen, Transporter und Pick-ups vom Typ Volvo "PV445" lieferte. In dieser Situation traf der damalige Volvo-Chef Assar Gabrielsson die Entscheidung: "Wir müssen die Lagerbestände irgendwie loswerden und einfach unseren eigenen Transporter bauen". Nur ein Jahr gab Gabrielsson dem Entwicklungsteam dafür Zeit.

Schnell stieg die Nachfrage nach dem Kombi über die Produktionskapazitäten hinaus und damit verlängerten sich auch die Lieferzeiten. Teilweise lagen die Preise für einen jungen gebrauchten "Duett" sogar über denen der Neuwagen. Auch in Nordamerika begeisterten sich Familien für den in schicken zweifarbigen Lackierungen lieferbaren Kombi mit einem Interieur im Format damaliger Limousinen trotz kompakter 4,40 Meter Außenlänge.

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