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17.08.2012

11:35 Uhr

Von Kadett bis Astra

Opel feiert 50 Jahre Kompakt-Klasse

Quelle:MID

Opel beginnt mit der Auslieferung des modellgepflegten Astra. Die Kompakt-Baureihe der Rüsselsheimer startete 1962 mit dem ersten Nachkriegs-Kadett und feiert mit dem Facelift ein Kompakt-Jubiläum.

Düsseldorf1957 erhielt der damalige Opel-Chef-Ingenieur Karl Stief den Auftrag, einen Konkurrenten für den damals marktbeherrschenden VW Käfer zu entwickeln. Resultat war die erste Generation des Kadetts nach dem 2. Weltkrieg, eine moderne Konstruktion mit wassergekühltem 1-Liter-Vierzylinder-Motor mit 29 kW/40 PS in der Limousine und 35 kW/48 PS im Coupé. Der Kadett bot mehr Platz im Innenraum, eine bessere Sicht und einen mit 430 Litern um 170 Liter größeren Kofferraum als der VW Käfer.

Im August 1962 lief die erste zweitürige Limousine im neuen Werk Bochum vom Band. Von 1962 bis 1965 fertigten die Rüsselsheimer knapp 650.000 Kadett, die Preisliste startete bei 5.075 Mark. Der Käfer kostete 1962 als Standard-Modell mit 22 kW/30 PS 4.200 Mark.

Schon nach drei Jahren folgte die zweite Generation. Die Karosserie war nun zehn Zentimeter breiter und 18 Zentimeter länger, die Vielfalt der Karosserie-Varianten und Motoren stieg erheblich. Neue Motoren mit mehr Hubraum ab 1967 bedeuteten einen Leistungssprung. Das 1,7-Liter-Aggregat leistete 55 kW/75 PS, die 1,9-Liter-Variante gar 66 kW/90 PS. Alle Modelle ab 40 kW/55 PS waren mit Scheibenbremsen an den Vorderrädern ausgestattet.

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Die Erwartungen waren groß, die der Opel Rekord D ab dem Jahr 1972 erfüllen musste. Sein Vorgänger mit dem Kürzel "C" war sehr beliebt. Doch der Neue konnte noch einen draufsetzen.

Die dritte Generation ab 1973 blieb in den ersten Produktionsjahren technisch praktisch gleich. 1975 kam das Sportmodell Kadett GTE mit 1,9-Liter-Motor und 77 kW/105 PS, und ab 1977 mit 2,0-Liter-Motor und 85 kW/115 PS auf den Markt, der dem direkten Konkurrenten VW Golf GTI Paroli bieten sollte.

Der Wechsel zum Frontantrieb erfolgte 1979 mit der vierten Generation. 1982 kam als Reaktion auf die explosionsartig ansteigenden Verkäufe von Dieselfahrzeugen bei VW auch beim Kadett der erste Selbstzünder mit 40 kW/54 PS zum Einsatz. Knapp über zwei Millionen Kadetts verkaufte Opel zwischen 1979 und 1984.

Das erfolgreichste Modell mit knapp 3,8 Millionen verkauften Exemplaren zwischen 1984 und 1991 und etwa 60 Prozent Anteil an der Gesamtproduktion der Marke war die fünfte und letzte Generation des Kadett. Erneut veränderten die Hessen das Design radikal mit stark nach vorne abfallender Schnauze und wieder rundlicheren Formen. Die Motorenpalette umfasste sieben Benzinmotoren von 40 kW/55 PS bis zu 110 kW/150 PS und drei Diesel von 40 kW/55 PS bis 53 kW/72 PS. In Ostafrika vertrieb Opel den letzten Kadett bereits unter dem Namen seines Nachfolgers ab 1991: Opel Astra.

Die Karosserie des Astra gestaltete Opel nun noch runder und glatter. Bis zur Modellpflege 1994 hatte er mit technischen Mängeln bei Zahnriemen und Verteiler sowie der Lichtmaschine zu kämpfen, zudem war die Karosserie schlecht verarbeitet und fiel durch übermäßigen Rostbefall negativ auf. Die Motoren waren größtenteils die des Vorgängers, die Diesel-Aggregate stammten bis 1994 von Isuzu.

Der zweite Astra ab 1998 war zum Erfolg verurteilt. Seit Ende der 80er Jahre hatten ein wenig innovatives Design und Qualitätsprobleme zu einer negativen Imageentwicklung der Marke Opel geführt. Die zweite Generation punktete mit solider Verarbeitung, einem schnörkellosen Design und verkaufte sich europaweit rund vier Millionen Mal.

Er war das erste Opel Modell, das in Sachen Sportlichkeit von der Gründung des "Opel Performance Center" (OPC) 1997 profitierte. 1999 startete ein auf 3.000 Exemplare limitiertes Modell im Sportlerdress und einem 118 kW/160 PS starken 2-Liter-Motor. 2002 folgte die unlimitierte Version mit 2-Liter-Turbo und 147 kW/200 PS.

Der dritte Astra ab 2004 setzte den vor dem Jahrtausendwechsel eingeschlagenen Weg fort. Alle Diesel-Motoren ab 2004 waren Common-Rail-Direkteinspritzer mit Leistungen zwischen 59 kW/80 PS und 110 kW/150 PS, die GM in Kooperation mit Fiat entwickelt hatte.

Den neuen Astra bietet Opel nun in vier Karosserie-Varianten an: als Fünftürer, Kombi, GTC-Coupé und neu mit Stufenheck. Überarbeitet ist die Front bei allen Modellen im Stile des GTC mit flügelförmiger Chrom-Querstrebe, das Heck wirkt durch eine horizontale Chromleiste breiter. Zur Wahl stehen sieben Benziner, vier Diesel und ein Autogas-Modell, der Leistungsbogen spannt sich von 64 kW/87 PS bis 206 kW/280 PS. Ab Ende dieses Jahres wird zudem der 2.0-Liter-BiTurbo-CDTI-Vierzylinder mit 143 kW/195 PS aus dem Insignia erhältlich sein. Der Astra "Fun" als Fünftürer mit 1,4-Liter-Turbo-Benziner und 64 kW/87 PS kostet ab 14.490 Euro.

Beim aktuellen Astra setzte sich der Trend zu sparsameren Motoren weiter fort, auch im Hinblick auf die von der EU aufgestellten Obergrenzen. Opels Antwort heißt "Ecoflex", das nicht nur die Optimierung der Motoren betrifft, sondern einen Mix verschiedener Spritspartechnologien vereint, unter anderem Start/Stopp-System, Gewichtsreduzierung und geringere Luft- und Rollwiderstände. Die seit diesem Sommer erhältliche Top-Version OPC erhielt wiederum deutlich mehr Leistung, das 2-Liter-Turbo-Triebwerk leistet nun 206 kW/280 PS.

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