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30.04.2014

18:50 Uhr

Vor 20 Jahren verunglückte Ayrton Senna

Der ewige Held

VonFrank G. Heide

Er war ein sensibler und emotionaler Formel-1-Pilot. Aber auch ein harter Hund, der Gegner von der Strecke drängte. Kein Rennfahrer wird mehr verehrt, als der am 1. Mai 1994 tödlich verunglückte Ayrton Senna.

Archivfoto vom 1. Mai 1994: Ayrton Senna vor dem Start zum Großen Preis von San Marino in Imola. dpa

Archivfoto vom 1. Mai 1994: Ayrton Senna vor dem Start zum Großen Preis von San Marino in Imola.

DüsseldorfUm 14:17 Uhr scheint am 1. Mai 1994 die Welt plötzlich für einen Moment stillzustehen. Ayrton Senna, eine der charismatischsten Kultfiguren der Formel 1, ist mit seinem Williams Renault mit über 210 km/h fast frontal in die Begrenzungsmauer der Tamburello-Kurve in Imola gecrasht. Zunächst weiß niemand genau, was passiert ist. Aber viele spüren, dass sie in diesem Bruchteil einer Sekunde einen der besten Rennfahrer aller Zeiten verloren haben.

Es ist das schlimmste Wochenende, das die Formel 1 je erlebte. Zuerst verunglückt Sennas Landsmann, der junge Rubens Barrichello, an jenem Freitag schwer, dann stirbt der Österreicher Roland Ratzenberger nach einem Unfall am Samstag. Einer, der sich am stärksten betroffen fühlt, ist der dreimalige Weltmeister Senna, Überfigur der Formel 1, ein sehr emotionaler Mensch.

Senna fährt zu Ratzenbergers Unfallstelle. Als der 34-Jährige zurückkommt, ist er völlig erschüttert. Aber einen Tag später steigt er wieder ins Cockpit seines Williams. Senna, der mit der Balance seines neuen Wagens schwer zu kämpfen hat, wirkt vor dem Start des Großen Preis von San Marino in sich gekehrt, sein Blick an der Box geht ins Leere. Und dann, kurz nach Beginn der siebten Runde, der Aufprall, die Rote Flagge, Stille.

Mehr zum Thema

Buchtipp 1

"Ayrton Senna" von Autor Tom Rubython. 608 Seiten, Format 15x22,5 cm, gebunden mit Schutzumschlag. 29,90 Euro, Verlag Delius Klasing, Bielefeld.

Online-Lesetipp

Mehrteilige Serie von "Auto Motor Sport" mit Zeitzeugen-Interviews zum tragischsten Formel-1-Wochenende.

Filmtipp

"Senna" von Asif Kapadia, Großbritannien 2010, FSK ab 6 Jahre. Kritik und Homepage des Films.

Buchtipp 2

"Rivalen der Rennstrecke" von Elmar Brümmer und Ferdi Kräling. Die großen Duelle in der Formel 1. 160 Seiten, 109 Farbfotos, 90 S/W Fotos, Format 21,6 x 28,6 cm, gebunden mit Schutzumschlag, 2013 erschienen bei Delius Klasing

Filmtipp 2

"A Star Named Ayrton Senna",
Dokumentation von 1998, die im Gegensatz zu "Senna" von 2010 deutlich kürzer ist und mehr Privates zeigt.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Brasilianer die Königsklasse fast zehn Jahre lang geprägt. Wie sehr Senna ein knallharter Pilot war, gegen die Konkurrenz und vor allem gegen sich selbst, bewies das Rennen 1991 in Interlagos. Wegen eines Getriebeschadens konnte er die letzten sieben Runden nur im sechsten Gang fahren.

Die körperliche Anstrengung forderte ihren Tribut: Noch im Auto nach der Zieldurchfahrt wurde Senna ohnmächtig. Helfer lösen dem Entkräfteten die völlig verkrampften Finger vom Lenkrad. Später ist er erst nicht in der Lage ist, den Siegerpokal zu heben. Mit schmerzverzerrtem Gesicht stemmt er ihn dann doch.

Doch die Härte und Kompromisslosigkeit, die er im Zweikampf mit anderen Weltklasse-Piloten während seiner über 20-jährigen Karriere gerne zeigte, wich im Privaten einer großen Sensibilität, Nachdenklichkeit und Menschlichkeit. Diese außergewöhnliche Kombination von Charaktereigenschaften machte ihn zu einer Ausnahmeerscheinung, nicht nur im Formel-1-Zirkus.

„In menschlichen Dingen war Ayrton sehr mitfühlend, er hatte da nie diese Härte, die viele andere Männer zeigen“, sagt Ron Dennis, sein früherer Teamchef bei McLaren. In Filmdokumentationen sieht man ihn weinen, wenn Konkurrenten verunglücken.

Für viele war er der Beste

Und Senna war ein Volksheld, ein Hoffnungsträger Brasiliens. Eine von seiner Schwester geführte Stiftung kümmert sich bis heute um unterprivilegierte Kinder und Jugendliche. Und bis heute sagen viele Formel-1-Fahrer, er sei für sie das größte Vorbild, und der „kompletteste“ und schnellste Motorsportler. Der brasilianische Nationalheld sei „a driver's driver“, hieß es im britischen Auto-TV-Magazin „Top Gear“.

Wegen seiner überlegenen Fahrweise bei Regen, bekam Senna bei Lotus den Spitznamen „The Magic“. Für Nikki Lauda war er der beste Rennfahrer, der je gelebt hat, für David Coulthard, war „Senna Gott, ich der Lehrjunge“, und Gerhard Berger sagte: „Wenn ich alle Rennfahrer vergleiche, die ich kennengelernt habe, dann war Senna der charismatischste und der beste. Mit Abstand. Keiner war so schlau, so ehrgeizig, so konzentriert.“

Kommentare (2)

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30.04.2014, 20:21 Uhr

Entweder man mochte ihn oder man mochte ihn nicht. Dazwischen lag fast nichts.
Unbestritten ist aber, dass Ayrton Senna neben seinen sehr guten fahrerischen Fähigkeiten vor allem zwei Dinge hatte. Charisma und Mut!!! Mut auf allen Ebenen der Formel 1. Legendär sein Fahreraufstand gegen den als Diktator bekannten F1 Präsidenten Jean-Marie Balestre der als Franzose natürlich Prost bevorzugte.
Für mich ist er mit Schumacher auf eine Stufe zu stellen. Man bedenke es war damals auch eine andere Zeit. Die F1 war lebensgefährlich. Erst nach Sennas Tod hat vor allem Schumi mit für die Sicherheit der heutigen F1 gesorgt.

Sein Tod hat mich damals am Fernseher wirklich berührt. Man konnte es irgendwie nicht glauben.

Account gelöscht!

30.04.2014, 20:41 Uhr

..."zum Glück war es Beton", um die deutsche Betonindustrie mal auf eine ihrer Werbekampagnen aufmerksam zu machen, wie es weiland das Spottblatt Titanic bereits getan hatte.

heute muss das natürlich anders heißen und die Baustoffindustrie hat ganz gewiss auch dafür etwas impetto:

Neues Bauen: früher Zerfall und später Tod: wir bleiben was wir sind: Ihre Bauindustrie.

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