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28.01.2005

08:16 Uhr

Vor allem Ältere sind unsicher und übervorsichtig

Schleichende Schulmeister auf der Autobahn

„Schleicher“ - wenn er dieses Wort nur hört, gerät Rainer Bernickel schon in Rage. Für den Verkehrssicherheitsberater des Automobilclubs ACE sind die Langsamfahrer auf deutschen Autobahnen ein echtes Ärgernis. „Wenn sie links oder auf der mittleren Spur fahren, gefährden sie sich und andere“, sagt Bernickel, der im Hauptberuf Autobahnpolizist ist.

HB GOSLAR. Bei vielen Unfällen, die Rasern oder Dränglern zugeschrieben werden, hätten Langsamfahrer zumindest eine Mitschuld, erklärte auch der Vorsitzende der Deutschen Verkehrsanwälte, Hans-Jürgen Gebhardt, beim Verkehrsgerichtstag in Goslar.

Hermann Fedrowitz vom ADAC geht noch einen Schritt weiter. Probleme mit „Kriechern“ gebe es nicht nur auf Schnellstraßen, sondern auch innerorts: „Langsamfahrer rufen bei vielen anderen Verkehrsteilnehmern Aggressionen hervor. Wer zum Beispiel in einer Tempo-50-Zone 49 fährt, provoziert dadurch mitunter riskante Überholmanöver.“ Viele „Schleicher“, meint Fedrowitz, wollten durch ganz exaktes Einhalten von Tempolimits erzieherisch wirken.

Eine solche Einstellung sei gefährlich, sagt ADAC-Sprecher Dieter Wirsich. Die Folgen solcher „erzieherischer Maßnahmen“: Behinderungen, Unfälle, Staus, höhere Umweltbelastung und mehr Lärm durch Bremsen und Anfahren.

„Schulmeisterei ist eine ganz schlimme Sache, die im Straßenverkehr nichts zu suchen hat“, sagt auch der Vorsitzende des deutschen Fahrlehrerverbandes, Gerhard von Bressendorf. Wer auf einen solchen „Oberlehrer“ trifft, solle sich unter keinen Umständen provozieren lassen und Abstand zu ihm halten.

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