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01.04.2014

04:29 Uhr

Vor Anhörung

General Motors startet neuen Millionen-Rückruf

Kurz vor einer Anhörung im US-Kongress musste GM einen weiteren Rückruf starten. Der Chef der Regulierungsbehörde dürfte die neue Chefin des Autoriesen wegen der tödlichen Pannenserie gehörig ins Schwitzen bringen.

Pontiac ist eine der Marken, die vom neuesten GM-Rückruf betroffen sind. Reuters

Pontiac ist eine der Marken, die vom neuesten GM-Rückruf betroffen sind.

DetroitDer US-Autobauer General Motors weitet seine aktuellen Rückrufaktionen abermals aus. Diesmal beorderte GM mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge wegen Problemen mit der Servolenkung in die Werkstätten. Bei den Autos könne diese Funktion plötzlich ausfallen, teilte GM am Montag mit. Die Pkw könnten weiter gesteuert werden, die Fahrer müssten aber mehr Kraft aufwenden.

Seit Jahresbeginn rief der Konzern damit insgesamt fast 6,3 Millionen Fahrzeuge zurück. Bei den anderen Autos machten defekte Zündschlösser Probleme. Die Kosten belaufen sich GM zufolge auf bis zu 750 Millionen Dollar im ersten Quartal. In der Anhörung wird sich die Chefin des Autokonzerns, Mary Barra, entschuldigen: „Ich bin zutiefst betrübt“, heißt es in einer vorab verbreiteten Rede, die die Managerin am Dienstag vor einem US-Kongressausschuss halten wollte. Darin betont sie, sie dringe auf eine rückhaltlose Aufklärung der Vorfälle. Die Anhörung mit Barra beginnt um 20.00 Uhr MEZ.

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Bei der Anhörung in Washington geht es vor allem um die Frage, ob das Problem und die Rückrufaktion über Jahre verschleppt wurden. Eine weitere Anhörung vor einem Senatsausschuss steht am Mittwoch bevor.

„Sobald ich von dem Problem erfahren habe, haben wir ohne Zögern gehandelt“, heißt es in Barras Redemanuskript weiter. „Wir haben der Welt erklärt, dass es ein Problem gibt, das gelöst werden muss.“ GM werde sich vor der Verantwortung nicht davonstehlen. Die 52-Jährige ist erst seit Januar GM-Chefin, gehörte aber bereits zuvor zur Führungsspitze des Konzerns.

„Beunruhigendes Bild“

Dem Kongress liegen insgesamt 235 000 Seiten Ermittlungen zu dem Fall vor. Eine erste Einschätzung fällt düster aus: „Obwohl wir die Dokumente erst seit weniger als einer Woche haben, zeichnen sie ein beunruhigendes Bild“, heißt es in einer Stellungnahme des Ausschuss-Vorsitzenden Fred Upton und des Vorsitzenden des Ermittlungsausschusses, Tim Murphy.

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Auch David Friedman, der die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA überwacht, muss sich dem Vorwurf stellen, dass die tödliche Gefahr nicht rechtzeitig erkannt wurde. 2007 hatte sich die Behörde entschieden, keine Untersuchungen aufzunehmen, obwohl es bereits tödliche Crashs und Beschwerden gab. Seinem Redetext zufolge wird er aussagen, dass der Autobauer der Behörde bis vergangenen Februar wichtige Informationen vorenthalten habe.

GM wusste nach eigenen Angaben seit Jahren von Problemen mit der Zündung, beorderte aber erst 2014 Autos in die Werkstätten. Bei Unfällen, die durch den Fehler verursacht wurden, kamen GM zufolge mindestens 13 Menschen ums Leben. Verbraucherschützer gehen von rund 300 Todesfällen aus.

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