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10.01.2012

10:34 Uhr

Vorschau VW Jetta Hybrid

Der Prius von Volkswagen

Quelle:mid

Mit dem Jetta bringt Volkswagen Anfang des nächsten Jahres das erste deutsche Hybrid-Modell auf den Markt, das auch für den Durchschnittsverdiener erschwinglich ist. Damit greift VW den Marktführer Toyota Prius an.

Mit dem Jetta bringen die Wolfsburger Anfang des nächsten Jahres das erste deutsche Hybrid-Modell auf den Markt, das auch für den Durchschnittsverdiener erschwinglich ist. VW

Mit dem Jetta bringen die Wolfsburger Anfang des nächsten Jahres das erste deutsche Hybrid-Modell auf den Markt, das auch für den Durchschnittsverdiener erschwinglich ist.

DetroitBeim Wort Hybrid denken die meisten Autofahrer wohl zuerst an Toyota. Das wundert wenig. Schließlich bieten die Japaner seit nun fast 15 Jahren ihr Erfolgsmodell Prius an. Die Limousine fährt mittlerweile in ihrer dritten Generation und wurde weltweit über zwei Millionen Mal verkauft. In seinem Heimatland führt der Prius die Zulassungsstatistik für Neuwagen an, doch absolut am meisten fahren in Kalifornien. Wer in Los Angeles oder Santa Barbara gedankenlos die Straße überquert, hat gute Chancen, von diesem Ökoauto erfasst zu werden.

Von solchen Szenarien ist man hierzulande meilenweit entfernt. Hybridmodelle spielen in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle. Der Marktanteil liegt bei homöopathischen 0,4 Prozent und das hat seinen Grund vor allem darin, dass die deutschen Hersteller bislang nur Hybridmodelle anbieten, die für den Ottonormalverbraucher in unerreichbaren Sphären liegen. Das günstigste Modell ist der Audi Q5 für knapp 54.000 Euro. Die Preisspitze markieren der Porsche Panamera und der BMW Siebener mit deutlich über 100.000 Euro. Es bedarf schon einer besonderen Form von grünem Bewusstsein, hier schwach zu werden.

Den Trend ändern könnte – wieder einmal – Volkswagen. Mit dem Jetta bringen die Wolfsburger Anfang des nächsten Jahres das erste deutsche Hybrid-Modell auf den Markt, das auch für den Durchschnittsverdiener erschwinglich ist. Exakte Preise nennt VW logischerweise noch nicht. Doch dürfte der Jetta Hybrid nur wenig über einem vergleichbaren Toyota Prius liegen und somit bei rund 27.000 Euro starten. Ein paar Monate früher sind die Amerikaner dran. Hier beginnt der Verkauf bereits im November. Jonathan Browning, Chef der Volkswagen Group of America, glaubt, mit dem Jetta Hybrid den Absatz deutlich steigern zu können. Derzeit verkauft VW jährlich in den USA über 150.000 Jetta, gegenüber 97.000 Einheiten in 2010. Das Kompaktmodell macht damit gut die Hälfte des Gesamtabsatzes aus. 25 Prozent der Kunden entscheiden sich bei der Motorisierung mittlerweile für einen Clean Diesel.

Ähnlich groß dürfte der Zuspruch beim Jetta Hybrid sein, den VW als eines der „effizientesten Automobile der Welt“ bezeichnet. In Kombination arbeiten unter der Haube ein 1.4-TSI-Vierzylinder mit 150 PS und ein Elektromotor mit 27 PS. Technisch gilt der Antrieb als Parallel-Full-Hybrid und soll nach amerikanischem Verbrauchsstandard im kombinierten Zyklus (Stadt/Highway) 45 Meilen pro Gallone (3,78 Liter) schaffen. Dies wären umgerechnet 5,2 Liter pro 100 Kilometer. Den Wert, den Toyota für seinen Prius angibt, erreicht der Jetta damit allerdings nicht. Der Japaner kommt mit der gleichen Spritmenge noch fünf Meilen weiter.

Kommentare (2)

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Blockkofferraumautos

11.01.2012, 06:46 Uhr

US-Amerikaner lieben diese klassischen Kofferraumautos. So überrascht die JETTA-Hybrid-Initiative nicht. Ob allerdings auch die Qualität das PRIUS-Niveau erreichen wird, ist eine wichtige Frage. Hier sind sicher noch Herausforderungen vorhanden.
Für deutsche Konsumenten ist ein Jetta-Hybrid aber so preislich entfernt, wie eine exklusive Superkreuzfahrt. Was in den USA unter 18.000 Euro kostet dürfte hier unter 30.000 Euro kosten.

Kommt die Hybridisierung schneller, dürfte die Erdgasalternativen vielleicht eine schlechtere Absatzzukunft haben. Aber es gibt sie immerhin: die Erdgasautos ... und viele Hersteller haben welche im Programm. Einen VW UP soll es 2012 auch in einer Erdgasversion geben.

Eigentlich müßten jetzt auch die Ein- bis Zweizylinderantriebe bei den motorisierten Zweirädern einen Entwicklungssprung im Verbrauch vollziehen. Hier ist die Geschwindigkeit zu langsam. Andererseits interessiert es hier wohl die Kunden am wenigsten. Aber auch hier dürfte die Hybridisierung einziehen; bei den kleineren Modellen (die 50er) sogar die Elektrifizierung.

Interessant wird auch werden, welche Range-Extender-Technologie sich bei den Elektroautos und seriellen Hybridautos durchsetzen wird. Ob es ein konventioneller 3- oder 2-Zylinder werden wird, der noch aus der Entwicklungsepoche der klassischen Benzinmotoren stammt oder ein modifizierter Trockenschmierungsmotor aus dem Zweiradbereich pder gar ein Wankelrotationsmotörchen. Vielleicht kommt es zu einer Art Wiedergeburt des Wankelkonzeptes, der die E-Generator nötige Rotationsbewegung bereits (ungeplant) in seinen Genen trägt.

thinkonyourfeet

10.01.2013, 22:25 Uhr

Die Deutschen sind auf dem Gebiet HYBRID genau 15 Jahre hintennach. Und der Vorsprung ver Japaner wird - so scheint es - immer größer.
Dazu kommt noch, dass Toyota einfach perfekte Qualität liefert, während VW vergleichsweise klapprige Kisten baut.
Ich wünsche mir, dass sich das in den nächsten Jahren ändert, weil ich ein VW-Fan bin. Aber als solcher hat man es nicht leicht, heutzutage.
Und was Hybrid betrifft: Heute würde ich so ein Auto nur von Toyota nehmen. Die sind schließlich die Fachleute, und VW ist auf diesem Gebiet ein Bastlerbetrieb...

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