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16.02.2012

08:27 Uhr

VW e-Up kommt nächsten Sommer

Der Wegbereiter für den Elektro-Golf

Quelle:dpa

Es hat wie immer bei VW ein bisschen länger gedauert. Doch jetzt machen auch die Wolfsburger ihr erstes elektrisches Serienauto startklar: Im Sommer 2013 geht der e-Up ins Rennen. Und er wird es nicht leicht haben.

Wird im Sommer 2013 von VW ins Rennen geschickt: der elektrisch betriebene e-Up. PR

Wird im Sommer 2013 von VW ins Rennen geschickt: der elektrisch betriebene e-Up.

BerlinEr soll gegen Akkuautos wie den Mitsubishi i-Miev, den Nissan Leaf und den Smart ed antreten: der e-Up. Der Fünftürer von VW soll zugleich einer batteriebetriebenen Variante des Golf den Boden bereiten. Das Ökoauto bietet viele Vorteile, könnte aber an seinem hohen Preis scheitern.

Von außen unterscheidet sich der e-Up nur wenig vom Serien-Up. Untrügerisches Merkmal: der Auspuff fehlt. PR

Von außen unterscheidet sich der e-Up nur wenig vom Serien-Up. Untrügerisches Merkmal: der Auspuff fehlt.

Der e-Up basiert auf dem Fünftürer, der in diesem Frühjahr vorgestellt wird. Von außen unterscheidet er sich von den konventionellen Varianten nur durch ein paar Designdetails. Eine neue Frontschürze mit markanten LED-Leuchten zum Beispiel soll zum Erkennungsmerkmal aller elektrischen VW-Modelle werden. Fürs erste jedoch haben die Ingenieure den Antrieb von Morgen in ein Auto von heute eingebaut. Der Prototyp für die ersten Testfahrten ist deshalb im Stand nur an seinen bunten Aufklebern als Elektroauto zu erkennen - und am fehlenden Auspuff.

Mit dem Lithium-Ionen-Akku kommt der e-Up etwa 150 Kilometer weit - jedoch nur bei idealen Bedingungen. Danach muss das Elektroauto an die Steckdose. dpa

Mit dem Lithium-Ionen-Akku kommt der e-Up etwa 150 Kilometer weit - jedoch nur bei idealen Bedingungen. Danach muss das Elektroauto an die Steckdose.

Sobald man den Motor anlässt, sieht die Sache anders aus. Vielmehr: Sie hört sich anders an. Denn wo beim Serien-Up ein Dreizylinder knattert, hört man beim e-Up erstmal nichts. Nur ein Schriftzug im Display signalisiert die Fahrbereitschaft. Die Geräuschkulisse ändert sich auch nicht, wenn man auf das Gas- oder vielmehr Strompedal tritt: Gespenstisch leise setzt sich der Kleinwagen in Bewegung. Erst bei höherem Tempo hört man Windrauschen und das Rollen der Reifen.

Der e-Up fährt sich im Stadtverkehr sportlich, stößt jenseits des Ortsschildes jedoch an seine Grenzen. dpa

Der e-Up fährt sich im Stadtverkehr sportlich, stößt jenseits des Ortsschildes jedoch an seine Grenzen.

Dass der e-Up ein Ökoauto ist, merkt man beim Fahren nicht: Mit immerhin 60 kW/82 PS und vor allem 210 Newtonmeter Drehmoment - wie immer bei einem E-Motor ab der ersten Umdrehung zum Abruf bereit - geht es schnell zur Sache. Beim Ampelstart quietschen schon mal die Reifen, im Stadtgebiet bietet der e-Up sogar dem Golf GTI Paroli. Erst jenseits des Ortsschildes tut das Umweltauto sich so schwer, dass es bis Tempo 100 fast 14 Sekunden braucht. Mit Rücksicht auf die Reichweite hat VW das Spitzentempo auf 130 km/h limitiert.

Der rund 240 Kilo schwere Akku ist unter den Rücksitzen montiert. Dadurch leidet der Kofferraum des Fünftürers nicht. PR

Der rund 240 Kilo schwere Akku ist unter den Rücksitzen montiert. Dadurch leidet der Kofferraum des Fünftürers nicht.

Kommentare (5)

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Mollemopp

16.02.2012, 13:06 Uhr

Die Rechnung geht nur für die geistig Verwirrten unter uns auf. Denen sollte man allerdings bei dieser Art von Behinderung doch besser den Führerschein abnehmen.

Ich bezahle also für den Benziner 13.000 Euro weniger, als für das E-Modell. Gehen wir davon aus, dass der Durchschnittsverbrauch bei ungünstigen 6 l pro 100 km liegt und der Sprit von mir aus 1,80 Euro pro l kostet. Dann kosten mich 100 km 10,80 Euro an Benzin. Ich kann den Wagen mit Benzin also 120.000 km fahren bis ich die Kosten des nackten E-Modells, ohne selbigen bewegt zu haben, erreicht habe. Damit sich das rechnet, müsste ich aber dann für meinen E-Up erstens die Stromkosten für 120.000 km umsonst haben und zweitens müsste der Akku die 120.000 km überhaupt erleben. Gehen wir von einer ungeschönten Reichweite von 100 km aus, dann muss ich den Wagen 1.200 mal laden, um die genannte km-Leistung zu erreichen. Bei einer Schnellladezeit von einer halben Stunde sind das 600 Stunden Ladezeit. Das sind 25 Tage Ladezeit für 120.000 km. Bei den 5 Stunden Normalladezeit sind das 6.000 Stunden Ladezeit und entsprechend 250 Tage laden für 120.000 km!! Ich wünsche allen Weltenrettern viel Spaß beim Kauf. Aber nicht wundern, wenn Piech, Merkel usw. trotzdem weiterhin mit ihren V8-Motoren an euch vorbeirauschen, während ihr wartend an euren Ladesäulen steht. Und nicht traurig sein, wenn ihr in der Innenstadt von Fußgängern überhört werdet, wegen dem fehlenden Motorgeräusch. Spätestens nach dem 3. Überfahrenen ist eure Psyche abgehärtet und ihr braucht dann keine Notfallseelsorge mehr.

VW_VersuchsWagen

16.02.2012, 14:16 Uhr

"Der Wegbereiter für den Elektro-Golf"

Oder doch besser: Der Wegbereiter zur grenzenlosen Abzocke.
Schon der normale up ist doch völlig überteuert. Die 9.850 Euro sind doch nur ein Pseudowert. Spätestens mit den Überführungskosten sind die 10.000 Euro überschritten. Dann noch ein bisschen Minimalzusatzausstattung damit man als Autofahrer und Kunde noch halbwegs menschenwürdig durchs Leben kommt und schon sind wir locker über 12.000 Euro. Naja das nackte Blech innen bekommt man noch nicht mal zum Aufpreis verkleidet. An diesem up verdient sich VW dumm und dämlich. Ich schätze mal die reinen Produktionskosten bei 3.500 Euro. Der Händler darf dann vielleicht noch 400 Euro daran verdienen. Der Rest des Gewinns geht in die Konzerntasche. Menschen, die so ein Ding fahren oder noch schlimmer sogar gekauft haben, vor denen habe ich jeglichen Respekt verloren. Ich stelle sie auf eine Stufe mit Smart-Fahrern. Eines ist klar. Für Dummheit muss man keine Strafe einführen. Wer so ein Ding kauft, hat für seine Dummheit bereits Strafe gezahlt. Mit dem Kauf eines Elektroautos wird die Strafe für Dummheit verdoppelt.

Account gelöscht!

07.03.2012, 21:16 Uhr

@Mollemopp
Ich stelle mir gerade vor, wie Sie Ihren Urlaub vor der Steckdose verbringen :) Die Erholung wird aber dahin sein, wenn Sie von unseren Verwaltern erfahren, dass Sie zB. Grundsteuer, MWSt und andere Abgabeerhöhungen zu Schultern haben. Warum? Weil in Ihrer Kalkulation die entgangenen Mineralösteuern fehlen, und die müssen schließlich ausgeglichen werden.
Bei einem Preis von 1,68 liegt der Mineralösteueranteil mit Mehrwertsteuer (13%) bei 0,93€. In Ihrem Beispiel sind das 7.200 L x 0,93 = 6.696 €.
Man könnte das auch Subvention nennen.

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