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05.09.2011

14:39 Uhr

VW Einsitzer-Studie Nils

Die Seifenkiste für den modernen Pendler

Quelle:mid

Audis Urban Concept ist nicht der einzige Kabinenroller, den der VW-Konzern auf der IAA zeigt. Nils heißt das zweite Forschungsfahrzeug, das sich ebenfalls an eine urbane Kundschaft richten soll.

Nils, so heißt der Regenumhang auf Rädern. Angeblich reiche den meisten Berufspendlern ein Einsitzer, behauptet VW. dpa

Nils, so heißt der Regenumhang auf Rädern. Angeblich reiche den meisten Berufspendlern ein Einsitzer, behauptet VW.

Wolfsburg/DüsseldorfFahren wir in ein paar Jahren wirklich in derartigen Seifenkisten umher? Das Erbe der Messerschmitt Kabinenroller scheint die Autobranche mit einigen Jahren Pause immer wieder zu beschäftigen. Auf der Internationalen Automobilausstellung gibt es mit dem Audi Urban Concept aus dem Volkswagen-Konzern nicht nur eine Rennzigarre zu bestaunen. Auch Volkswagen zeigt mit dem Forschungsfahrzeug Nils, wie das Auto der urbanen Zukunft aussehen könnte.

Nils tankt: Das Elektromobil mit 34 PS soll auch an der Haushalts-Steckdose aufladen können. Pressefoto

Nils tankt: Das Elektromobil mit 34 PS soll auch an der Haushalts-Steckdose aufladen können.

Während der Kabinenroller von Audi ein Zweisitzer ist, hat im 3,04 Meter langen Nils nur für eine Person Platz. Die 460 Kilogramm schwere Karosserie wurde aus ebenso leichtem wie hochfestem Aluminium gefertigt. Optische Höhepunkte der Zukunftsstudie sind die frei stehenden Räder und die Flügeltüren, über die der Einsitzer sich auch in engen Parklücken problemlos besteigen lässt.

Neben Airbags und ABS bietet das kleine Forschungsvehikel Notbremsassistent und Abstandstempomat. Aber keinen Stauraum. Pressefoto

Neben Airbags und ABS bietet das kleine Forschungsvehikel Notbremsassistent und Abstandstempomat. Aber keinen Stauraum.

Hinter dem Einzelsitz befindet sich neben der Batterie ein 15 Kilowatt starker Elektromotor mit 130 Nm maximalem Drehmoment. Über dieser Antriebseinheit befindet sich ein kleiner Laderaum für kleinere Einkäufe oder eine Tasche. Kurzzeitig sollen beim VW Nils bis zu 25 Kilowatt Leistung (34 PS) abrufbar sein. Die maximale Reichweite soll bei 65 Kilometern liegen und wer will, kann eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h erzielen.

An der Haushaltssteckdose lässt sich die Studie innerhalb von zwei Stunden wieder aufladen, bevor sie in der überfüllten Innenstadt ihre Kreise zieht. Neben Airbags und ABS bietet das kleine Forschungsfahrzeug unter anderem Notbremsassistent und einen Abstandstempomaten. Während der Fahrt in der City wird der Fahrer von einer herausnehmbaren Bedieneinheit eines Infotainment-Systems unterhalten, die alle wichtigen Informationen über Fahr- und Ladezustand des Einsitzers liefert.

Zukunftsstudie VW Nils mit frei stehenden Räder: Die Flügeltüren sollen den Zustieg auch in engen Parklücken ermöglichen. Pressefoto

Zukunftsstudie VW Nils mit frei stehenden Räder: Die Flügeltüren sollen den Zustieg auch in engen Parklücken ermöglichen.

Der Einsitzer ist von Rad zu Rad 1,39 Meter breit und knapp 1,20 Meter hoch. Die eher fragile Optik des Autos täuscht: Der Wagen erfüllt alle Crash-Normen und hat zahlreiche Assistenzsysteme an Bord, betont der Hersteller. So hält er automatisch Geschwindigkeit und Abstand und kann dank Lasersensoren vor einer drohenden Kollision automatisch eine Vollbremsung einleiten.

Mit der heutigen Vorstellung von einem Auto hat Nils nicht mehr viel gemein. Doch glaubt man der VW-Marktforschung, würde so ein Einsitzer den meisten Kunden genügen: Demnach nutzen 60 Prozent aller Pendler das Auto. 90 Prozent davon sind alleine unterwegs, und mehr als 70 Prozent legen zwischen Wohnung und Büro nicht mehr als 25 Kilometer zurück. Dennoch hat der Nils einem VW-Sprecher zufolge noch keine Serienchancen: "Das ist ein reines Forschungsprojekt, auf dessen Umsetzung wir noch lange warten müssen."

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