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19.08.2012

12:47 Uhr

VW Golf VII

Neuauflage der Kompakt-Legende

Quelle:dpa

Jeder Modellwechsel bei VW ist ein Ereignis - beim Golf gilt das umso mehr. Der Fahrzeugtyp ist ein Mythos. Nun steht die siebte Generation des Wolfsburger Bestsellers vor ihrer Premiere. Die Erwartungen sind hoch.

Schnappschüsse von getarnten Golf-Erlkönigen sind im Internet schon massenhaft zu finden, lange vor der offiziellen Premiere des Kompaktwagen-Bestsellers auf dem Pariser Autosalon.

Schnappschüsse von getarnten Golf-Erlkönigen sind im Internet schon massenhaft zu finden, lange vor der offiziellen Premiere des Kompaktwagen-Bestsellers auf dem Pariser Autosalon.

HannoverGehütet wie ein Staatsgeheimnis dreht die jüngste Golf-Generation als Erlkönig bereits ihre Runden. Im VW-Stammwerk Wolfsburg und in Zwickau hat die Produktion des Bestsellers begonnen - doch genaue Informationen zu Aussehen und Innenleben des Golf 7 sind nach wie vor Mangelware. Sicherheitsdienste, strenge Auflagen und Geheimhaltungsklauseln umgeben das vorsichtige Lüpfen des Vorhangs. Die wichtigste VW-Modellneuheit in diesem Jahr will Europas größter Autobauer offiziell erst am 4. September bei der Weltpremiere in der Berliner Neuen Nationalgalerie präsentieren.

Was hinter VWs modularem Querbaukasten (MQB) steckt

Was ist der MQB?

Hinter der etwas kryptischen Bezeichnung "Modularer Querbaukasten" (kurz: MQB) verbirgt sich ein neues Plattformkonzept von Volkswagen, das die Fahrzeug-Produktion vereinheitlichen und in mehr als 40 Modellen von VW, Audi, Skoda und Seat Vorteile bei der Produktion mit sich bringen soll.

Die ersten Modelleaus dem MQB sind der neue Audi A3 und der VW Golf der 7. Generation, der im September auf dem Pariser Autosalon vorgestellte wird.

2. Was ändert sich?

VW-Fahrzeuge sollen leichter werden, innen mehr Platz bieten, sowie mehr Sicherheit und verbrauchsgünstigere Motoren erhalten. Der MQB bietet die Möglichkeit neben Benzinern oder Dieseln auch alternative Antriebe wie Erdgas, Hybrid oder Elektro-Antriebskomponenten in identischer Lage einzubauen.

Daneben verbindet der MQB vereinheitlichte Technikmaße wie den Abstand zwischen Gaspedal und der vorderen Radmitte mit variablen Parametern, wie etwa beim Radstand, den Spurbreiten und den Radgrößen. Auf diese Weise kann der MQB also auf verschiedene Fahrzeuge übertragen werden.

3. MQB und Golf VII

Ein Merkmal des MQB: Die Vorderräder werden um bis zu vier Zentimeter (in der Kompaktklasse) nach vorne verlegt. Neben mehr Platz innen soll so mehr Schutz für die Insassen drin sein. Wegen der Verwendung von gewichtsoptimierten Bauteilen, wird außerdem der neue Golf nur noch so viel wiegen wie ein Golf der 4. Generation. Im Durchschnitt werden alle auf dem MQB basierenden Fahrzeuge mindestens 40 Kilo leichter sein als ihre direkten Vorgänger.

4. Neue Motoren

VW hat im Zuge der Einführung des MQB auch eine neue Generation von Motoren entwickelt. Die bauen künftig kompakter, nehmen also weniger Platz einnehmen und sind gleichzeitig sparsamer. Durch Verwendung von Aluminium verliert z.B. der 1,4-Liter-Benziner mit 122 PS mehr als 20 Kilo. Beim Minderverbrauch sollen bis zu zehn Prozent drin sein.

Der Vierzylinder-TSI-Benzinmotor mit 1,2 Litern Hubraum leistet 85 oder 105 PS, das 1,4-Liter-Aggregat wird mit 122 oder 140 PS Leistung erhältlich sein. Das maximale Drehmoment beträgt 165 und 175 Nm bei den 1,2-Liter-Motoren, die beiden 1,4-Liter-Varianten bringen es auf 200 und 250 Nm ab einer Drehzahl von 1.400U/min.

Die neuen Dieselmotoren kommen mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum und leisten zwischen 90 und 190 PS. Das maximale Drehmoment reicht von 250 bis 380 Nm. Auch die Selbstzünder sollen beim Verbrauch deutlich sparsamer werden und die ab September 2014 geltende Euro-6-Norm erfüllen.

5. Neue Technik

Neu ist die Zylinderabschaltung, die im 1.4 TSI Premiere feiert. Zwei der vier Zylinder werden immer dann abgeschaltet, wenn der Fahrer in einem Drehzahlbereich zwischen 1.250 und 4.000 U/min. unterwegs ist und das Drehmoment zwischen 25 und 100 Nm liegt. Im Normzyklus soll diese Technik zu einer Verbrauchsersparnis von 0,4 L/100 km führen.

Bei den neuen Motoren wird der Zylinderkopf gedreht, so ist die Ansaugseite zur Fahrzeugfront und die Abgasseite zur Fahrgastzelle gerichtet. Dadurch kann eine einheitliche Verbindung zwischen Motor und Getriebe realisiert werden, die es erlaubt, alle Motoren mit dem gleichen Getriebe zu koppeln.

Mit der nach hinten geneigten Einbaulage im Winkel von zwölf Grad können auch Antriebsstrang und Antriebswellen vereinheitlicht werden.

6. Vorteile für den Konzern

Standardisierung von Bauteilen, Maßen und Produktionsabläufen senkt Kosten und reduziert Fertigungszeiten. Der MBQ soll aber auch die Flexibilität bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge erhöhen, so lassen sich z.B. Nischen schneller bedienen.

Für VW ist beides wichtig, angesichts des harten weltweiten Wettbewerbs unter den Autobauern vor allem in den volumenstarken Segmenten Kleinwagen, Kompakt- und Mittelklasse.


Inoffiziell erhalten Journalisten am Dienstag erste Einblicke. Es ist eine behutsame Weitergabe von Informationen. Denn das Modell hat für den Konzern enorme Bedeutung. Der Kompaktwagen soll nicht nur den Marktanteil der VW-Kernmarke im Wettrennen mit der asiatischen Konkurrenz von Toyota und Hyundai ausbauen - sondern auch die Erfolgsgeschichte eines der wichtigsten Konzernmodelle fortschreiben und damit zehntausende Arbeitsplätze sichern. Seit der Golf 1974 auf den Markt kam, bestimmte er eine ganz eigene Klasse: die der Kompaktwagen.

„Bisher wurden mehr als 26 Millionen Exemplare von ihm verkauft“, sagt der zuständige VW-Sprecher Bernd Schröder zum meistgebauten Volkswagen. Der Golf knüpfte nahtlos an den Erfolg des Käfers an und überrundete ihn schnell als eines der erfolgreichsten Modelle aller Zeiten. Als Marktführer in einem extrem umkämpften Segment war er auch Wegbegleiter einer ganzen Generation.

Bereits bekannt ist, dass er der neue VW Golf wie der Audi A3 nach dem Konzept des Modularen Querbaukastens, kurz MQB, gebaut wird.

Bereits bekannt ist, dass er der neue VW Golf wie der Audi A3 nach dem Konzept des Modularen Querbaukastens, kurz MQB, gebaut wird.


„Der Golf war immer ein Auto, das klassenlos ist. Es ist zugleich eins der wenigen Fahrzeuge, die ihrer Ursprungsform weitgehend treu geblieben sind“, sagt Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Selbst wenn die Bedeutung des Golf durch Konkurrenz auch aus dem eigenen Hause schrumpft und er nicht mehr das meistgebaute Autos des Konzerns ist.

„1995 bescherten VW 350.000 verkaufte Golf in Deutschland einen Marktanteil von 54 Prozent, heute liegt er mit rund 200.000 verkauften Fahrzeugen bei rund 28 Prozent“, sagt Dudenhöffer.

Evolution statt Revolution lautet beim Design das große Motto. Man will die Kundschaft nicht verschrecken, und schließlich haben sich die Vorgänger ja prächtig verkauft.

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Kommentare (8)

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Sueddeutscher

19.08.2012, 13:13 Uhr

Wer einen VW oder Audi kauft ist selbst schuld. Die Qualität und insbesondere die Ahltbarkeit ist in den letzen Jahren massiv zurück gegangen (Motorschaden durch gelängte Steuerketten, ständige Elektronik-Probleme etc.). Bezogen auf die Haltbarkeit und die Qualität ist Vw überteuert und Audi besonders überteuert. Der einzigs Grund weswegen die ihre Autos noch unters Volk bringen, sind die derzeit billigen Leasing Zinsen und das Desgin.

Ich für meinen Teil habe mich von diesem Autowahnsinn verabschiedet und fahre nur noch alte Modelle aus den 1990ern, die auch nicht mehr Sprit fressen wie neue, dafür aber robust und haltbar sind.

audi

19.08.2012, 14:18 Uhr

--@ Sueddeutscher

Ja, das kenne ich auch. Als wir vor ein paar Jahren pleite waren, haben wir auch fast die selben Argumente genommen, damit andere nicht merken, dass wir leere Kassen hatten.

Aber auch privat sollten Sie nach 7 Jahren aus der Insolvenz heraus sein.

Kopf hoch!

gegenAhnungslose...

19.08.2012, 14:42 Uhr

sehr, sehr gut!!!!

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