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09.12.2011

09:08 Uhr

VW Transporter

Importeur bietet Uralt-Bulli als Neuwagen an

Quelle:dpa

Ein VW-Händler in den Niederlanden bietet den T2 als Neuwagen an. In Deutschland wurde dessen Produktion 1979 eingestellt, in Brasilien läuft das als "Bulli" bekannte Fahrzeug noch heute nahezu unverändert vom Band.

In Brasilien wird der T2 noch nahezu unverändert gebaut. Ein niederländischer Importeur bietet den fabrikfrischen Oldie neuerdings auch deutschen Kunden an. dpa

In Brasilien wird der T2 noch nahezu unverändert gebaut. Ein niederländischer Importeur bietet den fabrikfrischen Oldie neuerdings auch deutschen Kunden an.

AmersfoortBeim Volkswagen Campercentrum Nederland in Amersfoort kam man auf die Idee, den T2 als Neuwagen zu importieren und für den europäischen Straßenverkehr zuzulassen. Angeboten wird der fabrikfrische Oldie als rustikaler Van mit bis zu acht Sitzen und als Campingmobil. "Offiziell gibt es die Importfahrzeuge zurzeit nur in Holland", sagt Martijn Siegers vom betreffenden Händler und unterstreicht, dass Volkswagen mit der Aktion nichts zu tun habe. Doch der Bulli könne auch von Deutschen gekauft, zugelassen und gefahren werden.

Angeboten wird der T2 mit Wohnmobilausbau zu Netto-Preisen ab 32.425 Euro. Für Kunden aus Deutschland fallen damit zusätzlich 19 Prozent Steuer an. Für den Van verlangt der Händler netto 26.001 Euro. Im Original knatterte noch ein luftgekühlter Boxermotor mit zuletzt bis zu 70 PS.

Im 4,51 Meter langen Brasilien-Modell arbeitet ein konventioneller 1,4-Liter-Vierzylinder mit Wasserkühlung, den auch die Holländer anbieten. Der Motor verbrennt Benzin und Ethanol, aber auch Benzin-Ethanol-Mischungen in jedem Verhältnis. Er leistet 80 PS und beschleunigt den Wagen auf rund 130 km/h.

Was bei Auto-Re-Importen zu beachten ist

Warum Re-Import?

Weils billiger ist. Bis zu 30 Prozent sparen Neuwagenkäufer, wenn sie das Fahrzeug über einen freien Händler als Re-Import bestellen. Möglich ist dies, weil die Hersteller in den Ländern der Europäischen Union eine flexible Preispolitik betreiben.

Vorteile

Durch einen Re-Import kann beispielsweise der Nettopreis eines Fahrzeugs aus deutscher Produktion in Italien mehrere tausend Euro unter dem Verkaufspreis beim Vertragshändler hierzulande liegen. Außerdem sind andere Paket-Zusammenstellungen bzw. Ausstattungs-Zusammenstellungen in unterschiedlichen Ländern üblich, die für den Käufer von Vorteil sein können. Kunden sollten sich vom Anbieter alle Details lückenlos dokumentieren zu lassen.

Gibt's Unterschiede?

Ja. Es kann zum Teil sogar an wichtiger Ausstattung mangeln, erklärt der TÜV Nord. Re-Importe sind oft landestypisch ausgestattet, deshalb können zum Beispiel Sicherheitssysteme wie Airbags oder ESP fehlen. Danach sollten Kunden auf jeden Fall beim Händler fragen. Müssen diese entsprechend der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) nachgerüstet werden, wirds teuer. In Streitfällen darf der Re-Import-Käufer außerdem keine besondere Kulanz in der deutschen Markenhändler-Werkstatt oder beim Hersteller erwarten.

Papiere

Alle Fahrzeugpapiere und die Rechnung müssen im Original vorliegen, denn Kopien werden von den deutschen Zulassungsbehörden und bei der Hauptuntersuchung nicht akzeptiert. Beim Entgegennehmen des Fahrzeugs muss der Händler dem Kunden diese Original-Papiere übergeben. Außerdem ist der europäische Händler dazu verpflichtet, das "Certificate of Conformity" (COC) auszuhändigen.


Garantie

Mit Blick auf die Garantie haben Re-Import-Käufer gegenüber dem Hersteller die gleichen Rechte wie bei einem in Deutschland gekauften Fahrzeug - sofern der Händler das Wartungsheft gestempelt und mit dem Auslieferungsdatum versehen hat.

Lediglich bei Ladenhütern sollten Kunden vorsichtig sein, denn in manchen Ländern läuft die Garantiezeit ab der Auslieferung an den Zwischenhändler, nicht erst ab der Zulassung wie in Deutschland; ein Minus für Autos, die lange auf dem Hof gestanden haben. 

Abgasnorm & Allgemeines

Außerdem ist bei Re-Importen auf die im Ausland vergebene Abgasnorm zu achten. Manchmal werden die Pkw nach Angaben des Internet-Portals "AutoTopdeal" schlechter eingestuft, als dies in Deutschland der Fall wäre. Das kann steuerliche Nachteile bringen. 
Und generell sollten Kunden natürlich auf die Seriosität des Händlers achten, niemals Vorkasse leisten und alle Dokumente genau prüfen. Dann kann mancher Autokäufer mit einem Re-Import ein guten Fang machen, ohne böse Überraschungen dabei zu erleben.

Kommentare (3)

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Bulli-Fahrer

09.12.2011, 11:11 Uhr

Viel zu teuer.
Den Nostalgieaufpreis zahl ich nicht für einen Neuwagen mit dieser technischen Ausrüstung.

Um die 10.000 € würd ich sofort ordern !

Account gelöscht!

09.12.2011, 16:40 Uhr

Neupreis in Brasilien ca. R$ 42.000,- oder Euro 17.500,-

RetroLebt

10.12.2011, 08:26 Uhr

RETRO ist wichtig und Hochaktuell. Ein Megatrend klopft an die Tür in alte Formen modernste Innenleben zu geben. Das ist modernes RETRO.

Der T2 aus Holland ist aber kein RETRO, sondern ein uraltes überholtes Sicherheitskonzept mit enem etwas modernerem Motor. Er besetzt aber sicher eine Nische, die auch nachgefragt wird. Das ist OK so.

Etliche Kunden werden aber besser damit beraten einen gebrauchten T4 Multivan aus gut gepflegter Hand mit ca. 98.000 km zu kaufen. Die sind dann sogar preiswerter als der neue Import T2 und haben eine bessere Technik/Sicherheitsstandards.

Das man den T2 so kaufen kann, ist aber wichtig und verdient ein kleines Lob für das Engagement. Manche Formen, wie der T2, haben halt ein langes Leben. Das muss man anerkennen. Schöner wäre allerdings ... die alte Außenform ... aber innendrin mit modernster Technik.

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