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08.04.2012

14:10 Uhr

VW-Werksrestaurierung

Ein Eldorado für alte Bullis

VonLars Döhmann
Quelle:MID

65 Jahre nach dem ersten Bulli und 30 Jahre nach dem ersten Caddy hat Volkswagen Nutzfahrzeuge jetzt in Hannover feierlich einen werkseigenen Restaurierungsbetrieb für klassische Fahrzeuge der Marke eröffnet.

Im werkseigenen Restaurierungsbetrieb bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover entstehen auf Wunsch Komplettrestaurierungen von Profihand. MID

Im werkseigenen Restaurierungsbetrieb bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover entstehen auf Wunsch Komplettrestaurierungen von Profihand.

HannoverMit einem feierlichen Auftakt und einer Weltpremiere hat Volkswagen Nutzfahrzeuge jetzt in Hannover in der Lagerstraße 2 den werkseigenen Restaurierungsbetrieb für klassische Fahrzeuge der Marke wie den Bulli eröffnet. 65 Jahre nach der ersten Ideenskizze für den Transporter von 1947 hat das vielseitige Mobil einen hohen Kultstatus erreicht, der nach Meinung des Herstellers besondere Aufmerksamkeit verdient. Entsprechend professionell kümmern sich die 13 Mitarbeiter des Bereichs um den Erhalt von Bussen der ersten vier Generationen.

Das wären der T1, der 1950 auf den Markt kam. Er lief bis 1967 von dem eigens 1956 für ihn in Hannover errichteten Band. Der T2 folgte von 1967 bis 1979, der T3 debütierte 1979 als letzter Vertreter des Bulli mit Heckmotor. 1992 begann die Karriere des T3. Der T4 erschien ab 1990 und war zwei Jahre lang parallel zum T3 in Produktion. 2003 endete die Laufbahn der vierten Bulli-Generation. Natürlich kümmern sich die Bulli-Profis bei Bedarf auch um den LT, oder um Caddy und Co; und selbstverständlich um den VW Fridolin. Der heißt wirklich so und entstand als Kleintransporter vorwiegend für die Bundespost. Zwischen 1964 und 1974 baute VW 6.139 Exemplare des käferbasierten Sonderlings, von dem bis heute weltweit höchstens 200 Exemplare überlebt haben.

Auf rund 7.000 Quadratmeter sind im Hannoveraner Stadtteil Limmer nicht nur rund 100 von den von Fachleuten gekauften und restaurierten Fahrzeugen untergebracht, sondern auch ein umfangreicher Maschinenpark: Von der Blechbiegebank über Dreh- und Fräsmaschinen bis hin zur eigenen Lackiererei ist alles vorhanden.

Wer ein historisches Nutzfahrzeug von Volkswagen besitzt, kann es nun nahe seines Entstehungsorts aufbereiten lassen: Ob nun als Teil- oder Vollrestaurierung, und ob der Bulli schlicht wieder fahrbereit gemacht wird oder eine Lackaufbereitung oder Inspektion braucht – die Mitarbeiter sprechen alle Wünsche mit den Kunden durch und erstellen dann ein individuell zugeschnittenes Angebot.

Kommentare (2)

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EhotRod

08.04.2012, 20:16 Uhr

Es ist löblich eine Designikone mit globaler Bedeutung zu erhalten. Für viele Oldtimerfans geht es nur in eine naturgetreue Restaurierung.

Eine andere Linie wird die der Elektrifizierung sein. Anders als die HOTROD-Szene, die fette neue Motoren in alte Fahrzeuge setzt, wird die HOTROD-E-Szene die Fahrzeuge mir E-Antriebe versehen.

Rein theoretisch könnte z.B. Herr Karabag so etwas mit (nebenbei) aufziehen:
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/sirri-karabag-der-elektroauto-pionier/4660586.html
In wenigen Jahren wird sich vielleicht ein solcher Markt entfalten.

Aber für eingefleischte Oldtimerfans ist HotRod und E-HotRod wahrscheinlich so etwas wie ein Zerfleddern. Aber es hat seinen Reiz - original Altes mit einem modernen E-Antrieb zu bestücken.

Leif

09.04.2012, 10:39 Uhr

So pflegt man eine Marke. Gemeint ist nicht nur der Bus, sondern die Marke VW. Toll, muß ich sagen. Das ist allerfeinste Verkaufspsychologie. Den Entscheidern zu diesem Schritt zolle ich allergrößte Anerkennung. Auch wenn der Schritt nicht ganz billig ist, spürt der markentreue Kunde, daß sein Fahrzeug VW-Bus, falls er einen besitzt, eine Beachtung und damit Wertigkeit erfährt.
Für Volkswagen ist das ein Schritt in die richtige Richtung, ganz oben angekommen zu sein. Ein exzellenter Gedanke von VW, diese Einrichtung geschaffen zu haben, toll. Die Ernte für die Marke wird weiter großartig sein. Diese Entscheidung kann sich die Marke Mercedes nur von der Außenlinie ansehen. Sie ist nur nur noch ein Schatten von Dereinst. Eine Reparatur nicht mehr möglich.

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