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24.05.2012

08:17 Uhr

Was sind eigentlich Kei-Cars?

Die lieben Kleinen

Quelle:MID

Am deutschen Markt befindet sich Daihatsu auf dem Rückzug. In seiner Heimat ist der Hersteller Marktführer bei den sogenannten "Kei-Cars". Eine Auto-Spezies, die in Japan blüht, wächst und gedeiht.

"Kei-Cars" heißen in Japan die maximal 3,4 Meter langen Kleinwagen. Marktführer Daihatsu verkauft einen solchen als Cuore auch in Deutschland. Pressefoto

"Kei-Cars" heißen in Japan die maximal 3,4 Meter langen Kleinwagen. Marktführer Daihatsu verkauft einen solchen als Cuore auch in Deutschland.

DüsseldorfAuf dem deutschen Markt befindet sich der japanische Kleinwagenspezialist Daihatsu auf dem geordneten Rückzug. In seiner Heimat ist der Hersteller mit seinen Kleinen der Größte. Daihatsu ist Marktführer bei den sogenannten "Kei-Cars". Eine Auto-Spezies, die nur in Japan, blüht, wächst und gedeiht.

Die allgegenwärtige Einschränkung durch den begrenzten Lebensraum in Japan wirkt sich natürlich auch drastisch auf den Straßenverkehr aus. Wer im Großraum Tokio einen Pkw anmelden will, muss im Umkreis von 800 Metern zu seinem Wohnort einen Parkplatz nachweisen. Von derartigen Restriktionen sind nur die sogenannten "Kei-Cars" oder "Minicas" ausgenommen.

"Kei" steht für "kejidosha" was so viel wie "leichtes Automobil" bedeutet. In den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts durften die nicht länger als drei und breiter als 1,3 Meter sein und wurden angetrieben von einem Motor mit maximal 360 Kubikzentimeter Hubraum.

Hersteller wie Subaru, Honda oder Mazda, die erst um 1960 mit der Serienfertigung von Automobilen begonnen hatten, starteten ihre Produktion mit "Minicas". 360 Kubik Hub reichten in der Regel gerade einmal für Zweitaktmotörchen mit zwei Zylindern.

Auch einen Van schrumpft Daihatsu auf "Kei-Car"-Format: den nur in Japan vertriebenen Tanto. Pressefoto

Auch einen Van schrumpft Daihatsu auf "Kei-Car"-Format: den nur in Japan vertriebenen Tanto.

Ab 1976 durften die Kleinwagen maximal 3,2 Meter lang sein, die Obergrenze des Hubraums betrug 550 Kubikzentimeter. Heute liegen die Eckdaten der "Kei-Cars" bei 3,4 Metern Länge, 1,48 Meter Breite und 660 Kubikzentimeter Hubraum. Das führte zu eindrucksvollen Entwicklungen von "Minicas" mit aufgeladenen Fünfventil-Dreizylindern, die bis zu 80 PS auf die angetriebenen Vorderräder entließen. Seit 1998 sind 64 PS Leistung die erlaubte Obergrenze.

1967 bauten japanische Autobauer bereits drei Millionen Fahrzeuge, davon 700.000 "Kei-Cars", ausschließlich für den heimischen Markt. Die Minis haben in Japan auch heute noch einen Marktanteil von rund einem Drittel bei den Neuzulassungen. Bei der Anmeldung erhalten "Kei-Cars" gelbe Kennzeichen mit schwarzer Schrift, im Gegensatz zu den weißen Nummernschildern bei normalen Fahrzeugen.

Marktführer bei den "Kei-Cars" ist seit vielen Jahren Daihatsu. Der Hersteller hat sein "Kei-Car"-Portfolio mit neun Pkw- und zwei Nutzfahrzeugbaureihen gefüllt. Am beliebtesten ist der Daihatsu Mira, für den sich alleine im März 2012 genau 29 721 Kunden entschieden haben.

Der Mira ist das einzige "Kei-Car", das es derzeit auf den deutschen Markt geschafft hat; und zwar als Daihatsu Cuore ist der 3,46 Meter lange Fünftürer für 10 400 Euro hier erhältlich, allerdings mit einem Einliter-Motor, der 51 kW/70 PS leistet.

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