Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.08.2012

18:03 Uhr

Wertverlust

Autofahren wird immer teurer

Wer einen Neuwagen wiederverkauft, der macht heute deutlich höhere Verluste als früher. Deswegen wird das Autofahren immer teurer. Hohe Ölpreise oder Werkstattkosten sind hingegen eher gefühlte Belastungen.

Immer mehr Geld aus der Gesamtkasse für das Autofahren fließt an die Hersteller. Verlierer sind vor allem die Werkstätten. dpa

Immer mehr Geld aus der Gesamtkasse für das Autofahren fließt an die Hersteller. Verlierer sind vor allem die Werkstätten.

HamburgAutofahren wird immer teurer, weil die Kunden beim Wiederverkauf der Neuwagen deutlich höhere Wertverluste wegstecken müssen. Angebliche Abzocke der Ölmultis oder horrende Werkstattrechnungen sind dagegen eher gefühlte Belastungen als, als dass sie in nackten Zahlen nachzuweisen wären.

Das hat eine umfassende Berechnung der sogenannten Vollkosten des Autofahrens von 1980 bis heute ergeben, die am Montag von der Unternehmensberatung Progenium veröffentlicht wurde. Im Kern sagt die Untersuchung: Immer mehr Geld aus der Gesamtkasse für das Autofahren fließt an die Hersteller. Verlierer sind vor allem die Werkstätten.

Die auf die Autobranche spezialisierten Berater haben sich drei Klassiker der deutschen Fahrzeugindustrie genauer angesehen: Den Kleinwagen VW Polo, den 3er BMW in der Mittelklasse und die S-Klasse im obersten Segment. Ergebnis: Die sogenannten Vollkosten eines VW Polo stiegen seit 1980 inflationsbereinigt um 9 Prozent, das Fahren des 3ers wurde 34 Prozent teurer und die Vollkosten einer Mercedes S-Klasse stiegen um 98 Prozent.

Die Münchener Berater haben alle Kosten des durchschnittlichen Autobetriebs von der Anschaffung über Steuern, Versicherung, Benzin, Reparaturen bis zur Straßenkarte über 32 Jahre ermittelt und mit den jeweiligen Nettohaushaltseinkommen der Jahre verglichen.

Ergebnis: Die Hauptlast ist nicht wie oft angenommen die Tankrechnung, sondern der Wertverlust. Weniger Geld als früher fließt dagegen an Werkstätten und die Reifenbranche, während die Kosten für Benzin, Schmieröl und Ähnliches weitgehend gleich geblieben sind.

„Den Automobilkonzernen ist es gelungen ihren Anteil am Kuchen der Ausgaben der Autofahrer deutlich zu steigern“, stellte Progenium-Geschäftsführer Kilian Frühauf fest. Allerdings bekommen die Kunden dafür auch bessere Autos als noch 1980: Die Autobauer haben „über Sprit sparende Technologien sowie bessere Qualität der Fahrzeuge die Kosten für Betrieb, Werkstatt und Reifen“ verringert, sagte Frühauf.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

hg67

06.08.2012, 19:39 Uhr

Ich fahre jetzt mit meinem Volvo XC90 zur Inspektion...180tkm hat die Kiste drauf. Inspektionskosten (ohne Verschleissteiel) 1150 brutto, da der Zahmriehmenwechsel ansteht. Welche Privatperson kann sich das leisten?

weiterhin: ich bin jtzt 18 Tage in Canada unterwegs gewesen. Wie kann es sein, das sich dort nur 3x in der ganzen Zeit der Preis für Benzin geändert hat? Sprit kostet dort bei allen Anbietern gleich viel..unterschiede gibt es erst, wenn man Distanzen von 200-300zurückgelegt hat?

dejanstar

06.08.2012, 20:11 Uhr

Wenn man sich ein Volvo XC90 leisten kann, dann ist das nicht viel. Kauf dir ein Golf und es würde dich dann nur vielleicht 500 kosten.

Account gelöscht!

06.08.2012, 20:28 Uhr

Früher (zu DM Zeiten) wären Preisschwankungen von 3 Pfennig undenkbar gewesen (ca. 1,5 cent heute!).
Wir sind zu tollerant.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×