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21.01.2005

17:00 Uhr

Widerstand gegen Nobel-Geländewagen

„Chelsea-Trecker“ im Visier

Obwohl es im schicken Londoner Stadtteil Chelsea weder Steilhänge noch Geröllpisten oder schlammige Pfade gibt, ist dort die Dichte der Luxus-Geländwagen extrem hoch. Man sieht sie ständig und überall.

Auch den VW Touareg sieht man weniger im Gelände, sondern meist in der Innenstadt. Foto: dpa

Auch den VW Touareg sieht man weniger im Gelände, sondern meist in der Innenstadt. Foto: dpa

HB LONDON. Doch sie sind der Schrecken vieler Fahrradfahrer und Fußgänger auf den eher engen Straßen der ohnehin chronisch verstopften britischen Metropole. Sie versperren anderen Autofahrern an jeder Ampel oder Kreuzung die Sicht und sorgen dafür, dass die ohnehin schlechte Luft noch schlechter wird. Wegen ihres dortigen Vorkommens in besonders hoher Stückzahl werden sie im Volksmund bereits „Chelsea-Trecker“ genannt. Aber gegen die auch bei Stars zunehmend beliebten voluminösen Nobel-Geländewagen formiert sich Widerstand.

„Die meisten dieser Autos sind weniger im Gelände unterwegs als Ihr Kinderwagen“, sagt Sian Berry, Sprecherin der lockeren Allianz von Umweltschützern, die den mächtigen Benzinschluckern mit findigen Aktionen auf den Leib rückt und immer wieder auch die Promis in der Öffentlichkeit brandmarkt, die mit Allradfahrzeugen durch London kreuzen. Zu diesen gehören etwa die Models Claudia Schiffer und Kate Moss. Fußballstar David Beckham und seine Frau Victoria stehen ganz oben auf der Liste, fahren sie doch neben vielen teuren Edelautos auch einen „Hummer“, ein riesiges Ungetüm, das auf der Basis eines amerikanischen Militärfahrzeugs gebaut wird. „Posh und Becks sind das ultimative Ziel“, sagt Suzy Edwards von der Allianz gegen Geländewagen in der Stadt.

Mitglieder der Organisation verteilten kürzlich Tausende von „Knöllchen“ an die Besitzer solcher Autos. Diese fanden die den echten Strafzetteln nachempfundenen „Tickets“ unter ihren Scheibenwischern. Als Vergehen stand darauf „schlechte Autowahl“ oder „Sorgt für Verstopfung und Asthma“. Als Hilfspolizisten verkleidet versperrten sie auch schon Geländewagen vor Schulen den Weg. Denn viele vermögende Eltern bringen ihren Nachwuchs in den nach ihrer Meinung besonders sicheren Autos täglich zum Unterricht.

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