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25.12.2015

08:53 Uhr

Wie Auto-Designer den Auspuff gestalten

Das dicke Ende

Quelle:dpa

Technisch notwendig sind sichtbare Endrohre am Heck nicht, und der Tüv möchte, dass sie leise sind und mit dem Heck abschließen. Doch PS-Fans und Designer haben so ihre eigenen Vorstellungen, wie ein Auto enden sollte.

Wo früher traditionell dicke runde Rohre rauskamen geht es nun um die Gesamtheit des Designs. Wie hier am Heck eines Mercedes-AMG GT S. Frank G. Heide

Komplett ins Heck integriert

Wo früher traditionell dicke runde Rohre rauskamen geht es nun um die Gesamtheit des Designs. Wie hier am Heck eines Mercedes-AMG GT S.

Ein Auspuffrohr rechts und eines links - früher war das ein klares Indiz dafür, dass im Motorraum ein V6- oder V8-Zylinder für den Antrieb sorgt. Mittlerweile jedoch ist diese Auspuff-Bauweise bei Fahrzeugen nahezu aller Klassen zu finden. Und auch das andere Extrem ist beliebt: Bei besonders umweltfreundlichen Modellen wie Hybridfahrzeugen verstecken die Autobauer den Auspuff komplett.

„In Sachen Auspuff haben heute bei vielen Herstellern die Designer das Sagen, nicht mehr die Techniker”, weiß Carsten Graf vom ADAC. „Bis in die 1990er Jahre wurden die Abgasrohre nebst Schalldämpfern rechts und links unter dem Auto einfach nach hinten durchgeführt”, erklärt er. Inzwischen jedoch dient der Auspuff auch als Differenzierungsmerkmal. „Ein markantes Heck-Auspuff-Design soll für bestimmte Modellreihen stehen”, meint Graf.

Was am Heck nach zwei getrennt verlaufenden Auspuffrohren aussieht, ist in der Realität zumeist nur ein Abgasstrang. „Vom Motor verläuft in der Regel ein Rohr nach hinten, das dann vor den Auslässen auseinander geführt wird”, erläutert Graf. Lediglich bei Fahrzeugen mit größeren Motoren gibt es noch zwei getrennte Auspuffrohre.

Toyotas kleiner Sportwagen GT 86 glänzt mit zwei großen runden Auspuffrohren. Frank G. Heide

Rohre, die viel Kraft versprechen

Toyotas kleiner Sportwagen GT 86 glänzt mit zwei großen runden Auspuffrohren.

Diese Einschätzung bestätigt Christian Anosowitsch von Mercedes. „Die Bauart der Auspuffanlage hängt mittlerweile mehr mit der Ausstattungsvariante des Modells zusammen. Gleiche Optik für gleiche Pakete, lautet die Devise bei Mercedes, was dazu führt, dass beispielsweise beim GLC die großen Endrohre bei Dieselmotoren konstruktionsbedingt nicht mit dem eigentlichen Auspuff verbunden sind.

Auch bei Audi spielt der Auspuff eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Fahrzeughecks. „Die Endrohre haben sich von einem zweckorientierten Element zu einem Designmerkmal entwickelt”, sagt Oliver Strohbach. Beim A7 etwa sind die Endstücke eckig. Technisch gesehen sei es jedoch unerheblich, ob ein Auspuff-Endstück eckig oder rund ist, „entscheidend ist die Durchflussmenge.”

Zwei Endrohre stehen für Sportlichkeit. Sie müssen aber auch die elegante Linie eines viertürigen Sportcoupés stützen. So hat Audi eckig-gerundete Endstücke in die Heckschürze integriert. PR

Der Auspuff als Designmerkmal:

Zwei Endrohre stehen für Sportlichkeit. Sie müssen aber auch die elegante Linie eines viertürigen Sportcoupés stützen. So hat Audi eckig-gerundete Endstücke in die Heckschürze integriert.

Aber nicht alle Hersteller widmen dem Auspuff so viel Aufmerksamkeit. Toyota etwa passt sich den Markttrends nur bei bestimmten Modellen an. „Der iQ etwa war sehr stylisch ausgerichtet, hier gab es den Auspuff auch doppelflutig oder sogar dreieckig”, sagt Toyota-Sprecher Thomas Heidbrink über den Kleinwagen.

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