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31.05.2011

10:50 Uhr

Wörthersee-Treffen

Über-A1 auf dem VW-Tuninggipfel

VonSebastian Schaal

Am Wörthersee zeigen jedes Jahr die VW-Tuning-Fans ihre selbst umgebauten Einzelstücke. Massenware wird hier verpönt. Auch Audi will zeigen, dass man in Ingolstadt durchaus respektable Einzelstücke bauen kann.

DüsseldorfEs gibt einiges zu feiern an diesem Wochenende am Wörthersee in Kärnten. Die VW-Tuninggemeinde kommt an diesem Wochenende zum 30. Mal zu ihrem GTI-Treffen zusammen. Und dann wird auch noch der Namensgeber, der VW Golf GTI, 35 Jahre alt.

Das hat VW schon mit einem Sondermodell "GTI Edition 35" gewürdigt. 235 statt 211 PS und eine aufgefrischte Optik hat das Editionsmodell zu bieten. Über diese Leistungsdaten kann einer an dem Wochenende nur müde schmunzeln: Der Audi A1 Clubsport quattro mit 503 PS.

503 PS in einem Auto auf Basis des VW Polo? Die Sinnfrage sollte man nicht stellen, auch wenn einige bereits 180 PS in einem Kleinwagen für mehr als unnötig halten. Die Antwort dürfte einfach sein: Weil sie es können. Der A1 Clubsport wird ein Einzelstück bleiben, er dient rein der Demonstration des technisch Machbaren. Genauso wie der Golf GTI W12-650, in dem die VW-Ingenieure 2007 einen sechs Liter großen W12-Motor auf die Rückbank setzten, der 650 PS auf die Straße brachte.

Selbst der Supersportler R8 sieht alt aus

Mit 3,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 kann der Über-A1 sogar den Supersportwagen R8 abhängen, der brauch im besten Fall 0,2 Sekunden mehr. Seine Brüder im Herzen, der Audi TT RS und der A3 Sportback lässt er weit hinter sich. Aus diesen beiden Modellen stammt der 2,5-Liter-Reihenfünfzylinder, der diese Beschleunigung möglich macht. Nur müssen die Straßenversionen mit 340 PS auskommen. Auch nicht wenig.

Ein solches Tuning-Modell ist natürlich auch optisch stark überarbeitet. Doch auch das hat teilweise technische Gründe. Die großen Lufteinlässe an der Front und die Schlitze in der Motorhaube lassen den Kleinen natürlich brachial aussehen. Aber in erster Linie schreit der Turbo-Motor nach Luft - und die muss irgendwie da rein. Das Dach ist aus leichter Kohlefaser, auch Spoiler und Diffusor sind aus diesem Material. Auch im Innenraum kommt viel Kohlefaser zum Einsatz. Die Gewichtsersparnis ist auch bitter nötig, denn durch den großen Motor und den Allrad-Antrieb bringt der A1 trotz allen Leichtbaus noch 1.390 Kilo auf die Waage - 200 mehr als der Serien-A1. Da helfen auch die extrem leichten Schalensitze aus dem R8 GT nichts mehr, die Rücksitze sind komplett verschwunden.

Der A1 ist und bleibt ein Einzelstück

Eine weitere Anleihe aus dem Rennsport: Wie bei den DTM-Wagen werden die Abgase seitlich vor dem Hinterrad in die Luft geblasen.

Einen Ansturm auf den Audi-Stand am Wörthersee wird der A1 Clubsport aber wohl nicht auslösen. Der Grund ist einfach: Für den normalen GTI-Tuner ist der Clubsport einfach nicht interessant. Wer will denn bei dieser Optik und Leistung an dem Auto noch herumschrauben?

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