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30.10.2013

07:33 Uhr

ZDF testet Mercedes und BMW

Pluspunkt für 16 Prozent Mehrverbrauch

VonMartin Dowideit

Das Duell zweier ikonischer Marken hatte das ZDF am Dienstagabend ins Programm gehoben. Doch statt eines aussagekräftigen BMW-Mercedes-Vergleichs kam ein Wischiwaschi-Beitrag inklusive Stars einer Dokusoap heraus.

Bei der ZDF-Stichprobe verbrauchten die getesteten Mercedes und BMW deutlich mehr als vom Hersteller angegeben. Screenshot

Bei der ZDF-Stichprobe verbrauchten die getesteten Mercedes und BMW deutlich mehr als vom Hersteller angegeben.

DüsseldorfVor einigen Monaten war es, da rüttelte der SWR mit einer Dokumentation am Image des Daimler-Konzerns. Ein Journalist hatte Undercover im Werk Untertürkheim an einem Band als Werkarbeiter gearbeitet und dabei zumindest zweifelhafte Beschäftigungsmethode aufgedeckt. Die 45 Minuten Dokumentation am Dienstagabend im ZDF – ebenfalls zu bester Sendezeit – dürfte dem Mercedes-Hersteller wesentlich besser gefallen haben.

Die Mainzer schickten Mercedes und BMW ins Duell. Eingeläutet wurde der Vergleich mit einem Wettrennen von zwei Spitzenmodellen der süddeutschen Autoersteller auf einer Rennstrecke. So stellt sich eine PR-Abteilung einen Beitrag im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vor. Brav nacheinander traten der 7er-BMW und die S-Klasse auf der Piste gegeneinander an. Einziges Kriterium für die Bewertung durch die Redaktion: Die Geschwindigkeit.

Damit war die Grundstimmung für den Vergleich der Marken gelegt. Der Grundtenor positiv, die PS-Zahlen regelmäßig dick eingeblendet und hübsche Außenaufnahmen der Fahrzeuge, teils sogar mit Kameradrohnen gefilmt. Frühere Firmenvergleiche, etwa den der Discounter Lidl und Aldi, übertraf die Sendung nicht.

Zur Punktevergabe schritten die Filmemacher auch, das ist Pflichtprogramm der Wirtschaftsdokumentationen dieser Machart. Die Kategorien blieben dabei völlig ungewichtet - die schnellste Rennrunde bringt BMW einen Punkt ein, das überschreiten des Normverbrauchs laut Prospekt um fast 16 Prozent bringt Mercedes einen Pluspunkt (!) ein – schließlich lag der BMW sogar 20 Prozent über dem Normverbrauch.

Mit dem Trick, die Motorhaube abzuschrauben durften dann die Ludolf-Brüder versuchen, die Norm doch noch zu erreichen. Die mit ihrer Schrottplatz-Doku bekannt gewordenen Bastler lagen mit diesem Kniff genauso daneben wie die Filmer, die in einer Szene des Markenduells sogar im Kindergarten die BMW- und Mercedes-Rutschautos auf Akzeptanz unter Kleinkindern testeten (immerhin ohne Punktevergabe).

Kommentare (24)

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KUMAWE

30.10.2013, 08:07 Uhr

Lieber Martin Dowideit, wenn Sie -zutreffend- den gestrigen Beitrag kritisieren, sollten Sie beachten, dass der Testsieger letzlich durch die Auswahl der Rutschautos durch die Kindergartenkinder entschieden wurde. Dort holte Mercedes, weil ansonsten Punktgleich, den -schmeichelhaften- Siegpunkt. Zweifel an der Tiefe dieses Beitrages können doch da nicht zurückbleiben, oder?

Mentor54

30.10.2013, 08:18 Uhr

Diese Firmenvergleichstests im ZDF sind an empirischer Unwissenschaftlichkeit nicht zu unterbieten. Das fängt schon mit der willkürlichen Auswahl einiger weniger Bewertungskriterien an (beim Aldi vs. Lidl-Test wurden u.a. Batterien getestet, was bei Lebensmitteldiscountern sicherlich sehr sinnvoll ist). Außerdem hätte man zumindest Audi mit einbeziehen müssen, aber das hätte wohl dem Konzept des "Formates" widersprochen.

Account gelöscht!

30.10.2013, 08:19 Uhr

Schon erschreckend was diese Fernsehanstalten mit den zwangserhobenen Gebühren machen und wie dumm sie ihre Zuschauer halten.

Es ist anzunehmen, dass sie nicht einmal im Kindergarten einen nachhaltigen Eindruck mit diesen Rutschautos machten. Jedenfalls wäre es besser für die Kinder, wenn sie diese wieder mitgenommen und dort nicht zurückgelassen hätten.

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