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05.12.2012

15:14 Uhr

Zweistellige Zuwachsraten

VW baut Produktion in Russland aus

Von Donnerstag an rollen im Werk des Autoproduzenten GAZ in Nischni Nowgorod Modelle der VW-Tochter Skoda vom Band. Bis zu 140.000 Autos sollen jährlich gebaut werden.

Im Werk des Autoproduzenten GAZ in Nischni Nowgorod sollen künftig auch Modelle der VW-Tochter Skoda vom Band rollen. Reuters

Im Werk des Autoproduzenten GAZ in Nischni Nowgorod sollen künftig auch Modelle der VW-Tochter Skoda vom Band rollen.

MoskauAngesichts zweistelliger Zuwachsraten in Russland gibt der Volkswagen-Konzern im Riesenreich weiter Vollgas. Von diesem Donnerstag an rollen im Werk des Autoproduzenten GAZ in Nischni Nowgorod Modelle der VW-Tochter Skoda vom Band, wie Skoda-Chef Winfried Vahland am Mittwoch in Moskau sagte.

Jährlich sollen in der Stadt rund 450 Kilometer östlich von Moskau bis zu 140.000 Fahrzeuge gebaut werden. Produktionsvorstand Michael Macht kündigte bis 2015 VW-Investitionen von 840 Millionen Euro im größten Land der Erde an.

Russlands Autobranche erlebt einen Boom. So steigt 2012 die Zahl der verkauften Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr vermutlich um 13 Prozent auf 2,75 Millionen. Der Vereinigung Europäischer Unternehmen in Russland (AEB) zufolge legte VW bis Oktober 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 46 Prozent auf 261.000 verkaufte Fahrzeuge zu.

„Unsere Produktionsoffensive geht weiter, für Skoda stehen die Ampeln in Russland auf Grün“, sagte Vahland. Das VW-Werk in Kaluga etwa 170 Kilometer südwestlich von Moskau baut bereits Skoda-Modelle.

Die russische Regierung drängt auf eine Modernisierung der rückständigen Autoindustrie. Auch deshalb strebt der Kreml verstärkt Partnerschaften zwischen einheimischen und ausländischen Herstellern an. Moskau setzt dabei zudem auf einen Technologietransfer.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Vicario

05.12.2012, 17:03 Uhr

• Das nennt man "Know-How" - Transfer im großen Stiel angelegt ! Die Autofirmen, die ihr Unwesen mit Fabrikbau aus Profitsucht in Ländern wie China, Russland, etc. betreiben, übertragen ihr Wissen auf diese Länder, aus denen sie nach ca. 5-10 Jahren sukzessive rausgemobbt werden, um dann mit den Erzeugnissen selbst Player auf den Weltmärkten sein zu können !

Dann brauchen diese Länder solche Träumer wie VW, etc. nicht mehr :
sie haben das Know-How und die Herstellungskapazitäten bei sich im Land !

Das alles ist eine sehr kurzfristige, profitsüchtige Strategie der Bonzen, die sich die Taschen in Mio. hohen Bonis vollstopfen und verschwinden !
Das Volk aber bleibt und Arbeitsplätze benötigt es auch !

Diese Manager mit dieser Wirtschaftspolitik sind die größten Blender und ein raffgiersüchtiges Gesindel !

Account gelöscht!

05.12.2012, 21:09 Uhr

Viele große Unternehmen investieren in Rußland. VW, aber auch RENAULT. Industrie lokal zu verankern macht Sinn. Rußland muss die Zeit der Bodenschätze sinnvoll gestalten. Mit Sicherheit ist VW kein Träumer, aber auch kein Sozialromantiker.

Der russische Automarkt ist langfristig sehr attraktiv, da noch große Wachstumschancen vorhanden sind. Diese zu verschlafen wäre dumm. Zukunftsarbeitsplätze bringen Geld für viele Familien und langfritig ein mehr an Bildung und Wohlstand. Es wäre dumm, es nicht zu wollen und dumm nicht mitzuhelfen bessere Fabriken aufzubauen.

Di Bevölkerung dankt auch den Unternehmen, die sich hier engagieren. Alles positive lohnende Ziele.

Vicario

05.12.2012, 23:45 Uhr

•@ ModernArt

Zitat : Zukunftsarbeitsplätze bringen Geld für viele Familien und langfritig ein mehr an Bildung und Wohlstand. Es wäre dumm, es nicht zu wollen und dumm nicht mitzuhelfen bessere Fabriken aufzubauen.

Di Bevölkerung dankt auch den Unternehmen, die sich hier engagieren. Alles positive lohnende Ziele

Da stimme ich Ihnen vollkommen zu. Für die Russen oder Chinesen sind es allemal lohnende Ziele.
Bei uns wird der Steuerzahler demnächst diese Autoindustrie wieder 12 Monate mit Kurzarbeit über Wasser halten, damit diese Geld und Ruhe haben, diesen Zielen nachzugehen.

Auch Renault hat diese Märkte entdeckt. In Russland haben die Franzosen schon sehr viel Geld in Moskau mit ihrem Logan verbraten, jetzt steigen sie verstärkt in Togliatti bei Lada ein, um das Geldverbraten zu verstärken. Zuhause haben sie eine Arbeitslosigkeit von über 10 %, die Jugendarbeitslosigkeit beträgt sogar über 25 %.
Das dumme Strategiemarketing, nach dem die Länder wegen ihrer enormen Einwohnerzahlen auch gleichzeitig riesige Autoverkaufszahlen und Wachstumsmärkte bedeutet, passt gerade noch in die 70 Jahre. Danach hat die Autoindustrie noch sehr rosige Zeiten vor sich : es gibt noch Indien, Philippinen, Bangladesch, etc. Alles Illusionen.
Von den politischen Risiken, die in diesen Ländern vor der Tür stehen, ganz zu schweigen. Russland und China werden größere Umwälzungen in den nächsten Jahren erleben, der Transformationsprozess in diesen Ländern steckt noch in Kinderschuhen. Ich bleibe dabei : VW ist ein Traumtänzer und benutzt dazu auch noch den Deutschen Steuerzahler !!!!! Es wäre evtl. weniger Kritik angebracht, wenn sie ihre eigenen Mittel hier verbraten würden. Aber auf Kosten heimischer Steuerzahler ( ob über die EU, Abschreibungen, etc. sei mal dahingestellt ) Träume in fremden ländern zu verwirklichen, ist neben romantisch auch unverschämt...!

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