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23.01.2012

09:14 Uhr

Zweitürer neu entdeckt

Das Coupé kommt zurück

Quelle:dpa

Kombi-Coupés, Gelände-Vans, SUV-Limousinen: In den vergangenen Jahren haben die Designer viele Nischen kreiert. In Detroit besinnen sie sich zurück auf alte Konventionen - und finden wieder Gefallen an normalen Coupés.

Innerhalb der nächsten drei Jahre will Honda einen Nachfolger des NSX in den Handel bringen. Diese Studie gibt einen Vorgeschmack auf das Coupé. dpa

Innerhalb der nächsten drei Jahre will Honda einen Nachfolger des NSX in den Handel bringen. Diese Studie gibt einen Vorgeschmack auf das Coupé.

DetroitFrüher war in der Autowelt alles klar geordnet: Da gab es die Limousine, das Coupé und vielleicht noch das Cabrio, aber viel mehr hatten die Hersteller in den Kindertagen des Automobils nicht zu bieten. Heute dagegen stürmen sie von einer Nische in die nächste und entwickeln - vom Marketing und wachsendem Konkurrenzdruck getrieben - immer neue Karosserieformen. Crossover heißt der Trend, bei dem ständig alle möglichen Gattungen miteinander gekreuzt werden. Doch so langsam scheinen den Autodesignern die Ideen auszugehen, oder sie haben die Lust am Experimentieren verloren: Auf der North American International Auto Show in Detroit steht jedenfalls kein einziges neues Crossover-Modell. Stattdessen haben sich die Aussteller auf alte Werte besonnen und rücken das Coupé ins Rampenlicht.

Die größte Aufmerksamkeit bekommt dabei Chevrolet: Vor allem um jüngere Kunden anzusprechen, will die US-Marke nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren einen Sportwagen auf den Markt bringen, der weniger als 20 000 Dollar kostet. Handlich und sparsam soll er sein. Weil aber noch keiner so recht weiß, wie dieser Wagen eigentlich aussehen sollte, stellt Chevrolet zwei völlig unterschiedliche Designstudien zur Diskussion: Der Code 130R im Retrostil erinnert ein wenig an den Chevrolet Camaro. Der Tru 140S ist dagegen ein futuristisch gezeichnetes, knapp über vier Meter langes Coupé, das glatt als die übernächste Generation des Opel Astra GTC durchgehen könnte. "Jetzt warten wir mal ab, wie die Messegäste reagieren, dann wissen wir, in welche Richtung wir das Serienmodell entwickeln müssen", erläutert ein GM-Sprecher die Strategie.

Takanobu Ito ist da schon etwas weiter. Er ist der Vorstandsvorsitzende von Honda und hat auf der NAIAS das Tuch von einem neuen Supersportwagen gezogen. Das sehr breite und flache Coupé soll einmal mit Modellen wie dem Nissan GTR oder dem Lexus LFA konkurrieren. "Innerhalb der nächsten drei Jahre bringen wir den Wagen in Serie", verspricht Ito und schlägt die Brücke zum legendären Honda NSX aus den 1990er Jahren - allerdings nur mit Blick auf den Namen und nicht auf das Design.

Futuristischer Flitzer: Der Tru 140S ist eine von zwei Designstudien, die einem neuen Sportcoupé von Chevrolet als Vorbild dienen könnten. dpa

Futuristischer Flitzer: Der Tru 140S ist eine von zwei Designstudien, die einem neuen Sportcoupé von Chevrolet als Vorbild dienen könnten.

Kommentare (1)

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Emotionsnutzen

24.01.2012, 07:01 Uhr

Wenn sich heute erst Detroit dem Coupé zuwendet, ist es ein Trauerspiel, da dieser Trend schon lange vorhanden ist. Detroit hat den Knall nur verspätet gehört.

Während man hier diesem Alttrend jetzt nachgeht, kommen andere Trend wie Crossover viel stärker zum Tragen. Auch der Punkt der Alterstrukturen der Käuferschichten kommt stärker zum Tragen. Ältere Kunden können mehr Geld für das Auto ausgeben und sich eher attraktiven Crossovermodellen zuwenden, als einem rassigen Coupé (mit knappem flachem Innenraum). Kunden die sich mehrere Autos leisten können, werden wohl auch ein Coupé mit im Bestand haben.

In den USA mit einer vergleichsweise hohen Arbeitslosigkeit kommen aber vor allem mehr praktische Autos zum Einsatz. Außer der EMOTION ist an einem Coupé leider nichts praktisch.

Wo sollen die vielen Kunden herkommen, die Coupés kaufen ... ?

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