Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.05.2011

13:52 Uhr

ACE warnt

Am Ortseingang darf geblitzt werden

Quelle:dpa

Temposünder, die unmittelbar hinter einem Ortseingangsschild in eine Radarfalle rauschen, kommen in der Regel nicht um ein Bußgeld herum. Darauf weist Verkehrsexperte Volker Lempp hin.

Radarfalle am Ortseingang rechtens

Das ist ärgerlich, aber rechtlich völlig in Ordnung: Die Radarfalle direkt hinterm Ortseingangsschild.

StuttgartSie kennen die Situation: Auf der Landstraße sind meist 70 bis 100 km/h erlaubt, dann kommt das Ortseingangsschild, man bremst aber nicht sofort abrupt auf 50 km/h runter. Wenns dann nach ein paar Metern blitzt, fühlen sich viele betroffene Autofahrer abgezockt. Doch Messungen in unmittelbarer Nähe eines des Ortseingangsschilds sind rechtens. «Es gibt von Gesetzes wegen keinen Toleranzbereich beim Tempo, den man an Ortseinfahrten gewissermaßen einkalkulieren kann», warnt Volker Lempp, Verkehrsrechtsexperte beim Auto Club Europa (ACE).

Verwaltungsrichtlinien für einen bestimmten Abstand von Radarmessgeräten zum Schild, beispielsweise 150 Meter, sind laut Lempp nicht maßgebend: «Es handelt sich hierbei nicht um unmittelbar geltende gesetzliche Bestimmungen, sondern um rein innerdienstliche Vorschriften für die Polizeiarbeit.» Insofern sehen die meisten Gerichte keinen Anlass für einen «Bonus» beim Bußgeld, falls einmal sehr dicht an einem Ortseingangsschild geblitzt wurde.

Bei einem erheblichen Tempoverstoß am Ortsschild sehe die Sache etwas anders aus, erläutert Lempp. «Droht ein Fahrverbot, hat der Temposünder gute Chancen, mit einer Geldsanktion davonzukommen.» Der ACE-Experte empfiehlt aber, bei einem Verfahren die Hilfe eines verkehrsrechtlich versierten Verteidigers in Anspruch zu nehmen, um die Erfolgschancen vor Gericht zu verbessern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×