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21.11.2013

15:18 Uhr

ADAC-Parkhaustest

Kratzer und Macken sind programmiert

Quelle:Spotpress

Die Parkplatzsuche zählt zu den nervigsten Übungen für Autofahrer in der Stadt. Auch Parkhäuser bringen dabei keine Erleichterung – sondern nerven häufig sogar ganz besonders.

So geht es richtig: Schräge Buchten und ein Fußgängerweg am Frankfurter Goetheplatz ADAC

So geht es richtig: Schräge Buchten und ein Fußgängerweg am Frankfurter Goetheplatz

Schmale Parkbuchten, niedrige Einfahrten, steile Rampen – der ADAC stellt Europas Parkhäusern ein mieses Zeugnis aus. Von 60 getesteten Anlagen schaffte keine einzige die Note „sehr gut“. Lediglich bei zehn Häusern reichte es zumindest für ein „gut“. Darunter finden sich auch vier deutsche.

Frankfurt stellt mit der 2006 eröffneten und zentrumsnahen Tiefgarage Goetheplatz den deutschen Testsieger. Sie punktet durch eine übersichtliche Gestaltung, stützenfreie Schrägaufstellung der Parkplätze, deutlich markierte Fußwege und ausreichend Sonderparkplätze.

Außerdem gab es Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Videoüberwachung sensibler Bereiche. Insgesamt erhielt die Tiefgarage ein vorzeigbares „gut“ in der Gesamtwertung.

Mit „ausreichend“ getestet wurden die beiden Objekte Opernturm und Hauptwache. Das Parkhaus Moselstraße erhielt ein „mangelhaft“. 

Ebenfalls gut schnitten die Berliner Parkhäuser Am Zoo, DomAquareé und am KaDeWe ab. Für fünf weitere deutsche Anlagen reichte es zum „ausreichend“, zweimal gab es ein „mangelhaft“.

München schnitt in Sachen Parken im Vergleich der drei deutschen Test-Städte am schlechtesten ab. Das Isarparkhaus und die Tiefgarage Schranne kamen nicht über ein „ausreichend“ hinaus. „Mangelhaft“ gab es für die Parkgarage Hauptbahnhof-Süd.

Der „Car Park Cristal“ in der Schwanthalerstraße unweit des Hauptbahnhofs kassierte sogar ein „sehr mangelhaft“. Entscheidend für das schlechte Ergebnis waren die zu starke Neigung der Einfahrtrampe von mehr als 15 Prozent und die zu niedrige Einfahrthöhe von nur 1,85 Metern. Fahrbahnbeschichtung und -markierung waren schadhaft. Außerdem gab es keine Sonderparkplätze für Behinderte oder Familien. 

Noch schlimmer geht es Autofahrern nur im Parkhaus der Technischen Universität in Wien, wo es nicht nur bei Übersichtlichkeit und Sicherheit Probleme gibt, sondern auch in ganz praktischer Hinsicht einiges im Argen liegt. So verlangt die enge Ausfahrt so viel Rangierarbeit, dass das Rolltor unter Umständen schon schließt, bevor der Wagen es passieren konnte.

Die bereits 1985 erbaute Tiefgarage hat außerdem scharfkantige, breite Wände, die den Nutzern die Sicht versperren, verbogene Blechbeschläge an den Bordsteinen der Rampen, fehlende Fußwege, Notrufe und Toiletten.

In einer besonders engen 180-Grad-Kurve an der Ausfahrtschranke mussten Autofahrer so oft rangieren, dass sich das Tor wieder schloss, bevor sie die Garage verlassen konnten. Europäischer Testsieger ist die architektonisch anspruchsvoll gestaltete Tiefgarage Opéra in der Züricher Schillerstraße. Sie erhielt ein „gut“.

Ratgeber + Service

Ergebnisse des Parkhaustests im Detail

Zu den häufigsten Mängeln bei Parkhäusern zählen allerdings die fehlende Barrierefreiheit, zu schmale Stellplätze und der Verzicht auf Fußwege. Nachbesserungsbedarf gibt es zudem häufig bei Beleuchtung, Beschilderung und der Videoüberwachung zur Sicherheit der Nutzer.

Der ADAC fordert die Betreiber von bestehenden Parkgaragen dazu auf, die Parkplätze auf mindestens 2,50 Meter zu verbreitern und bei Neubauten eine Einfahrtshöhe von mindestens zwei Metern einzuhalten sowie die Neigung der Rampen nicht steiler als 15 Prozent zu gestalten.

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