Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.04.2016

11:36 Uhr

ADAC-Test

Deutschlands bestes Parkhaus steht in Osnabrück

Die Stellplätze in Parkhäusern sind oft viel zu eng für moderne Autos - der ADAC bemängelt das seit Jahren. Auch für Behinderte gebe es zu wenig Angebote. Allerdings ist auch der Test selbst in die Kritik geraten.

Viele Parkhausbetreiber haben ihre Teilnahme am Parkhaustest des ADAC verweigert. Den Testern sei der Zutritt in 50 Häusern verwehrt worden, einige Betreiber hätten gar mit einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gedroht, teilte der Automobilclub mit. dpa

ADAC-Parkhaustest

Viele Parkhausbetreiber haben ihre Teilnahme am Parkhaustest des ADAC verweigert. Den Testern sei der Zutritt in 50 Häusern verwehrt worden, einige Betreiber hätten gar mit einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gedroht, teilte der Automobilclub mit.

MünchenViele Parkhäuser sind schlecht auf die Bedürfnisse von Behinderten ausgerichtet. Das ergab ein Parkhaustest des ADAC, der am Donnerstag in München veröffentlicht wurde. Von 44 untersuchten Häusern hatten zwei Drittel keine oder zu wenig Stellflächen, die für Behinderte ausgewiesen sind. Bei fast ebenso vielen war der Zugang nicht barrierefrei. So seien die Tasten in Aufzügen oder an Kassenautomaten oft viel zu hoch angebracht und für Rollstuhlfahrer fast nicht zu erreichen. Insgesamt waren die Tester aber zufrieden. 17 Parkhäuser schnitten „gut“ ab, 19 wurden als „durchschnittlich“ bewertet. 7 Häuser erhielten ein „Mangelhaft“, ein Parkhaus fiel komplett durch.

Viele Parkplätze seien nach wie vor zu schmal, kritisierten die Tester außerdem - schließlich seien moderne Autos sehr viel breiter als ältere Modelle. Der Golf etwa legte seit 1974 um 20 Zentimeter zu: Von 1,61 auf 1,81 Meter. Der ADAC fordert deshalb schon lange, die Garagenverordnungen aus den 1970er Jahren zu modernisieren und die Mindestbreite für Stellplätze von 2,30 auf 2,50 Meter zu erhöhen.

Testsieger wurde ein 1991 errichtetes Parkhaus in Osnabrück. Die Prüfer lobten den guten baulichen Zustand, die übersichtliche Beschilderung und die flachen und breiten Rampen. Lob gab es auch für ein Haus in Aachen, das die Nutzer mit einem speziellen System zu ihren Autos zurücklotst. „Sehr mangelhaft“ dagegen eine Anlage in Heidelberg: Die Einfahrt sei zu niedrig, das Gebäude schlecht beleuchtet und die Parkplätze seien zu schmal. Notrufe fehlten und Handyempfang gebe es auch keinen.

Für den Test waren die Prüfer von September bis Dezember 2015 durch 12 Städte gereist, die zwischen 100.000 und 250.000 Einwohner haben - darunter Würzburg, Aachen, Magdeburg, Ludwigshafen, Osnabrück und Saarbrücken. Allerdings hatten die Tester Probleme: 19 Betreiber verwehrten ihnen den Zutritt. Der ADAC musste deshalb auf andere Parkhäuser ausweichen.

Der Bundesverband Parken kritisierte das Vorgehen des ADAC, der am Mittwoch eine Liste mit Parkhäusern veröffentlicht hatte, die den Testern den Zutritt verwehrt hatten. Parkhausbetreiber seien nicht im Detail über die Bewertungskriterien informiert worden. Der Parkhausbetreiber Contipark, der den Testern laut ADAC in sieben Häusern den Zutritt verwehrte, sprach von fehlendem Vertrauen und von negativen Erfahrungen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×