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09.12.2011

08:12 Uhr

Aktuelles Urteil

LKW-Fahrer haftet für Steinschlag

Quelle:ampnet

Fliegt ein Stein in die Frontscheibe eines Pkw und stammt dieser von einem vorausfahrenden Lkw, so muss der laut einem aktuellen Urteil der Lkw-Fahrer die für einen Haftungsausschluss relevanten Fragen klären.

Auto mit zerbrochener Windschutzscheibe.

Auto mit zerbrochener Windschutzscheibe.

HeidelbergFliegt ein Stein in die Frontscheibe eines Pkw und stammt dieser von einem vorausfahrenden Lkw, so muss der betroffene Autofahrer keine weiteren Angaben zum Vorfall machen. Der Lkw-Fahrer dagegen muss die für einen Haftungsausschluss seinerseits relevante Frage klären, ob der Stein von einer schuldhaft unzureichend gesicherten Ladefläche herabgefallen ist oder als unabwendbares Ereignis von den Rädern seines Fahrzeugs nur aufgewirbelt wurde. Das hat das Landgericht Heidelberg klargestellt (Az. 5 S 30/11).

Wie die Deutsche Anwaltshotline berichtet, ging es im konkreten Fall um eine Autofahrerin auf einer Bundesstraße. Sie fuhr direkt hinter einem mit Kies und Bauschutt beladenen Lkw, als plötzlich ein Schlag zu vernehmen war. Ihre Tochter auf dem Beifahrersitz sah ein Loch in der Frontscheibe, das sich zunehmend zu einem Riss erweiterte. Auf den Zuruf der Mutter konnte sie den weiterfahrenden Lkw noch mit ihrem Handy fotografieren.

Nach Überzeugung des Gerichts gilt damit der für die Gefährdungshaftung notwendige Kausalzusammenhang zwischen dem Betrieb des Lkw und dem Schaden am Pkw als nachgewiesen. Gegenverkehr schlossen die Richter als Ursache aus, denn dazu hätte sich ein entgegenkommendes Fahrzeug seitlich auf den Pkw zubewegen müssen.

So konnte ein Sachverständiger überzeugend darlegen, dass ein vom fahrenden Lkw aus einer Höhe von knapp vier Metern herab fallender Kiesel sehr wohl wie ein Ball von der Fahrbahn wieder hochspringen und in einer Windschutzscheibe landen kann. Zumal war im behandelten Fall die Ladefläche offenbar nicht von der vorgeschriebenen Plane abgedeckt und damit ungesichert. Damit habe es sich keineswegs um ein durch den Lkw-Fahrer unabwendbares Ereignis gehandelt.

Die Autofahrerin dagegen hatte keine Möglichkeit, dem durch den Betrieb des Lkw - egal in welcher Weise - entstandenen Steinschlag auszuweichen oder auf irgendeine Art vorzubeugen. Eine Mithaftung wegen der Betriebsgefahr ihres eigenen Pkw entfällt damit laut Richterspruch.

Kommentare (1)

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09.12.2011, 18:45 Uhr

Das ist eine der vielen Situationen, in denen sich eine ständig in Fahrtrichtung mitlaufende Kamera -die es ja für unter 100 Euro gibt- schon lohnt.

Wenn so eine ... hmm ... freiwillige "Totalüberwachung auch der eigenen Fahrweise" (!) erfolgt, gehen die Unfälle hoffentlich etwas zurück oder können jedenfalls besser geklärt werden. Mit langfristig niedrigeren Versicherungsprämien.

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