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10.05.2012

13:37 Uhr

Auslands-Vermietungen

Wenn der Mietroller zur Gefahr wird

Quelle:MID

Im Auslandsurlaub mal eben einen Motorroller mieten, das kann zum lebensgefährlichen Abenteuer werden. Der ADAC stellte bei jedem fünften Vermieter mangelhafte Fahrzeuge fest. Der Service war teils „katastrophal.“

Besorgniserregend sind nicht nur technische Mängel. Auch die Anmietung von Rollern in beliebten Ferienorten ist häufig katastrophal. Versicherungsbedingungen sind undurchschaubar, Mietverträge gibts nur in Landessprache, Kautionen werden nicht zurückerstattet. ADAC

Besorgniserregend sind nicht nur technische Mängel. Auch die Anmietung von Rollern in beliebten Ferienorten ist häufig katastrophal. Versicherungsbedingungen sind undurchschaubar, Mietverträge gibts nur in Landessprache, Kautionen werden nicht zurückerstattet.

MünchenVorsicht beim Anmieten eines Motorrollers während des Urlaubs. Ein ADAC-Motorroller-Test in den beliebtesten Ferienländern hat bei denn Fahrzeug eine Reihe von Mängeln festgestellt. Dabei wurden 62 Vermieter in Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und auf Zypern (griechischer Teil) unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Sechs Mal konnte der ADAC im Gesamtergebnis die Note "sehr gut", 25 Mal "gut" und 19 Mal "ausreichend" vergeben. Bei zwölf Vermietern lautete das Urteil hingegen „mangelhaft“ oder sogar „sehr mangelhaft“. Angemietet wurden jeweils die günstigsten Roller für zwei Personen samt Helm für einen Tag.

ADAC-Vergleich

Alle Ergebnisse des Mietroller-Tests 2012

Viele Roller waren angesichts gravierender Mängel wie undichten Bremsleitungen und ölverschmierten Vorderradbremsen zum Teil in einem lebensgefährlichen technischen Zustand. Gerade Griechenland hat Nachholbedarf: Jede zweite griechische Mietstation erhält im Test ein "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft".

Dass es auch anders geht, zeigen die besten Vermietstationen mit freundlichem und professionellem Personal, neuwertigen Rollern, Übergabeprotokollen, verständlichen, mehrsprachigen Mietverträgen, und gut sitzenden Helmen.

Der absolute Testverlierer kommt von der griechischen Insel Mykonos. Wer bei „Joe Club Rent a Bike“ in Mykonos Stadt mieten möchte, sollte gewarnt sein. Was die Tester dort für 18 Euro am Tag anmieten konnten, war nicht einmal dieses Geld wert. Der Roller befand sich in einem desolaten Zustand. Lebensgefährlich waren die undichte Bremsleitung, die ölverschmierte Vorderradbremse und das Lenkkopflager mit viel zu großem Spiel.

Vorbildlich war hingegen der Testsieger aus dem italienischen Palermo: Sicily Moto Rent glänzte mit freundlichem und professionellem Personal. Der neuwertige Roller wurde auf Vorschäden kontrolliert, ein Übergabeprotokoll ausgefüllt, der Mietvertrag – in italienischer und englischer Sprache – war gut zu verstehen. Mit 38 Euro pro Tag lag die Miete deutlich unter dem Testdurchschnitt von 47,75 Euro für einen 125er-Roller. Auf die Kaution wurde verzichtet. Dazu gab es neuwertige, gut sitzende Jethelme mit Visier.

Auffällig: Die Roller in Italien waren zwar größtenteils technisch einwandfrei, dafür aber mit bis zu 78 Euro pro Tag die teuersten im Test. Auch das Ergebnis Spaniens kann sich sehen lassen. Von 16 Mietstationen kassierte nur eine ein "mangelhaft", in Frankreich fiel kein Anbieter durch. Doch nicht immer ist teuer auch sicher. Satte 50 Euro Pro Tag zahlten die ADAC Experten bei einer Station auf Zypern für einen 50er Roller, dessen Bremshebel nicht bedienbar waren.

Anlass zur Sorge bereiten aber nicht nur die technischen Mängel, die im Test festgestellt wurden, auch die Anmietung selbst war häufig katastrophal. Undurchschaubare Versicherungsbedingungen, ausschließlich in Landessprache gehaltene Mietverträge und nicht zurück erstattete Kautionen.

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