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02.02.2017

10:44 Uhr

Auto-Unterhaltskosten

Plug-in-Hybride schlagen reine E-Autos - rechnerisch

VonHolger Holzer
Quelle:Spotpress

Wer seine Autokosten gering halten will, sollte kein reines Elektroauto kaufen. Ein Plug-in-Hybrid mit zusätzlichem Verbrennungsmotor hingegen kann sich eher lohnen. Zumindest theoretisch.

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Der Kauf eines Elektroautos lohnt sich unter finanziellen Gesichtspunkten selten. Nur wenige Modelle können es bei den realen Kosten pro Kilometer mit konventionell motorisierten Fahrzeugen aufnehmen, wie aus Vergleichsrechnungen des ADAC hervor geht. Überraschend gut schneiden jedoch Plug-in-Hybridmodelle ab.

Demnach kostet ein VW Golf GTE mit Plug-in-Hybridtechnik seinen Käufer bei fünfjähriger Haltedauer und 15.000 Kilometern jährlicher Fahrleistung 48,9 Cent pro Kilometer. Sowohl der vergleichbare Diesel als auch der entsprechende Benziner kommen mit 51,1 Cent beziehungsweise 54,8 Cent teurer. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Kaufpreis, Wertverlust, Betriebskosten sowie Steuern und Versicherung.

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Auch bei anderen Modell-Trios kann die Wahl des Plug-in-Hybriden lohnen: Beim BMW 3er kommt die Strom-Benzin-Variante (64 Cent) günstiger als die konventionellen Modelle (Benzin: 70,2 Cent, Diesel: 74,5 Cent), ebenso bei Audi A3, Porsche Panamera Hybrid und Mercedes C-Klasse. Insgesamt lag in 27 Vergleichsgruppen 13 Mal der Plug-in-Hybrid vorn.

Doch es gibt ein großes „Aber“: Denn der ADAC legt bei seiner Berechnung die Normverbräuche der Hersteller zugrunde, die bei Plug-in-Hybridmodellen über die Maßen unrealistisch sind. Im Alltag dürfte der Kostenvorteil - wenn überhaupt noch vorhanden - deutlich kleiner ausfallen.

Dass der Preisvorteil für den Hybriden sowieso keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt etwa der Volvo V60, der mit Doppelantrieb teurer (77 Cent) ist als mit konventioneller Dieseltechnik (70,6 Cent). Der Schwede leidet dabei unter dem relativ hohen Preis; anders als die Wettbewerber kommt bei dem Plug-in-Hybriden als Verbrenner ein besonders sparsamer Diesel an Stelle des günstigeren Benziners zum Einsatz.

Auch bei den reinen Elektroautos belastet vor allem der hohe Kaufpreis die Bilanz der Unterhaltskosten. Trotz der Prämie von 4.000 Euro fällt diese noch immer zugunsten konventioneller Modelle aus. In 27 Vergleichsgruppen war das E-Auto nur sechs Mal der Kostensieger – und das auch nur knapp.

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Mit 42,1 Cent pro Kilometer galt das etwa für den Kia Soul EV (Benziner: 42,3 Cent, Diesel: 43,1 Cent). In der Regel müssen E-Auto-Käufer deutlich drauf zahlen. So etwa beim Bestseller BMW i3, der 47,8 Cent pro Kilometer kostet, während der Mini Cooper S aus dem gleichen Konzern mit 43,4 Cent auskommt. Auch Renault Zoe (46,4 Cent) und Nissan Leaf (50,6 Cent) sind laut ADAC kostspieliger als ihre jeweiligen Vergleichsmodelle.

Kommentare (3)

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Herr Horst Kettler

03.02.2017, 12:01 Uhr

Warum verlässt sich der ADAC bei seinen Berechnungen nur auf die Herstellerangaben? Das ist ja so, als wenn man sich auf die Versicherung der
nordkoreanischen Regierung verlassen würde, dass in ihrem Land die Menschenrechte in jeder Hinsicht gewährleistet sei.
Wann kommen endlich die realitätsnahen Verbrauchsmessungen?

Herr Horst Kettler

03.02.2017, 12:03 Uhr

Grammatik-Korrektur:
Warum verlässt sich der ADAC bei seinen Berechnungen nur auf die Herstellerangaben? Das ist ja so, als wenn man sich auf die Versicherung der
nordkoreanischen Regierung verlassen würde, dass in ihrem Land die Menschenrechte in jeder Hinsicht gewährleistet seien.
Wann kommen endlich die realitätsnahen Verbrauchsmessungen?

Account gelöscht!

03.02.2017, 12:56 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
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