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21.04.2016

08:19 Uhr

Autofahrer-Ratgeber

Geblitzt – und jetzt?

Quelle:Handelsblatt Online

Roter Blitz, Schrecksekunde, Blick auf den Tacho: Wer diese Situation schon öfter erlebt hat, muss wahrscheinlich gegen jeden zusätzlichen Verkehrssünder-Punkt kämpfen. Die Möglichkeiten in fünf Schritten.

Radarmessanlage der Polizei: In vielen: Bundesländern wird heute für 24 Stunden beim sogenannten Blitz-Marathon die Geschwindigkeit von Fahrzeugen kontrolliert. Temposünder, die erwischt werden, haben dennoch Chancen, mit einem Einspruch durchzukommen. dpa

Radarmessanlage der Polizei: In vielen: Bundesländern wird heute für 24 Stunden beim sogenannten Blitz-Marathon die Geschwindigkeit von Fahrzeugen kontrolliert. Temposünder, die erwischt werden, haben dennoch Chancen, mit einem Einspruch durchzukommen.

DüsseldorfAuch wenn die Behörden den heutigen Blitz-Marathon gut vernehmbar angekündigt haben, erwischt es doch immer wieder unaufmerksame Autofahrer. Und seit der Flensburger Punktereform ist der Führerschein bereits bei acht Punkten weg. Wer beruflich auf den „Lappen“ angewiesen ist, für den kann jeder zusätzliche Punkt in der Verkehrssünderkartei problematisch sein. Vor allem, wenn das eigene Punktekonto bereits belastet ist, lohnt es sich, gegen ein Blitzer-Foto vorzugehen.

Schritt 1: Zunächst sollten Autofahrer von ihrem Recht zu Schweigen Gebrauch machen. Wird man von der Polizei nach der Radarkontrolle angehalten, macht man besser keine Angaben zur Geschwindigkeitsüberschreitung und äußert auch keine Entschuldigungen wie „Ich hatte es eilig.“ Nur Angaben zu Ihrer Person kann man nicht verweigern. Sinnvoll kann diese Aussageverweigerung sein, wenn man Einspruch einlegen will.

Flattert der Anhörungsbogen der Bußgeldstelle ins Haus, sollte man ebenfalls keine Angaben zur Sache machen und nicht zugeben, dass man am Steuer saß, empfiehlt der Deutsche Anwaltverein.

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Schritt 2: Richtig Einspruch einlegen. Wer eine Bußgeldforderung bekommt, muss nicht sofort zahlen, sondern kann dagegen Einspruch einlegen. Dafür hat man ab Zugang des Bescheids zwei Wochen Zeit. Um die Einspruchsfrist zu wahren, kann man zunächst selbst ein Schreiben aufsetzen, indem man kurz mitteilt, dass man Einspruch einlegt. Gründe müssen dabei noch nicht genannt werden. Danach führt in einem Bußgeldverfahren aber an einem Anwalt kein Weg vorbei.

Schritt 3: Sieht es kritisch aus, holt man sich anwaltliche Hilfe, das geht leichter mit einer entsprechenden Rechtsschutzversicherung. Wichtig: Diese prüft zunächst, ob eine Kostenübernahme im Streitfall überhaupt infrage kommt. Beim konkreten Vorgehen gibt es verschiedene dann Ansatzpunkte.

Zum einen den der Verjährung: Innerhalb von drei Monaten ab der Ordnungswidrigkeit müssen die Behörden den Fahrer ermittelt und einen Bußgeldbescheid erlassen haben. Die Verjährungsfrist kann durch eine Anhörung unterbrochen werden, dann beträgt sie erneut drei Monate. Das geht aber nur einmal, in der Regel geschieht das durch den Anhörungsbogen, den die Bußgeldstelle verschickt.

Geblitzt.com: Der Schrecken der Bußgeldstelle

Geblitzt.com

Der Schrecken der Bußgeldstelle

Die Seite „Geblitzt.com“ wirbt damit, Bußgeldbescheide kostenlos auf Fehler zu prüfen. Das könnte die Kommunen viel Geld kosten. Doch der Deutsche Anwaltverein ist skeptisch, dass das Geschäftsmodell Bestand hat.

Ist der Autofahrer aber direkt nach dem Blitzen von der Polizei angehört worden, läuft die Frist ab dann. Weil die Bußgeldbehörde oft nicht prüft, ob die Beamten den Autofahrer schon angehört haben, lässt sie sich zu viel Zeit. So kann sich das Problem auch schon mal von selbst erledigen.

Kommentare (14)

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Herr Martin Harmuth

18.09.2014, 11:47 Uhr

"Im Zweifel wird gegen den Schnellfahrer entschieden." Und das ist auch gut so!!!! Schliesslich ist nicht angepasste - sprich zu hohe - Geschwindigkeit immer noch eine der häufigsten Unfallursachen.

Herr Woifi Fischer

18.09.2014, 14:34 Uhr

Geblitzt – und jetzt?

Man kann auch anders über diesen angekündigten Blitzmarathon argumentieren, nämlich so, hier zeigt die Polizei ihre ganze Macht gegenüber dem Autofahrer.
Durch diese Aktion, werden trotzdem wider mehr verkehrstote am Jahresende stehen, wie bei dem ersten Blitzmarathon.
Würde sie mit der gleichen Macht, Mörder, Terroristen, Kinderschänder, Vergewaltiger u.s. w. wären wir in der BRD die glücklichsten Bürger.
Nur bei diesen Verbrechen, versagt die Polizei und Justiz auf das kläglichste.

Account gelöscht!

18.09.2014, 16:49 Uhr

Ich plädiere dafür das jeder Führerscheininhaber Pflichtrunden im Schnellfahren auf dem Nürburgring absolvieren muss; alternativ Pflichtfahren in Indien oder Brasilien ).

Ich persönlich denke das viele Unfälle einfach durch die "Unfähigkeit des Fahrens" herbeigeführt werden. Viele Kraftfahrzeuglenker haben überhaupt keine Übersicht vom Verkehrsgeschehen und sind nicht in der Lage eine schnelle Entscheidung zu treffen, können nicht in der Spur fahren oder benötigen mit ihrem Metz 2 Fahrbahnen. Wer 20 Stunden und mehr für das praktische fahren in der Fahrschule benötigt: soll mit dem Nahverkehr fahren.

Die Leute wollen doch sonst auch alles fix fix; also sollen sie auch so fahren.

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