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21.02.2017

08:26 Uhr

Brandgefährliche Pedelec-Batterien

Warum explodieren E-Bike-Akkus?

Quelle:Spotpress

Lithium-Ionen-Akkus von Pedelecs sind nicht nur leistungsstark, sie können bei falscher Handhabung auch Brände auslösen. Wichtig ist deshalb ein fachgerechter Umgang mit den Stromspeichern.

Ratgeber: Brandgefahr Pedelec-Batterie - Warum explodieren E-Bike-Akkus? Bosch

Ratgeber: Brandgefahr bei Pedelec-Batterien

Der Lithium-Ionen-Akku ist keine tickende Zeitbombe, sondern reagiert meist auf unsachgemäße Handhabung. Gefragt ist Umsicht im Umgang mit den Batterien.

Leistungsstarke Lithium-Ionen-Batterien machen den großen Erfolg von Pedelecs erst möglich. Allerdings sind die eigentlich praktischen Akkus nicht ganz unproblematisch, da Materialien im Innern reaktiv und brennbar sind. Ob Dreamliner, Samsung-Handys oder E-Fahrräder – Geschichten über Explosionen und verheerende Feuer gibt es mittlerweile einige.

Angesichts der vielen Milliarden im Umlauf befindlichen Lithium-Ionen-Batterien sind das allerdings seltene Einzelfälle. Doch ein wenig Vorsicht beim Umgang kann nicht schaden, vor allem mit den großen Pedelec-Batterien,

Laut Tamara Winograd, Leiterin Marketing und Kommunikation von Bosch eBike Systems, können verschiedene Faktoren Brände bei Akkus auslösen. Dabei sind nicht die Produkte an sich das Problem, sondern der falsche Umgang mit ihnen.

“Unter anderem können Manipulationen wie durch eine unsachgemäße Reparatur zu einer solchen Reaktion führen. Ein batterie-externer Kurzschluss kann entstehen, wenn der Akku beispielsweise mit einem falschen oder defekten Ladegerät aufgeladen wird“, erläutert Winograd. „Ist der Akku starker äußerer Hitzeeinwirkung ausgesetzt, zum Beispiel durch einen anderen Brandherd, kann es auch im Inneren zu starker Hitzeentwicklung kommen. Ein batterie-interner Kurzschluss kann auch durch sehr seltene, unentdeckte Ursachen im Herstellprozess oder durch eine äußere Einwirkung, zum Beispiel beim Fall oder der Quetschung eines Akkus, vorkommen“.

Der Lithium-Ionen-Akku ist also keine tickende Zeitbombe, sondern reagiert zumeist auf unsachgemäße Handhabung empfindlich. Gefragt ist eine gewisse Umsicht im Umgang mit den Batterien, so wie etwa mit einem Kanister Benzin, den man ja auch nicht offen und randvoll mit Sprit neben dem Kamin lagert.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte deshalb Pedelec-Batterien zum Beispiel nicht in der Nähe von leicht brennbaren Materialien laden. Kommt es zu einem der seltenen Akkubrände, könnte er neben dem Altpapierhaufen eben leichter ein großes Feuer entfachen. Auf einem Boden mit Fließen ist die Gefahr für ein umgreifendes Feuer geringer.

Außerdem sollte man die Batterie nicht über Nacht und damit vollkommen unbeaufsichtigt an den Strom anschließen. Wo geladen wird, sollte ein Rauchmelder sein. Gerät ein Akku in Brand, löscht man nicht mit Wasser, sondern dämmt das Feuer mit Sand oder einer Decke.

Grundsätzlich empfiehlt es sich zudem, Pedelec-Akkus nicht über einen längeren Zeitraum in eiskalten Räumen zu lagern. Wer also im Winter sein E-Bike in der nichtbeheizten Garage langfristig abstellt, legt besser die Batterie separat im Abstellraum.

„Ist das E-Bike längere Zeit nicht in Gebrauch, sollte der Akku trocken, kühl und mit 30 bis 60 Prozent Ladekapazität gelagert werden“, empfiehlt Tamara Winograd. Vorsicht ist auch bei tiefentladenen Batterien geboten, die längere Zeit nicht genutzt wurden.

Definitiv nicht mehr laden sollte man den Stromspeicher, wenn er leicht aufgebläht ist. Gleiches gilt für Akkus, die heruntergefallen oder gar beschädigt sind. Gerade mechanische Beschädigungen können die Explosionsgefahr deutlich erhöhen.

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