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24.07.2014

15:04 Uhr

E-Bikes im Test

Sicherer und weiter

Quelle:dpa

Stabilere Lenker, meist gut abgestimmte hydraulische Bremsen und leistungsstärkere Akkus: Die aktuelle Generation von Elektrofahrrädern ist laut Stiftung Warentest deutlich sicherer als noch viele Vorjahresmodelle.

Die Akkus der Räder hielten im Test 60 bis 100 Kilometer, beim Test 2013 waren es unter gleichen Bedingungen nur 25 bis 80 Kilometer. dpa

Die Akkus der Räder hielten im Test 60 bis 100 Kilometer, beim Test 2013 waren es unter gleichen Bedingungen nur 25 bis 80 Kilometer.

BerlinDie Stiftung Warentest hat zehn E-Bikes mit tiefem Durchstieg getestet - und keine Ausfälle zu beklagen hat. Im Vorjahres-Test waren noch 9 von 16 E-Bikes mit einem «mangelhaft» durchgefallen. Trotzdem offenbarten sich auch im aktuellen Test noch vereinzelt Schwächen wie Riss- oder Bruchschäden an Felge, Sattelrohr, Sattelstütze oder Akkuhalterung.

Probefahrten vor einem Kauf sind unbedingt empfehlenswert: So zeigten etwa einige Räder im Test ein instabiles Fahrverhalten, besonders mit Gepäck. Vor allem bei höherem Tempo besteht bei ihnen die Gefahr, dass Rahmen und Lenker schwer kontrollierbar flattern.

Denn bei Rädern mit tiefem Durchstieg gibt es kein Oberrohr, das beim Aufnehmen der auftretenden Kräfte helfen könnte. Unter Umständen kann es umgekehrt aber auch sein, dass die Geometrie so gut für einen stabilen Geradeauslauf optimiert wurde, dass man das Rad in Kurven zwingen muss.

Die Akkus der Räder hielten im Test 60 bis 100 Kilometer, beim Test 2013 waren es unter gleichen Bedingungen nur 25 bis 80 Kilometer. Im aktuellen Test reichte eine Ladung im Schnitt für 75 Kilometer Hügelstrecke. Im Dauertest über 500 Ladezyklen verloren die Akkus etwa zwölf Prozent ihrer Speicherkapazität.

Die Verluste eingerechnet, reichen 500 Zyklen unter Laborbedingungen für rund 35.000 Kilometer Strecke mit E-Motor-Unterstützung. Weil aber etwa wechselnde Temperaturen an der Akkukapazität nagen, schaffen Nutzer den Erfahrungen der Tester nach in der Praxis mit 500 Zyklen weniger als 20.000 Kilometer.

Damit das Rad immer betriebsbereit ist, sollte der Akku möglichst bei Raumtemperatur lagern und geladen werden. Denn eine Nutzung und vor allem das Laden von frostkalten oder von der Sonne erhitzten Akkus kann die Lebenszeit verkürzen.

Kleine E-Bike-Typologie

Pedelecs

Pedelecs leiten ihren Namen aus den englischen Begriffen "Pedal, Electric Cycle" ab. Ein elektrischer Hilfsmotor unterstützt den Radler nur solange dieser in die Pedale tritt. Das Fahrrad darf nicht mehr als 250 Watt Leistung bereitstellen und nicht schneller als 25 km/h sein.

In vielen Bundesländern ist für Pedelecs mindestens die Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich. Sie steht Fahrern ab 15 Jahren offen und umfasst eine theoretische und praktische Ausbildung sowie eine Theorie-Prüfung. Personen, die vor dem 01. April 1965 geboren wurden, benötigen aber lediglich einen Personalausweis. Die Mofa-Prüfbescheinigung ist in den Motorradführerscheinen A, A1 und A2 sowie im Pkw-Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) enthalten.

Für Pedelecs ist nur dann keine eigene Haftpflichtversicherung notwendig, wenn sie in der Privathaftpflicht enthalten ist. Oft sind in alten Verträgen Elektroräder aber nicht enthalten. Dann ist eine schriftliche Bestätigung vom Versicherer anzufordern, dass Pedelecs im Vertrag eingeschlossen sind.

Es besteht keine Helmpflicht.

S-Pedelecs

Schnelle Pedelecs sind sogenannte "S-Pedelecs", auch Schweizer Klasse genannt. Sie unterstützen den Fahrer durch den bis zu 500 Watt starken Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Auch hier arbeitet der Motor nur, wenn der Fahrer in die Pedale tritt.

Für den Betrieb ist bei S-Pedelecs ein Versicherungskennzeichen erforderlich. Im Straßenverkehr benötigt der Fahrer die Fahrerlaubnis für Kleinkrafträder der Klasse M. Seit 19. Januar 2013 heißt diese Klasse AM und ist in den Motorradführerscheinen sowie im Pkw-Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) enthalten. Die Klasse AM steht Personen ab 16 Jahren offen und schließt sowohl eine theoretische als auch praktische Prüfung ein.

S-Pedelecs werden wie Kleinkrafträder eingestuft und dürfen nicht auf dem innerstädtischen Radwegnetz fahren. Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen S-Pedelecs nur Radwege benutzen, wenn diese durch das Zusatzschild "Mofas frei" für den Kraftverkehr freigegeben sind.

Es besteht Helmpflicht.

E-Bikes

Im Gegensatz zu Pedelecs und S-Pedelecs besitzen E-Bikes einen maximal 500 Watt starken Antrieb, der unabhängig vom Tritt in die Pedale funktioniert. Über einen Drehgriff oder Schalter am Lenker steuert der Fahrer die Motorleistung des bis zu 20 km/h schnellen E-Bikes. Höhere Geschwindigkeiten sind vom Tritt in die Pedale abhängig.

E-Bikes gelten wie S-Pedelecs als Kleinkraftrad und benötigen ein Versicherungskennzeichen sowie eine Betriebserlaubnis. Das Führen des E-Bikes setzt mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung voraus.

Es besteht Helmpflicht.

Teilladungen sind bei den modernen Akkus, die in den E-Bikes zum Einsatz kommen, übrigens kein Problem mehr. Gegen das Nachladen während einer Tourpause spricht also nichts, im Gegenteil: Eine halbe Stunde an der Steckdose steigert die Reichweite um mindestens sechs Kilometer.

Im Test erreichten drei E-Bikes die Note «gut»: Das 2.490 Euro teure Flyer T5 Deluxe (Note 2,0), das 2.300 Euro teure Pegasus Premio E8F (Note 2,2) sowie das 2.500 Euro teure Kreidler Vitality Eco6 (Note 2,3).

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