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14.05.2012

11:15 Uhr

Getriebeöl

Ab 80.000 Kilometer an den Wechsel denken

Quelle:MID

Regelmäßige Wechsel des Motoröls sind für jeden Autofahrer selbstverständlich. Die Schmierstoffe in Schalt- und Automatikgetrieben führen jedoch ein Mauerblümchendasein.

Die komplexe Mechanik eines Getriebes wie beispielsweise einer manuellen Sechsgang (Abbildung)erfordert zuverlässige Schmierung. Pressefoto

Die komplexe Mechanik eines Getriebes wie beispielsweise einer manuellen Sechsgang (Abbildung)erfordert zuverlässige Schmierung.

PfungstadtRegelmäßige Wechsel des Motoröls sind für jeden Autofahrer selbstverständlich. Die Schmierstoffe in Schalt- und Automatikgetrieben führen jedoch ein Mauerblümchendasein. Ab einer Laufleistung von 80 000 Kilometer gehört ein Ölwechsel für die Schaltung zum Pflichtprogramm. Wenn es er Hersteller nicht ausdrücklich anders festgelegt hat.

Dabei ist die komplexe Mechanik einer Schaltung mit wesentlich mehr Kontakt- und Reibepunkten der Komponenten als im Motor auf eine perfekt funktionierende Schmierung angewiesen. Dabei gilt für das Getriebe das gleiche wie für den Motor: Ist das Schmiermittel alt, verschmutzt oder zu gering bemessen, droht ein Schaden bis zum Exitus. "Grund dafür sind die über die Jahre angesammelten Schmutzpartikel im Öl und die Veränderung der Viskosität, also der Fließfähigkeit des Öls durch unterschiedliche thermische Belastung", so der Werkstattmeister der ZF Services in Darmstadt, Dieter Völp.

Tipps für ein langes Auto-Leben

Öl regelmäßig wechseln

Autobauer geben vor, wie oft das Öl des eigenen Fahrzeugs gewechselt werden muss. Auch welche Sorte und Viskosität die richtige ist, findet man in den Hersteller-Informationen. An diese Vorgaben sollten sich Fahrzeugbesitzer dringend halten, denn Motoröl schmiert nicht nur - auch Metallpartikel und Verbrennungsrückstände lagern sich mit der Zeit darin ab.

Inspektionen nach Wartungsplan

Bei Inspektionen sollten die Wartungspläne des Herstellers genau eingehalten werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle möglichen Schwachstellen überprüft und gegebenenfalls auch gefunden werden können. Außerdem wichtig: Der Zahnriemen des Autos sollte regelmäßig ausgetauscht werden.

Langsam "Warmfahren"

Auf den ersten Kilometern sollten Autofahrer den Motor mit relativ niedriger Drehzahl warmfahren. Der Grund: Der Motor besteht aus verschiedenen Materialien, die sich nach dem Kaltstart unterschiedlich schnell erwärmen und demzufolge auch ausdehnen. Zu schnelles Aufs-Gas-Drücken könnte also dazu führen, dass der Kolben nicht mehr in den Zylinder passt und klemmt. Hinzu kommt, dass auch das Öl nach dem Start noch kalt und zähflüssig ist - es braucht also eine gewisse Zeit, um zu den Schmierstellen gepumpt zu werden.

Motor abkühlen lassen

Turbomotoren können sich sehr stark erhitzen. Damit das Öl nicht an der Achse des Turbinenrades verkohlt und die Ölkanäle verstopft, sind Fahrer gut beraten, wenn sie den Motor ein paar Minuten im Leerlauf abkühlen lassen.

Kurzstrecken und Kaltstarts vermeiden

Beim Kaltstart eines Verbrennungsmotors wird das Kühlwasser und Öl nicht vorgewärmt. Auch im Schmierölkreislauf kann vorher kein Druck aufgebaut werden. Die hohen Temperaturunterschiede belasten den Motor. Unnötige Kaltstarts und Kurzstrecken sollten aus diesen Gründen vermieden werden.

Drehzahlen im Auge behalten

Wird ein kaltes Triebwerk zu hoch gedreht, führt das zu Verschleißerscheinungen. Wer permanent mit voller Leistung fährt, wird auch trotz behutsamen "Warmfahrens" und regelmäßigem Ölwechsel mit mehr Abnutzungserscheinungen rechnen müssen. Aus diesem Grund sind Drehzahlen im mittleren Bereich zu empfehlen.

Durchlüftung

Auch wenn das Merkmal "Garagenwagen" bei Gebrauchtwagenkäufern gern gesehen ist, trocknen nasse Fahrzeuge aufgrund der mangelnden Belüftung in Garagen meist langsamer - vor allem in den Zwischenräumen. Besser aufgehoben sind Autos in einem Carport.

Reinigung

Die Schmutz- und Rostnester eines Autos liegen meist im Verborgenem. Deswegen sollte bei einer Reinigung wirklich gründlich vorgegangen werden. Dabei sollten vor allem die Tür- und Haubenkanten, die Radläufe und der Unterboden nicht vergessen werden.

Hohlraumkonservierung

Wer seinem Fahrzeug ein langes Leben bescheren möchte, sollte Hohlräume und den Unterboden vor Rost schützen. Am besten geht das mit Wachs oder Fett.

"Reifenschonend" fahren

Wer ständig über Bordsteine und durch Schlaglöcher brettert, setzt nicht nur den Reifen seines Autos ordentlich zu, sondern auch eine Achse wird das auf Dauer kaum unbeschadet aushalten können. Deswegen ist bei solchen Hindernissen Vorsicht gefragt.

Der Ersatz eines zerstörten Getriebes ist auf jeden Fall mit einer Reparatur im vierstelligen Bereich verbunden. Um bei einem Auto mit hoher Laufleistung oder bei einem Old- und Youngtimer auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen die Experten eine "Kur" beim Getriebespezialisten. Die beschränkt sich nicht nur auf den Wechsel des Öls, sie umfasst den Ein- und Ausbau der Schaltung, die Zerlegung, Kontrolle, Spülung aller Teile und den Ersatz des Filters. Zudem lassen sich Schäden in einzelnen Komponenten schon im Ansatz erkennen und beheben. Für eine derartige Getriebe-Kur beim Spezialisten sind rund 500 Euro zu kalkulieren, relativ wenig gegenüber einem zerstörten Getriebe.

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