Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.06.2011

13:24 Uhr

Gratispinkeln.de

Webseite empfiehlt Autobahn-Toiletten

Quelle:dpa

Drückt auf der Autobahn die Blase, liegt oft nur eine Abfahrt entfernt das Paradies. Einziger Wermutstropfen: An vielen Raststätten werden für Pinkelpausen 70 Cent fällig. Eine Website zeigt kostenlose Alternativen.

BerlinAuf www.gratispinkeln.de können Nutzer per internetfähigem Handy die stillen Örtchen zügig ausfindig machen. Auf der Homepage stehen auch Zusatzprogramme für Navigationsgeräte zum Download, mit denen das Gerät Gratis-Toiletten an Autobahnen anzeigt. Kleine und große "Geschäfte" an Parkplätzen ohne WC im Gebüsch zu erledigen, um sich vor Klo-Kosten zu drücken, ist keine gute Idee: Wer dabei erwischt wird, muss mit einer saftigen Strafe rechnen. Das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten sieht bis zu 1.000 Euro Bußgeld vor.

Zu teuer: Viele Deutsche halten die Preise an Autobahn-Toiletten für überzogen. Beim WC-Service Sanifair kostet ein Besuch 70 Cent. dpa

Zu teuer: Viele Deutsche halten die Preise an Autobahn-Toiletten für überzogen. Beim WC-Service Sanifair kostet ein Besuch 70 Cent.

Parkt ein Autofahrer seinen Wagen auf dem Standstreifen einer Autobahn und erleichtert sich hinter der Leitplanke, kommen noch 40 Euro und zwei Punkte in Flensburg dazu. "Denn auf dem Pannenstreifen ist das Halten und Parken hierzulande verboten", erläutert Joseph Harrer vom Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD). "Es sei denn, es liegt ein Notfall vor."

Die Notdurft gilt allerdings nicht als Notfall, betont Harrer. Auch dann nicht, wenn man mit randvoller Blase im Stau stecke und die nächste Toilette unmöglich rechtzeitig erreichen kann. Wer sich in diesem Fall trotzdem für einen kurzen Stopp auf dem Pannenstreifen entscheidet, sollte unbedingt den Warnblinker einschalten - und muss darauf hoffen, dass die Polizei ein Auge zudrückt.

ACE: Preise zu hoch

Der Auto Club Europa (ACE) hält die Preise an deutschen Autobahnraststätten für überzogen. „Unter dem Strich ist nicht nur der Sprit unverhältnismäßig teuer, sondern alles andere auch“, sagte Sprecher Rainer Hillgärtner am Donnerstag in Stuttgart. Der ACE rät Reisenden zur Urlaubszeit daher, sich entweder selbst zu versorgen oder sich abseits der Autobahn nach günstigen Alternativen umzusehen. Auch die Toilettengebühr an Raststätten sei unnötig. „Es ist auch in der gehobenen Gastronomie nicht üblich, dass für die Nutzung der WC-Anlagen Gebühren erhoben werden“, sagte Hillgärtner.

Dem Urteil schließt sich die Mehrheit der Betroffenen an: Drei von vier Befragte finden die Raststätten an deutschen Autobahnen zu teuer. In einer Umfrage des Kölner Meinungsforschers YouGov erklärten 76 Prozent der rund 1.000 Befragten, die Preise der Rastanlagen seien nicht angemessen.

Besonderes Ärgernis sind dabei die Toilettengebühren: 70 Cent für die Benutzung der sanitären Anlagen halten vier von fünf Befragten (80 Prozent) für zu viel. Nur gut die Hälfte der Befragten (52 Prozent) ist mit der Qualität der Raststätten insgesamt zufrieden. Aber nur jeder Vierte (25 Prozent) sucht regelmäßig alternative Pausenplätze abseits der Autobahnen.

Insgesamt suchen fast zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) zumindest manchmal Alternativen, nur jeder zehnte Befragte (10 Prozent) ist den Autobahnraststätten immer treu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×