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02.12.2013

13:33 Uhr

Große regionale Unterschiede

Abschleppen in Hamburg ist besonders teuer

Wer falsch parkt, kann abgeschleppt werden und muss dafür bezahlen. Doch in einigen Städten müssen die Autofahrer besonders tief in die Tasche greifen, wie jetzt der Auto Club Europa (ACE) aufgelistet hat.

Abzocke beim Abschleppen: Je nach Stadt können auf Falschparker stark unterschiedliche Abschleppkosten zukommen. ACE

Abzocke beim Abschleppen: Je nach Stadt können auf Falschparker stark unterschiedliche Abschleppkosten zukommen.

StuttgartFalschparker müssen für abgeschleppte Autos laut Automobilclub ACE in einigen deutschen Städten besonders tief in die Tasche greifen. So seien in Hamburg mindestens 260 Euro fällig, während auf Falschparker in Aachen halb so hohe Kosten ab 134 Euro zukämen, teilte der Auto Club Europa mit.

Der „Bild“-Zeitung sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner: „Es ist schon sehr auffällig, wie unterschiedlich hoch die Gebühren ausfallen, obwohl der Kostenaufwand beim Abschleppen in der Stadt überall in etwa gleich sein dürfte.“

Bei den Kosten summieren sich laut ACE das Verwarnungs- oder Bußgeld, der vom abschleppenden Unternehmen berechnete Preis, die Gebühr zur Abholung sowie die von der Stadt erhobene Verwaltungsgebühr. „In Hamburg kann das an einem Werktag samt Bußgeld zusammen Kosten in Höhe von 310 Euro verursachen“, hieß es.

Volker Lempp, Verkehrsrechtsexperte beim ACE in Stuttgart, empfiehlt, sich mit den rechtlichen Grundsätzen rund ums Abschleppen vorsorglich vertraut zu machen. So müsse sich zum Beispiel jeder gut überlegen, ob das bei Parkverstößen vergleichsweise geringe, meist unterhalb von 40 Euro liegende Verwarnungsgeld es wert ist, dagegen mit erheblichem Aufwand vorzugehen.

Teurer wird es, sobald abgeschleppt werden muss. Das kann schneller gehen, als gedacht: Nach Angaben von Lempp darf grundsätzlich auch dann abgeschleppt werden, wenn keine unmittelbare Behinderung vorliegt, beispielsweise dann, wenn die Parkdauer überschritten wurde. „Das hängt vom Einzelfall ab“, sagte Lempp. Sofort abgeschleppt werden darf selbst ohne Vorliegen einer konkreten Behinderung dann, wenn verbotenerweise etwa auf Gehwegen, in Feuerwehranfahrtszonen, auf Anwohnerparkplätzen, Behindertenparkplätzen, an Bushaltestellen oder im Bereich von Fußgängerzonen- oder Überwegen geparkt worden ist.

Zu besonderer Vorsicht rät der Autoclub, wenn es um den Besuch von Weihnachtsmärkten oder Veranstaltungen geht, für die der fließende Verkehr umgeleitet wird. Auf den eingerichteten Umleitungstrecken besteht häufig ein temporäres Halteverbot, um den Verkehr nicht zu behindern. Wer hier parkt, kann sofort abgeschleppt werden, was an einem Sonntag Kosten von mehr als 400 Euro verursachen kann.

Günstiger wird es nur in einem Fall: Kommt der Fahrzeugbesitzer zu seinem Wagen zurück, bevor er am Haken hängt, darf zudem nur die Anfahrt des Abschleppdienstes berechnet werden.

Kommentare (2)

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Wiesbadener

02.12.2013, 15:30 Uhr

Geld ist vielfach keine Strafe für betroffene Egoisten mehr. Das Auto sollte für Wiederholungstäter ein paar Tage zwangsverschlossen und "angekettet" werden. Das hilft auch der Gemeinschaft!

Falschparker

03.12.2013, 12:49 Uhr

Wiesbadener so etwas beknacktes hab ich ja noch nie gehört. Die Städte wollen eine florierende Wirtschaft und hohe Steuereinnahmen. Auf der anderen Seite sorgen sie nicht für ausreichend Parkplätze sondern zocken die Leute lieber gnadenlos ab.
260 EUR für einmal blöd parken wie in Hamburg ist der Nepp des Jahrhunderts!

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