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16.02.2012

11:28 Uhr

Karnevals-Tipps

Der Blick ins Glas kann teuer werden

Quelle:MID

Verstärkte Alkoholkontrollen begleiten die närrische Zeit, den Karneval, der am 22. Februar endet. Wer Führerscheinverlust und Geldstrafen nicht riskieren will, sollte das Auto stehen lassen.

Karneval und Alkohol gehören für die meisten Zeitgenossen zusammen. Doch dann muss das Auto stehen bleiben. MID

Karneval und Alkohol gehören für die meisten Zeitgenossen zusammen. Doch dann muss das Auto stehen bleiben.

MünchenJetzt herrscht bei der Polizei wieder Hochkonjunktur. Fasching, Fastnacht oder Karneval heißt der Grund dafür, denn dabei wird viel gefeiert und dazu Alkohol getrunken. Erst am 22. Februar ist Aschermittwoch, an dem die sogenannte fünfte Jahreszeit endet. Nach Einschätzung des Automobilclubs Kraftfahrer-Schutz (KS) verlieren wieder einige tausend Promille-Fahrer ihren Führerschein.

Daher wird geraten, das Auto zu Hause zu lassen, wenn es zum fröhlichen Feiern geht. Öffentliche Verkehrsmittel sind stets billiger und zudem sollte den Karnevalisten bewusst sein, dass bei jedem vierten Unfall mit Todesfolge Alkohol im Spiel war. Grund genug, auf Busse, Bahnen und Taxis zu setzen oder sich von jemandem fahren zu lassen, der nüchtern geblieben ist.

Wer erwischt wird, muss auch tief in die Tasche greifen. Denn bereits das erste Überschreiten der 0,5-Promille-Grenze kostet satte 500 Euro, einen Monat Fahrverbot und vier Punkte in Flensburg. Wer zum zweiten Mal erwischt wird, zahlt 1.000 Euro und muss den Führerschein drei Monate abgeben.

Bei einem Alkohol-bedingten Unfall kann es noch teurer werden: Die Versicherungen entschädigen zwar die Opfer, können aber beim Alkohol-Sünder Regressansprüche geltend machen. Auch der Beifahrer bekommt nur einen Teil seines Schadens ersetzt, wenn er von der Fahruntüchtigkeit des Fahrers wusste.

Übrigens helfen gegen Alkohol im Blut weder Tricks noch Koffein oder Vitamine. Nur der Körper kann Alkohol abbauen, im Schnitt etwa 0,1 Promille pro Stunde. Wer also gegen Mitternacht mit 1,5 Promille ins Bett gegangen ist, hat selbst am nächsten Morgen um 10 Uhr noch 0,5 Promille Restalkohol im Blut und ist fahruntauglich.

Verkehrsunfälle auf dem Weg zur oder von der Arbeitsstelle nach Hause stehen aber in manchen Fällen noch unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, auch wenn bei einem solchen Unfall Alkohol im Spiel war. Nur wenn die alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit als wesentliche Unfallursache feststeht, wird die Berufsgenossenschaft von ihrer grundsätzlichen Leistungspflicht frei.

In einem konkret verhandelten Fall starb der Versicherte durch einen Verkehrsunfall auf dem Heimweg von der Arbeit. Eine Blutuntersuchung ergab eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von 0,93 Promille. Die in Anspruch genommene Berufsgenossenschaft verneinte einen Versicherungsfall mit der Begründung, der Alkohol sei die wesentliche Unfallursache gewesen. Das angerufene Gericht stellte klar, dass der auf dem Heimweg bestehende Versicherungsschutz sei nicht deshalb entfallen, weil der Versicherte unter Alkoholeinfluss gefahren sei. Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung ist nur dann ausgeschlossen, wenn die Alkoholisierung als die rechtlich allein wesentliche Ursache des Unfalls anzusehen ist. Dieser Nachweis wurde im konkreten Fall nicht erbracht (LSG Bayern, Az.: L 2 U 566/10).

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