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15.08.2011

08:32 Uhr

Kein junger Grenzverkehr

Führerschein-Änderung ärgert Österreich

Quelle:DPA

Eigentlich sollte es 16-jährige Amerikaner treffen, jetzt ärgert es Österreich: Eine Änderung der deutschen Fahrerlaubnis-Verordnung schränkt den Grenzverkehr 17-jähriger Österreicher ein - mit weit reichenden Folgen.

Eine Änderung im deutschen Führerschein-Recht hat auch Auswirkungen auf junge Österreicher. Quelle: dpa

Eine Änderung im deutschen Führerschein-Recht hat auch Auswirkungen auf junge Österreicher.

WienBisher hatten österreichische 17-Jährige ihren deutschen Altersgenossen eines voraus: Sie durften bereits vor der Volljährigkeit nach bestandener Prüfung alleine Auto fahren. Auch in Deutschland. Dass dies nun abgeschafft wurde, sorgt vor allem in der Grenzregion zu Bayern für Ärger.

Seit 1. Juli dürften 17-Jährige ausländische Lenker bei Aufenthalten in der Bundesrepublik kein Auto mehr fahren. Das bestätigte das Verkehrsministerium in Berlin am Donnerstag. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn sie einen Wohnsitz in Deutschland haben.

Die Nicht-Anerkennung der sogenannten "L17-Lenkberechtigung" sei für Jugendliche aus grenznahen Gebieten wie Kufstein oder Reutte ein schwerer Eingriff in ihrer Bewegungsfreiheit, beschwerte sich der österreichische Verkehrsclub ARBÖ. Für einige stehe sogar die Lehrstelle in Deutschland auf dem Spiel. "Für diese Altersgruppe bedeutet diese Einschränkung auch eine große zusätzliche finanzielle Belastung, müssen sie nun auf alternative Verkehrsmittel wie Bahn und Bus umsteigen, um ihre Ausbildung nicht zu gefährden", klagt ARBÖ-Tirol-Chef Helmuth Werth.

Änderung in Österreich kaum bekannt

Zudem seien vielerorts die Grenzen zum Nachbarn kaum noch erkennbar. Jugendliche, die alltäglich zwischen beiden Ländern hin und her pendeln, könnten so unbewusst kriminalisiert werden, sorgt sich der Verkehrsclub. Deutschland solle für Österreich eine Ausnahme machen und die Änderung wieder zurücknehmen.

Er habe von der Änderung gar nichts gewusst und sei vor zwei Wochen über die Grenze gefahren, erzählt der Salzburger Tobias Ebner dem ORF: "Das hätte ich natürlich nicht dürfen. Ich werde es nicht mehr tun, bis ich 18 bin." Auch die Fahrschulen sollen erst seit einem Monat informiert worden sein und hätten ihre Kunden gar nicht darauf vorbereiten können. Nun seien viele Leute im Nachbarland unterwegs und wüssten gar nicht, dass das gefährlich sei, sorgt sich Fahrschulen-Sprecher Georg Lämmerhofer. Bei einem Unfall zahle beispielsweise die Versicherung nicht.

Es gebe in dieser Sache bereits Kontakt zwischen Wien und Berlin, heißt es aus dem österreichischen Verkehrsministerium. Denn die Änderung hätte nach österreichischen Informationen gar nicht die Nachbarn treffen sollen - es sei Berlin vielmehr um Jugendliche aus den USA gegangen, die bereits mit 16 in Deutschland gefahren sind. "Es gibt in Berlin bereits Überlegungen, dass man Österreicher wieder zulässt", ist aus Regierungskreisen in Wien zu erfahren.

Von

Miriam Bandar

Kommentare (2)

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Biking

15.08.2011, 10:34 Uhr

Die Tatsache, dass 16-jährige Deutsche mit dem A1 Führerschein zwar europaweit fahren dürfen, aber nicht in Österreich, scheinen die Österreicher dabei gerne zu vergessen. Warum sollen wir den Österreichern eine Extrawurst braten, wenn unsere eigenen Jugendlichen schikaniert werden?

wolfi

15.08.2011, 11:21 Uhr

Jeder hat im Ausland die dort herrschenden Gesetze zu respektieren ohne wenn und aber.

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