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18.04.2012

16:05 Uhr

KFZ-Versicherungen

Die Profiteure der neuen Autotarife

VonJens Hagen, Thomas Schmitt

ExklusivDie Prämien in der Autoversicherung steigen. Im Einzelfall erhöhen sich die Preise um bis zu 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es gibt aber Ausnahmen. Welche Autofahrer profitieren und wer mehr zahlen muss.

Die Prämien für KFZ-Versicherte steigen. Einige Risikogruppen können trotzdem sparen. dpa-tmn

Die Prämien für KFZ-Versicherte steigen. Einige Risikogruppen können trotzdem sparen.

DüsseldorfDie Autoversicherer atmen auf. "In die Prämien der mit Abstand größten Sparte, der Kraftfahrtversicherung, scheint nun tatsächlich Bewegung zu kommen." Das stellt heute in Berlin Robert Pohlhausen fest, der Verbandssprecher für die Schaden- und Unfallversicherung.

Die Durchschnittsprämie habe sich 2011 erstmals seit 2004 erhöht. "In der Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung beobachten wir eine rund zweiprozentige Erhöhung der Durchschnittsprämie, in der Vollkaskoversicherung etwa 1,5 Prozent."

Die Versicherungsunternehmen nehmen daher deutlich mehr ein. Im vergangenen Jahr waren es 20,9 Milliarden Euro – ein Plus von 3,5 Prozent. Nach wie vor profitierten die Versicherungskunden jedoch vom harten Wettbewerb, denn noch immer lägen die Prämien auf dem niedrigen Niveau von Anfang der 1980er-Jahre.

Die jährlichen Rabattschlachten sind gut für die Kunden, die Versicherer begeistert dies jedoch nicht. "Die Lage in der Kraftfahrtversicherung hat sich keinesfalls entspannt", stellt Pohlhausen fest. Denn die Entwicklung der Schäden sei unverändert kritisch. Die Leistungen der Kraftfahrtversicherer 2011 seien sogar noch höher als noch im November prognostiziert. Sie betrügen 20,5 Milliarden Euro.

Damit werde das ohnehin schon äußerst schadenträchtige Vorjahr 2010 nochmals um 2,1 Prozent übertroffen. Hauptursachen: Sturm und Hagel im Sommer wie im Herbst, der Konjunkturaufschwung und die damit einhergehende höhere gewerbliche Fahrleistung, aber auch die lange Glatteisperiode zu Jahresbeginn 2011 und im Dezember 2010.

Auch insgesamt seien die Schäden teurer geworden. Die Autoversicherer stecken daher als Branche tief in den roten Zahlen - mit einem Verlust von 1,6 Milliarden Euro beim versicherungstechnischen Ergebnis. Besonders schlecht läuft es in der Vollkaskoversicherung. Hier gebe es so gut wie keinen Kraftfahrtversicherer mehr, der noch ein ausgeglichenes versicherungstechnisches Ergebnis erziele.

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Aber was bedeuten die angekündigten Preissteigerungen für die Kunden? Und welche Risikogruppen trifft dies besonders hart? Eine Analyse der Unternehmensberatung Nafi für Handelsblatt Online zeigt Gewinner und Verlierer der neuen Tarife. „Der Preistrend zeigt zwar nach oben“, sagt Ivana Höltring, Geschäftsführerin von Nafi. Doch nicht jede Gruppe ist gleich stark betroffen. Junge Fahranfänger profitieren zum Beispiel, weil jede vierte Gesellschaft neue Schadenfreiheitsstaffeln eingeführt haben. Im Tarifvergleich können sie mit Ersparnissen von bis zu 30 Prozent rechnen.

Junge Männer dürfen sich besonders häufig freuen,  denn knapp die Hälfte der Versicherer unterscheiden nicht mehr nach dem Geschlecht. Männliche Fahranfänger haben bekanntlich besonders hohe Schadenquoten. Nach Vorgaben des europäischen Gerichtshofes müssen die Versicherer bis Ende des Jahres geschlechterneutral kalkulieren. Zahlreiche Gesellschaften bieten jetzt schon Unisex-Tarife an.

Die Auswertung zeigt: auch Zweitwagen und Rentner können mit einzelnen Tarifen im zweistelligem Prozentbereich sparen. Die meisten neuen Versicherten trifft die Prämiensteigerungen der Gesellschaften aber hart. „Preissteigerungen zwischen zehn und 20 Prozent je Tarif sind durchaus üblich“, sagt Höltring. Das zeigen die Tarifvergleiche etwa für Familien, Selbstständige oder angestellte Singles.

Auf den folgenden Seiten finden Autofahrer zehn Tarifvergleiche für typische Risikogruppen. Die Analyse zeigt Vor- und Nachteile des neuen Tarifjahrgangs – und mit welchen Tricks Autofahrer Prämie sparen können.  

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