Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.04.2012

11:48 Uhr

Neue Modelle

Wie sich Carsharing wirklich lohnt

Quelle:Zeit Online

Ein Auto? Ja, aber nicht für immer. In Großstädten verzichten immer mehr Menschen auf einen eigenen Wagen und leihen sich nur für den Großeinkauf oder den Sonntagsausflug an den Stadtrand kurz einen aus.

"Drivenow": BMW und Sixt stellen ein flexibles Carsharing-Modell vor. Quelle: dapd

"Drivenow": BMW und Sixt stellen ein flexibles Carsharing-Modell vor.

BerlinWeniger Autos auf den Straßen, weniger CO2 in der Atmosphäre, ökologisch bewusstere Menschen– für die Befürworter von Carsharing spricht alles dafür, mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Experten bescheinigen dem gemeinschaftlichen Autofahren weiter großes Wachstumspotenzial. Für Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) steht fest: "Der Markt ist da." Nur wie groß der Marktgenau ist und wie einfach man ihn erschließen kann, lässt sich schwer sagen. Unterschiedliche Schätzungen kommen auf 1,5 bis vier Millionen potenzielle Carsharing-Fahrerin Deutschland.

Doch noch krankt es an suboptimalen Modellen der Anbieter, die eine größere Akzeptanz von Carsharing verhindern. "Es muss alles viel einfacher werden", sagt Canzler. "Fahrer müssen jederzeit spontan auf die Wagen zugreifen können, sie sollen nicht vorher festlegen müssen, wie lange sie das Auto brauchen und Einwegnutzungen müssen möglich sein."

Bislang gibt es nur wenige derart flexible Modelle. Ab April stellt BMW zusammen mit Sixt in München und Berlin 800 Minis und 1-er BMW auf die Straße, die für 29 Cent pro Minute ausgeliehen werden können - Benzin inklusive. Die Autos lassen sich bequem per Internet buchen. BMW verzichtet sogar vollständig auf feste Stationen, sondern stellt die Wagen innerhalb des Stadtgebiets auf die Straße. Verfügbare Fahrzeuge können sich die Nutzer im Internet oder unterwegs auf ihrem Smartphone anzeigen lassen und mit einem Chip auf dem Führerschein öffnen und starten - selbst der Autoschlüssel ist überflüssig.

Eine überfällige Vereinfachung, können Carsharing-Fahrer in den meisten Fällen den Wagen doch nur an festgelegten Stationen abholen und müssen ihn auch wieder dorthin zurückbringen. Dennoch wächst die Carsharing-Branche, die Zahl der Anbieter und Kunden nimmt zu. 2010 teilten sich immerhin 190.000 Fahrer Autos, gut 20 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Bundesverband Carsharing (bcs) mitteilt. Mehr als 120 Anbieter in 300 Städten und Gemeinden bieten Carsharing an – von großen Autoherstellern über Stadtwerke und Start-ups bis zu ehrenamtlichen Initiativen auf dem Land.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Smarty

22.03.2011, 16:27 Uhr

Klingt wie ein Treppenwitz. Da zerrt ausgerechnet die Fahrzeugindustrie ein veraltetes Konzept aus der Mottenkiste, um die Innenstädte noch weiter mit herumstehenden Autos zuzumüllen. Damit will sie sich doch lediglich ein grünes Etikett aufkleben! Dabei hat Carsharing 40 Jahre lang keinen nennenswerten Beitrag zur Verkehrsvermeidung und Umweltschonung geleistet.
Im Gegensatz dazu steht das viel modernere Dynamic Ridesharing ante portas und wird den Berufsverkehr in Bälde drastisch reduzieren helfen.
Wenn dann erwartungsgemäß nicht mehr soviele leere Sitzplätze in der Gegend herum fahren, werden auch weniger Autos benötigt. Da darf sich die Autoindustrie jetzt schon mal warm anziehen 8-)
Carsharing jedenfalls ist eine Nische für Gelegenheits-Autofahrer und taugt damit für keine nachhaltige Verkehrsvermeidung. Ridesharing spielt in einer anderen Liga und hat das Potential allein in Deutschland ca. 10 Mio. Fahrzeuge täglich von der Straße zu bringen. Die Hauptverursacher der Verkehrslast sind die Berufspendler und nicht die umweltbewussten Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, die ab und an mal ein Auto benötigen!

mrenigma

23.03.2011, 09:07 Uhr

naja - dass sich daimlers cars2go mit 0,29 nicht rechnet und sogar ein verlustgeschäft ist, ist allgemein bekannt.

ich denke man muss nun nicht bwl studiert haben, um zu erkennen, dass BMW und SIXT mit 0,29 bei einer sog. "premium"-flotte auch ein problem haben werden.

von daher geht es in beiden fällen offenbar nicht darum ein neuen konkurrenzfähigen service anzubieten, sondern eher PR für die eigenen autos zu machen. 300 kisten die in münchen und 500, die in berlin rumstehen und parkplätze blockieren sind ja auch vrgl. günstige Plakatwände.

alls in allem fragt man sich, was dieser kram soll!

Mrenigma

23.03.2011, 09:13 Uhr

Hallöchen,
leider liegst du falsch.
Im Gegensatz zu Car2Go und auch dem neuen Drive Now gibt es für das "Nischenangebot" Carsharing Studien über den Umwelteffekt - tatsächlich wird von einer Reduzierung von 8 bis 10 Autos je Carsharing-Auto gesprochen.

Allein die Tatsache, dass Daimler und BMW nun den Carsharing Markt entdeckt haben, spricht für die Tatsache, dass die "Gelegenheitsautofahrer" offenbar nicht die einzige Zielgruppe sind.

Es geht aber beim richtigen carsharing tatsächlich um den Ersatz des eigenen Autos, bei gleicher Zuverlässigkeit.

Ridesharing - ist sicherlich eine interessante Idee... allerdings hilft es mir wenig, wenn ich wirklich mal ein Auto brauche. Man könnte tatsächlich auch die Frage stellen, was nun so innovativ am Ridesharing ist ... Mitfahrzentralen gibt es schon seit Jahrzehnten ... allein die Tatsache, dass man nun mittels Smartphone eine Fahrt finden kann ist ja nicht wirklich innovativ.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×