Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.04.2011

08:12 Uhr

Oldtimer und Youngtimer

Krisensichere Geldanlage mit hohem Spaßfaktor

Vorbei sind die Zeiten, in denen Oldtimer-Besitzer als verschrobene Sektierer galten. Die Techno Classica in Essen präsentiert Autos, bei den die Alterung hohe Renditen gebracht hat. Und der Markt bietet noch Potenzial.

Im Mai 2009 brachte ein Ferrari 250 Testa Rossa von 1957 bei der Versteigerung im Londoner Auktionshaus Sotheby’s rekordträchtige zwölf Millionen US-Dollar. So viel wird die Versteigerung von 63 Oldtimern, die am Samstag, 2. April, im Rahmen der Techno Classica in Essen stattfindet, wohl nicht mal in der Summe bringen. Dennoch gilt auch für Deutschland: Die Szene der Young- und Oldtimer ist zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Und immer mehr Autofans suchen nach dem einen Oldie-Schnäppchen, das sich per Wertsteigerung nicht nur selber finanziert, sondern auch noch satte Rendite abwirft.

Bis in die 1970er-Jahre steckte die deutsche Oldtimer-Szene noch in den Kinderschuhen, Besitzer alter Automobile galten vielfach als verschrobene Sektierer, die sich mit Hingabe um wertloses Altmetall kümmerten. Mittlerweile haben sie ihre Außenseiter-Ecke verlassen, das Oldtimer-Hobby und das Oldtimer-Business sind salonfähig geworden.

Dann das Alteisen wird von einer wachsenden Masse Menschen längst nicht mehr mit stinkenden qualmenden Zweitakter-Trabis gleichgesetzt. Viele Autos der 60er und 70er Jahre haben sich zu emotional positiv besetzten Sympathieträgern aus einer vermeintlich besseren Zeit gemausert, als Karosserien noch unverwechselbare Formen hatten, Autos Kosenamen trugen und der VW Käfer als vollwertiges Familienmitglied galt, das nur zufällig in der Garage wohnte.

Nahaufnahme verschiedener historischer Ferrari-Modelle, wie sie regelmäßig u.a. bei Sotheby´s zur Versteigerung kommen. Quelle: Reuters

Nahaufnahme verschiedener historischer Ferrari-Modelle, wie sie regelmäßig u.a. bei Sotheby´s zur Versteigerung kommen.

Auch die Statistik im Hintgrund beeindruckt, sie wurde von den maßgeblichen Verbänden und Interessengemeinschaften frisch zur Messe in Essen durchaktualisiert. So besitzen in Deutschland rund 15 Millionen Menschen eine grundsätzlich positive Einstellung zu Oldtimern, sagt das Institut für Demoskopie Allensbach. Die Studie im Auftrag der Zeitschriften „Oldtimer Markt“ und „Oldtimer-Praxis“ verrät weiterhin: 4,3 Millionen Deutsche interessieren sich „ganz besonders“ oder „auch noch“ für Oldtimerautos oder Oldtimermotorräder. Dazu zählen auch diejenigen, in deren Haushalt mindestens ein Oldie im Haushalt vorhanden ist, oder die mindestens eine Oldtimerzeitschrift lesen.

Markt ohne Schwankungen

Natürlich besitzt nicht jeder der latent Interessierten ein Sammlerfahrzeug. Dennoch gibt es in Deutschland eine beeindruckende Zahl von Oldtimer-Besitzern. Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) waren in Deutschland Anfang 2010 rund 335.000 Autos und 265.000 Motorräder zum Straßenverkehr zugelassen, die 30 Jahre und älter sowie fahrtüchtig, versichert und versteuert waren. Der ADAC hat ermittelt, dass sich diese Zahl in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt hat.

Die Oldtimer-Weltorganisation FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) hat für Deutschland ein Marktvolumen von jährlich 5,7 Milliarden Euro für das Geschäft mit den und rund um die historischen Fahrzeuge ermittelt. Dieser Markt wird geprägt von einem stetigen Wachstum ohne große Schwankungen. So blieb die Klassiker-Szene von der Autokrise unberührt. Die Geschäfte liefen zwar verhaltener, verließen aber nie die Gewinnzone.

Der Deutsche Oldtimer Index ermittelte für die Klassiker einen Wertzuwachs von jährlich 2,5 Prozent. Damit liegt dieser Wert zwar unter den 16 Prozent, die der Deutsche Aktienindex (Dax) 2010 zulegte, rutschte aber auch in den Zeiten, in denen der Dax einbrach, - und das war gleich vier mal in den vergangenen zehn Jahren -, nie unter die Nulllinie. Es soll inzwischen sogar Banken geben, die den Erwerb eines Oldtimers als Vermögensbildung akzeptieren. Und der Markt hat weiteres Potenzial: Laut KBA sind derzeit in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Personenwagen zugelassen, die älter als 20 Jahre sind. Diese sogenannten Youngtimer erreichen also den Status als Oldtimer in absehbarer Zeit. Wer jetzt geschickt einen wenig gefahrenen Gebrauchten mit Tendenz zum Klassiker auswählen und für ein paar Tausender erwerben will, hat also zumindest theoretisch gute Chancen.

Ferrari Dino 246 GT Quelle: Boris Kaiser

Ferrari Dino 246 GT

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

commonman

02.04.2011, 13:02 Uhr

reine spekulationsobjekte, aber richtig erkannt - krisensicher!

imgegensatz zu den neuen supidupi mit elektronik vollgestopften karren laufen die auch noch mit einem holzvergaserauf dem hänger

schönes wochenende - und meidet die radwege

> http://commonman.de/wp/?page_id=2974

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×