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10.06.2011

13:28 Uhr

Pfingsten naht

Der Benzinpreis steigt und steigt und steigt

Pünktlich zum langen Wochenende geht das altbekannte Spiel wieder los: Die Mineralölkonzerne greifen uns an der Tankstelle tief in die Tasche. Doch dieses Mal hat die Preiserhöhung auch andere Gründe.

In der vergangenen Woche kostete ein Liter Super E10 im Schnitt rund 1,53 Euro. Quelle: dpa

In der vergangenen Woche kostete ein Liter Super E10 im Schnitt rund 1,53 Euro.

DüsseldorfEin langes Wochenende und dazu noch der Beginn der Pfingstferien in Baden-Württemberg und Bayern, das klingt nach viel Ärger und Frust für den Autofahrer. Die Verkehrsclubs rechnen mit kilometerlangen Staus auf den Autobahnen Richtung Alpen sowie zu Nord- und Ostseeküste.

Doch Verkehrsbehinderungen dürften für viele das kleinere Ärgernis sein. Denn pünktlich zu den Feiertagen werden wohl wieder die Preise an der Tankstelle steigen. "Wir rechnen damit, dass die Ölkonzerne ab Freitag rund drei Cent auf den Benzinpreis draufpacken", sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel gegenüber dem Portal rp-online.

Gescheiterte Opec-Konferenz ist ein Grund

Zu den nahezu schon üblichen Feiertagsaufschlägen kommt noch ein weiterer Faktor: der Ölpreis. Nach dem Rekordhoch von 126,62 Dollar pro Barrel Brent-Öl Mitte April hatte sich der Preis zwar etwas erholt. Doch diese Entwicklung hielt nicht lange an. Von 109,55 Dollar Mitte Mai ist der Preis inzwischen gestiegen. Im asiatischen Handel legte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juli leicht um 12 Cent zu auf 119,73 US-Dollar. Der Preis für ein Fass Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich hingegen leicht um 19 Cent auf 101,74 Dollar.

Händler nannten als Ursache für das hohe Niveau der Ölpreise unter anderem die gescheiterte Opec-Konferenz vom Mittwoch. Saudi-Arabien war mit dem Vorstoß gescheitert, die Förderquoten anzuheben. Damit sollten der Ölpreis gedrückt und Belastungen für die Weltwirtschaft verringert werden. Saudi-Arabien will nun seine Förderung forcieren. "Dies bedeutet aber, dass weniger Überschuss-Kapazitäten für unerwartete Ausfälle zur Verfügung stehen", betonte Rohstoff-Experte Tony Nunan von Mitsubishi Corp. Daher seien Käufe von spekulativ orientierten Investoren zu erwarten, die den Preis weiter nach oben trieben.

Auch eine anhaltend starke Nachfrage aus China hat den Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent am Freitag zeitweise sogar auf ein Fünf-Wochen-Hoch von 120,07 Dollar je Barrel gehievt. Der weltweit zweitgrößte Verbraucher importierte den Angaben zufolge im Mai 20 Prozent mehr Rohöl als im Vorjahresmonat. Damit lagen die Einfuhren den fünften Monat in Folge bei mehr als fünf Millionen Barrel täglich.

Kommentare (10)

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ego.ich.moi

10.06.2011, 13:39 Uhr

wirklich ein fundierter Kommentar! Gratulation!

Adelheid

10.06.2011, 14:19 Uhr

Ich verstehe garnicht worüber sich die Deutschen aufregen. Schon vor mehr als 20 Jahren verlangten die so sehr geliebten "Grünen" 1 Liter Benzin soll 5 DM kosten!

Harry

10.06.2011, 14:30 Uhr

Das müssen die Autofahrer langsame begreifen: Die Zeit der billigen Mobilität ist endgültig vorbei. Die endlichen Ressourcen haben ihren Preis und der wird aufgrund der steigenden Nachfrage sicherlich nicht sinken. Neue Konzepte sind gefragt und vor allem neues Verhalten. Ich radel täglich in die Arbeit und habe teilweise schon Mitleid mit meinen genervten Mitbürgern, die im Stau stehen und dafür noch viel Geld nach Arabien und Rußland überweisen. Umdenken !

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