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04.03.2011

12:49 Uhr

Ratgeber

Was man über E10 wissen muss

Das seit Jahresbeginn 2011 verkaufte Biobenzin E10 sorgt für Verunsicherung: Viele Autofahrer tanken weiterhin den alten Kraftstoff, auch wenn ihr Wagen das E10-Benzin vertragen würde. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Es gibt derzeit zwei Ärgernisse für Autofahrer: Die Verwirrung um den neuen Biosprit E10 und der steigende Spritpreis wegen der Unruhen im ölreichen Libyen. Quelle: dpa

Es gibt derzeit zwei Ärgernisse für Autofahrer: Die Verwirrung um den neuen Biosprit E10 und der steigende Spritpreis wegen der Unruhen im ölreichen Libyen.

Bis zu 70 Prozent der Autofahrer tanken nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) weiterhin den alten Kraftstoff - und damit den inzwischen "falschen" Sprit. Dabei vertragen rund neun von zehn Wagen das neue E10-Benzin.

Was ist E10 eigentlich?

Dem neuen Benzin namens "E10" sind bis zu zehn Prozent Bioethanol beigemischt, das etwa aus Weizen, Rüben oder Mais gewonnen wird. E10 soll dabei helfen, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid zu verringern.

Warum lohnt sich der Biosprit E10?

Autofahrer können Geld sparen - denn E10 ist an der Tankstelle momentan deutlich günstiger als der bisherige E5-Kraftstoff, sagt Frank Brühning vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). "Die Mineralölindustrie will damit einen Anreiz schaffen, den neuen Biosprit zu tanken. Dieser Anreiz besteht im Moment sehr deutlich." Die Preise könnten in Zukunft allerdings steigen, denn E10 ist in der Produktion eigentlich teurer als der alte Kraftstoff mit weniger großem Ethanolanteil. Ob das neue Biobenzin tatsächlich auch umweltverträglicher ist, wird dagegen kontrovers diskutiert.

Wann darf ich kein E10 tanken?

Wenn mein Auto den Biokraftstoff nicht verträgt. Für rund zehn Prozent aller benzinbetriebenen Kraftfahrzeuge in Deutschland ist E10 nach ADAC-Angaben nicht geeignet. Durch den höheren Ethanol-Anteil können bei einigen Modellen Motorteile korrodieren und -dichtungen zerfressen werden. Bei einer Fehlbetankung lassen Autofahrer den Wagen am besten stehen und fragen ihren Hersteller um Rat.

Wo erfahre ich, ob mein Wagen E10 verträgt?

Um ganz sicher zu gehen, lohnt sich ein Anruf beim Hersteller, Händler oder in der Vertragswerkstatt. Welche Fahrzeuge E10 vertragen und welche nicht, hat die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) in einer Liste zusammengetragen, die online regelmäßig aktualisiert wird. Ein allgemeingültiges Kriterium gibt es zwar nicht. Neufahrzeuge seien aber in der Regel E10-tauglich, sagt Helmut Klein vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg.

Warum tanken bisher so wenige Autofahrer E10?

Viele greifen nach Einschätzung von Branchenvertreter Brühning aus Gewohnheit zum alten Benzin: "Sie haben sich womöglich einfach noch nicht die Zeit genommen, um nachzuschauen, ob ihr Auto E10 verträgt." Auch die unkoordinierte E10-Einführung an den Tankstellen hat laut ADAC-Experte Klein für Verwirrung gesorgt. Auch die Autohersteller tun sich schwer: "Wir kriegen aktuell immer noch Änderungen, welche Modelle den neuen Biosprit vertragen und welche nicht", sagt Klein.

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung dürfte sein, dass man mit Biobenzin wegen des höheren Ethanolanteils mehr Treibstoff für dieselbe Strecke benötigt.

Was spricht noch gegen den Einsatz von E10?

Das Biobenzin erhöht den Verbrauch: Motoren benötigen mehr Treibstoff, je höher der Ethanolanteil im Sprit ist. "Wir rechnen mit einem Mehrverbrauch von im Schnitt ein bis zwei Prozent", erklärt Helmut Klein. Frank Brühning zufolge ist ein solches Plus aber kaum messbar: "Durch vernünftiges Fahren hat man das locker wieder drin." Ein großer Nachteil ist, dass es rund drei Millionen Fahrzeuge gibt, die E10 nicht vertragen.

Für ihre Halter wird es teurer: Denn die Mineralölunternehmen wollen aus Kapazitätsgründen das bisherige Superbenzin mit fünf Prozent Ethanol (E5) und 95 Oktan vom Markt nehmen. Fahrer von Autos mit einer E10-Unverträglichkeit müssen deshalb auf teureres Benzin mit 98 Oktan umsteigen. Bei den alternativen Sorten gibt es schon Engpässe.

Doch auch neue E10-Kunden können nicht unbedingt sicher sein, dass der Bio-Kraftstoff dauerhaft günstig bleibt. Denn E10 ist in der Produktion eigentlich teurer als der alte Kraftstoff.

Gibt es einen Nutzen für die Umwelt?

Ob E10 tatsächlich umweltverträglicher ist, wird kontrovers diskutiert. Naturschutzverbände sprechen von einer Mogelpackung. Denn für die Ethanolproduktion seien zusätzliche Ackerflächen nötig, was sogar höhere Kohlendioxid-Emissionen anfallen lassen könnte. Aus Umweltsicht sei „Agrosprit“ nicht besser als herkömmliches Benzin.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Politisch_gekaufte_Medien

04.03.2011, 20:20 Uhr

Die Überschrift ist nicht vollständig. "Was man über E10 wissen muss", hier fehlt noch "... damit das dumme Volk endlich das Zeug tankt und die Politiker wieder gezeigt haben, dass jede Entscheidung durchgedrückt wird, egal ob sinnvoll oder nicht."

Man lasse sich mal diese politisch gesteuerte Meinungmache in diesem Artikel ganz genau auf der Zunge zergehen. Wir werden förmlich bombardiert von Informationen, die E10 nur noch Gutes abgewinnen können. Warum spielt das widerspenstige Volk das Spiel nicht mit? Das Volk darf keine eigene Meinung haben! Ihr müsst gehorchen. Kauft, was man euch vorschreibt!! "Erich Honecker lebe hoch,hoch,hoch..." Leute wir sind in diesem Land schon längst wieder da angekommen. Politisch gekaufte Medien sagen nur noch das, was die Politik unter das Volk bringen will und nicht mehr, das was richtig ist.

Kalle

04.03.2011, 22:29 Uhr

Ich will wissen weshalb dieser Dreck bei uns verkauft weil politisch vorgeschrieben wird! Das Klima kann es nicht sein, das ist sehr gesund und kann von uns kleinen Menschen nicht beeinflusst werden. Soll etwa durch Konkurrenz der Preis für Lebensmittel angehoben werden? Das wäre ein Verbrechen. Es gibt keinen vernünftigen Grund, denn Öl gibt es für alle Zeiten, Peak Oil ist eine weitere Lüge. (Öl ist abiotisch, mal googeln)
Weshalb sollen wir E10 kaufen, sollen wir unsere Motoren in einem Grossversuch testen? Treten wir in einen Käuferstreik!

Eurogegner

04.03.2011, 22:35 Uhr

Ich denke die meisten Autofahrer sind gut informiert.
Man sollte die Tatsache akzeptieren, dass man diesen
Sprit nicht will.
Man hat keine Erfahrungen mit diesem agressiven Sprit.
Wer haftet, wenn Motoschäden erst mittelfristig
auftreten.

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