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28.11.2013

15:07 Uhr

Recht & Verkehr

Kein Schmerzensgeld bei Fahrrad-Unfall in Fußgängerzone

Quelle:Spotpress

In Fußgängerzonen darf in der Regel nicht mit dem Fahrrad gefahren werden. Wer es doch tut, riskiert nicht nur ein Bußgeld, wie jetzt das Oberlandesgericht München entschieden hat.

Recht: Fahrradfahren in der Fußgängerzone - Kein Schmerzensgeld bei Unfall SP-X

Fahrradfahren in der Fußgängerzone: Bei einem Unfall gibt es keinen Schadensersatz.

Wer trotz Verbots in der Fußgängerzone Fahrrad fährt, kann bei einem unverschuldeten Unfall kein Schmerzensgeld beantragen. Das hat nun das Oberlandesgericht München entschieden.

In den verhandelten Fall war eine Radfahrerin in einer Fußgängerzone unterwegs, als ein vorausgehender Passant unvermittelt einen Schritt zur Seite machte. Es kam zur Kollision und zum Sturz der Fahrradfahrerin. Sie verklagte den Fußgänger daraufhin auf Schmerzensgeld und bekam in erster Instanz zumindest teilweise Recht. Das Gericht wies beiden Parteien die Hälfte der Schuld zu.

Das Oberlandesgericht München sah das jedoch anders. Die Richter konnten kein Fehlverhalten des Fußgängers feststellen. Dieser müsse in einer Fußgängerzone nicht mit einem Fahrradfahrer rechnen. Stattdessen hat sich die Fahrradfahrerin grob verkehrswidrig verhalten. Das habe sie nicht nur mit ihrem unstrittig verbotenem Fahrradfahren in der Fußgängerzone getan. Auch weil sie sich von hinten dem Fußgänger näherte, hätte sie besonders Rücksicht nehmen müssen, zitiert die Deutsche Anwalts-Hotline aus dem Urteil (10 U 2020/13).

Kommentare (2)

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29.11.2013, 09:12 Uhr

Guter Richterspruch, Fahrradfahrer müssen auf Fußwegen und Fußgängerzonen besonders vorsichtig fahren und ab und an auch ihre Klingel benutzen.

daniel

29.11.2013, 21:31 Uhr

Wobei die Klingel die Ausnahme sein sollte. In Fußgängerbereichen (sofern für Radfahrer freigegeben) sollte man sich als Radfahrer immer unterordnen, Schrittgeschwindigkeit fahren und damit rechnen, dass ein Fußgänger plötzlich direkt vor's Rad läuft (d.h. bremsbereit sein). Noch besser ist es, solche Bereiche als Radfahrer zu meiden und wann immer es möglich ist, auf der Fahrbahn (bzw. im Fall der Fußgängerzone auf der nächstbesten parallel verlaufenden Straße) zu radeln.

Nur bei kombinierten Geh- und Radwegen (mit Benutzungspflicht) halte ich die Benutzung der Klingel für angebracht und dort erwarte ich auch ein verkehrsgerechtes Verhalten der Fußgänger. Alles andere wäre grob fahrlässig, wenn man bedenkt, dass dort genauso schnell gefahren werden darf wie auf der Fahrbahn (und Radfahrer dürfen im Regelfall sogar noch schneller fahren als Autofahrer!).

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